Fäuste in Tram und Bus

03. Juli 2018 05:44; Akt: 03.07.2018 05:44 Print

So oft geraten Fahrgäste und Personal aneinander

Billettkontrolleure und Chauffeure werden immer wieder Ziel von Angriffen. Allein dieses Jahr gab es in der Stadt Zürich drei Vorfälle.

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Bei der Haltestelle Wipkingen kam es am Sonntag während einer Billettkontrolle zu einer Gruppenschlägerei. Sechs Personen wurden verletzt. Die Polizei verhaftete daraufhin einen 20-jährigen Fahrgast sowie einen VBZ-Mitarbeiter. Der Kontrolleur blieb vorerst in Haft, der Fahrgast wurde wieder entlassen.

Dieser Fall ist aussergewöhnlich: Es scheint, als ob diesmal der Kontrolleur handgreiflich geworden wäre. Meist sind es aber die Passagiere, die die VBZ-Mitarbeiter angreifen. Das zeigt eine Liste von Vorfällen, die sich in den vergangenen zwei Jahren in der Stadt Zürich ereignet haben.

29. April 2018: Ein unbekannter Mann schlug einem VBZ-Mitarbeiter bei der Haltestelle Auzelg unvermittelt gegen den Kopf, als er bei einer Kontrolle kein Billett vorweisen konnte. Der 40-jährige Kontrolleur zog sich mittelschwere Kopfverletzungen zu.

19. April 2018: Zwei Jugendliche griffen einen Buschauffeur am Schwamendingerplatz tätlich an. Der Fahrer musste mit einer Schulterverletzung hospitalisiert werden.

28. Januar 2018: Ein etwa 30-jähriger Mann sprühte am Paradeplatz mit einem Pfefferspray mehrmals in die Kabine des Tramchauffeurs. Der Chauffeur wurde dabei derart beeinträchtigt, dass er nicht mehr weiterfahren konnte, erlitt aber keine bleibenden Schäden.

14. Oktober 2017: Im Kreis 10 schlug ein Mann bei einer Ticketkontrolle eine VBZ-Mitarbeiterin mit der Faust, als sie ihn am Aussteigen hinderte. Sie musste im Spital behandelt werden.

16. Juli 2017: VBZ-Kontrolleure wurden beim Limmatplatz von mehreren Unbekannten mit Flaschen beworfen und mit Fusstritten und Faustschlägen traktiert. Ein Mitarbeiter wurde mittelschwer verletzt.

10. Februar 2017: Drei 12-Jährige blendeten bei der Bushaltestelle Schumacherweg einen Buschauffeur mit einem Laser. Der 54-Jährige war mehrere Wochen arbeitsunfähig.

15. Oktober 2016 Ein Mann fuhr mit einem E-Trottinett neben einem Tram her und machte beleidigende Gesten in Richtung eines Chauffeurs. Beim Meierhofplatz wollte der VBZ-Mitarbeiter den Mann zur Rede stellen. Darauf versetzte ihm dieser einen Faustschlag.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 03.07.2018 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedenklich

    unsere Sitten verrohen.

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  • Meitschibei II am 03.07.2018 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft Schweiz?

    Wo sind wir? Wo führt das noch hin? Das macht Angst!

  • Martin L. am 03.07.2018 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verrohung der Gesellschaft

    Stimmt mich nachdenklich und zeigt die Verrohung der Gesellschaft auf. Noch vor 40 Jahren war ein Billetkontrolleur eine Person der man Respektvoll begegnete.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laila Lai am 03.07.2018 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Kundenfreundlichkeit investieren

    Am liebsten würde ich dem jungen Mann danken, er hat etwas getan das ich mir nie getrauen würde, aber auch öfter das Bedürfnis habe! Habe einmal vergessen mein Monatsabo zu verlängern, das ich gleich bei der Kontrolle reumütig gestanden habe. Und obwohl ich mich nur darüber informiert habe, da ich mein Abo sowieso noch an diesem Tag brauchte und es lösen musste, ob ich beim vorzeigen am Schalter nur 5.- bezahlen könne (hab ja nur diese Frage gestellt). Hat man mich angeschrien, ich solle nicht diskutieren! Vielleicht sollten sie statt in deeskalations-kurse lieber in kundenfreundlichkeit inves

  • Paddy-Zé am 03.07.2018 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Konfliktbeschaffung

    Früher, waren es Kondukteure, die einem ein Billet verkauften. Es gibt Städte, dort hat es Billetautomaten im Tram. Es ist also reine Kriminalisierung der Fahrgäste, wenn man die Schwarzfahrer kreiert und den Leuten nicht die Möglichkeit gibt, aus einer misslichen Situation zu helfen. Jeder ist damit einverstanden, wenn der Kontrolleur Kulanz zeigt. Aber die meisten Schreiberlinge hier, wollen Härte und Strafe. Dafür finde ich, dass man im Zentrum einer Stadt, gratis fahren könnte, damit der Parkplatzsuchverkehr in der Stadt eliminiert werden kann. Das macht Kontrolleure sinnlos.

  • Flo6460 am 03.07.2018 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Einfach Traurig

  • Frettchen am 03.07.2018 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Es ist so unnötig. Scheint ein normales Miteinander nicht mehr möglich?

  • Eva am 03.07.2018 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benehmen ist wichtig und nicht das Randalieren

    Heut zutage meinen viele sie seien das höchste gut aller Zeiten. Den Kindern werden viel zuviele Rechte zugestanden. Sie dürfen brüllen und toben, egal ob Nachbar, Kranke oder Lärmempfindliche Menschen nebenan wohnen. Die Alten Massregeln oder mahnen ihre Kinder nicht mehr zu einem anständigen Benehmen. Das hat Konsequenzen für das ganze Leben, innerhalb oder ausserhalb der Gesellschaft. Somit sind viele Menschen unanständig, sogar die sogenannten 68er, die heute alt.Wir als Gesellschaft leiden alle darunter, auch die ungezogenen bekommen es zu spüren