Auslagerung nach Indien

19. September 2016 05:43; Akt: 19.09.2016 05:43 Print

VBZ provoziert mit Arbeitsplatz-Kampagne

In ihrer Kampagne spielen die Verkehrsbetriebe Zürich auf eine brisante Entwicklung an: Sie werben damit, dass sie keine Arbeitsplätze nach Indien auslagern.

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Ein Schild einer VBZ-Haltestelle im gewohnten Blau-Weiss: Allerdings steht statt «Paradeplatz» oder «Bahnhofstrasse» «Taj Mahal» drauf – im Hintergrund ist das berühmte Grabmal zu sehen.

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Dies ist das neuste Sujet der Personalwerbekampagne der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ), die ab nächster Woche in den Fahrzeugen zu sehen ist. «In Zürich gibts einen attraktiven Arbeitgeber, der seine Stellen nicht plötzlich nach Indien verlagert», steht auf den Plakaten, und es wird schnell klar, dass die VBZ damit nicht für die Schönheit dieses Landes werben wollen.

«Unser Herz schlägt für Zürich»

«Es ist leider ein Trend, dass immer mehr Schweizer Unternehmen Arbeitsplätze ins billigere Ausland auslagern – etwa nach Indien, China oder Osteuropa», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler dazu. Deshalb will man nun die VBZ als attraktive Arbeitgeberin positionieren: «Unser Herz schlägt für die Schweiz und besonders für Zürich. Wir möchten hier noch vieles ins Rollen bringen.» Darum könnten die VBZ hier ebenso spannende wie sichere Arbeitsplätze anbieten.

Entwickelt hat die Kampagne die Werbeagentur Ruf Lanz. Wollte man damit andere Firmen provozieren? Creative Director Markus Ruf verneint: «Wir richten uns an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einen spannenden und sicheren Job suchen, nicht an andere Unternehmen. Die vielen positiven Reaktionen auf Facebook und in anderen Kanälen zeigen, dass diese Botschaft beim Publikum sehr gut angekommen ist.»

«VBZ dürfen ruhig mal frech sein»

Gut gefällt sie auch Frank Hannich, Stv. Leiter des Instituts für Marketing Management an der ZHAW School of Management and Law: «Sie spricht auf humorvolle Weise das wichtige Bedürfnis Arbeitsplatzsicherheit an und verbindet es mit dem Versprechen an die Kunden, dass die VBZ von Zürchern für Zürcher sind.»

Dass die VBZ als städtischer Betrieb damit andere Firmen auf die Schippe nehmen, sei kein Problem, findet Hannich: «Die VBZ möchten gerade als Staatsbetrieb nicht als langweilig und unmodern wahrgenommen werden. Da darf man auch mal frech sein.»

Dass Schweizer Firmen Stellen ins Ausland auslagern, sei zwar nicht neu, habe aber seit dem Frankenschock einen Schub bekommen: «Viele Stellen wandern nach Osteuropa ab. Gerade bei Banken und insbesondere bei deren IT-Services ist Indien aber immer noch sehr beliebt.» Dies zeigen Beispiele wie etwa die Credit Suisse, UBS und ABB.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G. Nervt am 19.09.2016 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Schlimme an..

    ...den Auslagerungen ist, dass die Unternehmungen dies völlig frei von Konsequenzen tun können... auch wenn sie jahrelang von uns subventioniert wurden!

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  • Mansaylon am 19.09.2016 06:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    Durchsage Leitstell... kein Störung mehr... doch Info... Bahnhof du wolle Rose kaufen?

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  • Ex-vbz-ler am 19.09.2016 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schall und Rauch

    Als ehemaliger VBZ Mitarbeiter weiss ich, dass die VBZ aktiv im Ausland Mitarbeiter rekrutiert und diese günstigen Arbeitskräfte importiert. Schweizer werden gerne über Jahre mit Temporärarbeitsverträgen an der kurzen Leine gehalten. Vor Ort sieht das ganze deutlich weniger verklärt aus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • CountryTec am 20.09.2016 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn sie herausfinden ...

    ... wie man aus Indien die Trams fernsteuern kann und das günstiger ist, werden sie es auch tun. Sie müssen dann nur noch einen Weg finden wie die Inder in der Schweiz ihr Geld ausgeben.

  • S. Wiss am 19.09.2016 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nötig solche Infos

    Endlich einmal eine gute freche Info, die auf das Problem in anderen Branchen aufmerksam macht. Wir brauchen Stellen in CH + Europa, nicht in Indien.

  • Frank am 19.09.2016 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auswandern

    Ja, und Schweizer Mieten, KK, Nahrungsmittel etc. ist auch unbezahlbar! Wäre das Leben, resp. die Fixkosten in diesem Land nicht so teuer, könnte man ohne Problem auch tiefere Löhne akzeptieren. Leider geht das aber nicht mehr! Das Auswandern wird das Thema in der Zukunft sein!

  • Hildi am 19.09.2016 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher für Zürcher: Auch Ü50?

    Liebe VBZ, ich, gut qualifiziert und fronterfahren habe mich schon mindestens 3 Mal auf ausgeschriebene Jobs bei euch beworben. Wo mangelt es? Nur an Chauffeuren?

    • Trämler am 19.09.2016 12:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ja auch Ü 50

      Buschauffeure und Trampiloten (off. Berufsbezeichnung) sind am Meisten gefragt und es werden auch Leute über 50 Jahre angestellt. Ich bin mit 51 Jahren noch als Trampilot angestellt worden und heute zufrieden unterwegs.

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  • Andmann Schneidler am 19.09.2016 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Löhne UNBEZAHLBAR!

    Schweizer Arbeitsplätze müssen absolut zwingend ins Ausland ausgelagert werden, denn die Schweizer Phantasielöhne kann sich kein Gewinn Orientiertes Unternehmen leisten! Nur so können die Erträge der Aktionäre und Investoren gesteigert werden! Ebenso müssen in Rumänien oder Indien Qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden was den Ländern ein Aufschwung bringt, nur so können die Schweizer Firmen ihre Gewinne noch markant steigern!

    • Hildi am 19.09.2016 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Aber die Managerphantasielöhne schon

      Die sind dann mein Problem, was? Es gibt bestimmt genug Ausgesteuerte, die sogar lohnmässig sogar unter ihrem Niveau arbeiten würden und es sind bestimmt nicht alle unbeauchbar! Jammern sie einfach nicht, wenn Sie Ihre vorhergehende Generation im Alter übermässig finanzieren müssen. Vielleicht ist das dann auch unbezahlbar?

    • Hildi am 19.09.2016 12:01 Report Diesen Beitrag melden

      Sorry

      Meinte "kein" Problem und "unbrauchbar". Schnelles Tippen auf Tablet nicht immer optimal. :-)

    • wianve am 19.09.2016 12:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andmann Schneidler

      Deshalb kaufen die Schweizer alles im Ausland? Immer jammern, dafür leidet die ganze Lebensqualität. Geiz ist geil!

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