Als Zwischenlösung

15. Mai 2014 15:55; Akt: 16.05.2014 14:39 Print

VBZ setzen bei Bussen neu auf Hybrid statt Diesel

Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) ersetzen ihre Dieselbusse mit Hybridbussen. Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb sind noch zu wenig wirtschaftlich für den Einsatz.

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So sieht der neue Hybridbus aus hier auf einer Testfahrt beim Albisriederplatz in Zürich. (Bild: Julia Müller)

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Als «Zwischenlösung auf dem Weg zum reinen Batteriebus» bezeichnete VBZ-Technik-Bereichsleiter Frédy Vogler die Hybridbusse am Donnerstag an einer Medienorientierung. Bei diesen Fahrzeugen wird Bremsenergie zwischengespeichert und von einem zusätzlich zum Verbrennungsmotor vorhandenen Elektromotor genutzt.

Dieser Elektromotor soll einen Teil der zum Anfahren und Beschleunigen erforderlichen Energie zur Verfügung stellen. Gerade auf innerstädtischen Linien mit häufigen Anfahr- und Abbremsvorgängen verspreche die Hybridtechnologie beträchtliche Einsparungen beim Dieselverbrauch, sagte Vogler.

Hybrid-Testbetrieb seit April

Im April starteten die VBZ einen Testbetrieb mit einem angemieteten Hybridfahrzeug, das gleichzeitig einen temporären Engpass im Fahrzeugbestand deckt. Als Ersatz für einen im letzten Oktober ausgebrannten Bus wollen die VBZ laut Vogler ein zusätzliches Hybridfahrzeug beschaffen.

Um ein aussagekräftiges Bild über die Wirksamkeit des Hybridantriebs zu erhalten, würden die Tests auf Strecken mit unterschiedlichen topografischen Anforderungen durchgeführt. Die Resultate aus dem Testbetrieb sollen dann als Grundlage dienen für die Beschaffung von Standard- und Gelenkbussen ab Dezember 2015.

Batteriebusse auf Quartierbuslinien?

Ein wesentlicher Problempunkt der heute verfügbaren reinen Batteriebusse ist die relativ geringe Speicherfähigkeit der Batterien sowie deren Gewicht. Es sei noch nicht möglich, einen Batteriebus ohne Zwischenladung einen ganzen Tag lang einzusetzen.

Für die Erprobung von Batteriebussen eigneten sich jedoch Quartierbuslinien in der Stadt Zürich, auf denen kleinere Fahrzeuge eingesetzt werden. Bei einem positiven Resultat einer Machbarkeitsstudie wollen die VBZ einen Batterie-Midibus und die nötige Ladeeinrichtung beschaffen. Er soll ab 2016 auf den Quartierbuslinien getestet werden. Die Erkenntnisse aus diesem Probebetrieb bildeten dann die Grundlage für eine mögliche Serienbeschaffung.

Planmässig fahrleitungslose Fahrten mit Trolleybussen

Sieben Buslinien – mit grossen Passagierfrequenzen und auf topografisch anspruchsvollen Strecken – werden heute mit Trolleybussen betrieben, die keine lokalen Emissionen und wenig Lärm verursachen. Das derzeitige Netz hat eine Länge von 54 Kilometern und soll weiter ausgebaut werden. Vorgesehen ist die Elektrifizierung der Linien 69 und 80.

Rund die Hälfte der Trolleybusflotte verfügt als Notaggregat anstelle eines Dieselmotors über eine Batterie. Bisher wurde der Batterieantrieb ausschliesslich bei kleineren Baustellen und Umleitungen sowie Manöverfahren in Abstellanlagen eingesetzt. Künftig sollen die Trolleybusse auch planmässig auf Teilstrecken fahrleitungslos fahren.

«Eindrahten» noch nicht optimal

Vorgesehen ist, dass bei anstehenden Fahrleitungserneuerungen an neuralgischen Knotenpunkten – wie dem Bucheggplatz oder dem Albisriederplatz – auf einen Teil der Infrastruktur verzichtet wird. Auf diesen kurzen Teilstrecken würden die Busse dann mithilfe der Batterie fahren.

Noch in der Testphase ist das automatische sogenannte «Eindrahten», also das Einhängen der Stromabnehmer-Bügel in den Fahrdraht nach der fahrleitungslosen Fahrt. An einer Testfahrt nach der Medienorientierung zeigte sich, dass offenbar noch nicht die optimale Lösung für dieses Prozedere gefunden worden ist.

(sda)