Juniorenfussball

21. Juni 2019 17:36; Akt: 22.06.2019 00:54 Print

Väter nach blutigem Streit freigesprochen

Ein Spiel im Juniorenfussball in Wädenswil endete mit einer Prügelei. Das Bezirksgericht Horgen sprach zwei Väter und einen Onkel frei.

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Ein Freundschaftsspiel zwischen den D-Junioren des FC Wädenswil und des FC Oerlikon endete im Januar 2018 alles andere als wie erwartet. Ein Wädenswiler und ein Oerliker Junior gerieten auf dem Fussballplatz Beicheln in Wädenswil aus nicht geklärten Gründen aneinander. Die beiden Väter sowie ein Onkel der beiden 10-jährigen Jungs mischten sich daraufhin in den Streit ein. Das endete blutig: ein gebrochenes Nasen- und Jochbein und eine ausgerenkte Schulter.

Der Fall wurde am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Horgen verhandelt, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Die beiden Väter und der Onkel waren wegen Raufhandels angeklagt. Der Staatsanwalt verlangte bedingte Gefängnisstrafen zwischen neun und elf Monaten. Da alle drei Beschuldigten eine völlig andere Version der Tat erzählten, sprach der Richter sie aber frei: «Ich kann keinem von Ihnen glauben.» Eine Körperverletzung könne keinem wirklich nachgewiesen werden.

Gewalt gegen Schiedsrichter

Dieser Streit auf dem Fussballplatz ist kein Einzelfall. «Die Gewalt richtet sich meist gegen den Schiedsrichter oder gegen andere Spieler», wie Willy Scramoncini, Leiter Spielbetrieb beim Zürcher Fussballverband, zum «Tages-Anzeiger» sagte. Im Juniorenfussball sind es häufig Zuschauer und Eltern, die am Spielfeldrand ausrasten. Auch in der abgelaufenen Saison hat laut Scramoncini wieder ein Vater einen Schiedsrichter körperlich angegriffen.

Der Verband hat bereits deeskalierende Massnahmen getroffen. Zuschauer sollen mindestens fünf Meter hinter dem Spielfeld stehen müssen. Diverse Clubs haben auch einen Verhaltenskodex, den sie von Trainern und Eltern unterschreiben lassen. Bei Verstössen ist es den Vereinen möglich, den Eltern unter anderem Platzverbote zu erteilen.

(lar)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FC am 21.06.2019 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Entscheidung  

    Einmal mehr eine falsche Entscheidung des Gerichts. Hier hätte ein Exempel statuiert werden sollen als Schuss vor den Bug für all diese unmöglichen Eltern, die einen schönen Sport zu aggressiven Macho-Allüren verkommen lassen.

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  • SinnLos am 22.06.2019 01:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blinder Richter

    Das darf nicht wahr sein!!! Unsere Justiz ist absolut nichts Wert! Traurig, dass wir dabei zusehen müssen.

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  • Simu am 21.06.2019 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Eltern

    Auch das Kind soll vom verein auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen werden. wenn ihnen so viel am Kind liegt werden sie,sich es vielleicht überlegen den Entscheid zu akzeptieren

Die neusten Leser-Kommentare

  • Milo Milos am 22.06.2019 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Oje der Fussball und sein Gefolge...gut gibt es noch Eishockey.

  • Mutter, R. Uth am 22.06.2019 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Woher wohl?

    Ich erkundige mich jetzt nicht, aus welcher Ecke diese Eltern kommen! Weiss aber auch, dass dieser Beitrag zensiert wird! Wären es nämlich Eidgenossen gewesen, wäre dies geschrieben worden. Meine Kids bevorzugen andere Sportarten, wo die Eltern sich viel weniger einmischen können und es sich nicht um Ehre oder verletzte Ehre handeln kann.

  • Maximilian am 22.06.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CH?

    Wieso steht mal wieder nirgends die Nationalität?

  • louise am 22.06.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    da ist wohl die familie eines richters, involviert. anders kann man dieses urteil nicht begreifen.

  • Jens Müller am 22.06.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Diverse Brüche, aber ...

    alle völlig unschuldig? Ich lach mich tot ob dieser Gerichts-Begründung, die 3 Jungs sind demnach einfach von selber auseinander gebrochen!