Bezirksgericht Zürich

17. Oktober 2019 10:33; Akt: 17.10.2019 10:33 Print

Vater soll gedroht haben, Lehrer zu erschiessen

Weil ein Vater den Lehrern seiner Tochter gedroht haben soll, sie zu erschiessen, stand er vor dem Bezirksgericht Zürich. Er stritt die Vorwürfe ab.

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Eigentlich hätte es um die Prüfungsangst seiner 12-jährigen Tochter gehen sollen. Zusammen mit einem Schulsozialarbeiter und dem Beistand des Mädchens traf sich ein 65-jähriger Tunesier im März 2018 zu einem Gespräch. Doch statt dass das Problem besprochen worden wäre, soll das Gespräch rasch ausgeartet sein.

Er soll unter anderem gedroht haben, die Lehrer der 12-Jährigen zu erschiessen. Als der Schulleiter und eine betroffene Lehrerin davon hörten, erstatteten sie laut der «NZZ» eine Strafanzeige.

«Ich habe nie jemanden bedroht»

Vor dem Bezirksgericht Zürich stritt der 65-Jährige die Vorwürfe vehement ab. «Ich habe nie jemanden bedroht», sagte er. Vielmehr sei seine Tochter ein Opfer. So soll die 12-Jährige nicht nur an der Schule gemobbt worden sein, die Lehrerin habe zudem rassistische Bemerkungen zugelassen. Bei dem besagten Gespräch im März 2018 hätten ihm der Sozialarbeiter und der Beistand gedroht, «dass er nichts gegen die Schule machen dürfe und schweigen müsse».

Allgemein fühlt sich der 65-Jährige von der Schule, dem Staatsanwalt und von seinem früheren Verteidiger ungerecht behandelt. Wie er vor Gericht sagt, habe er den Anwalt entlassen, «weil er nicht aufrichtig war».

Versuchte Drohung

Der Einzelrichter sprach den Rentner der versuchten Drohung schuldig. Da der Schulleiter und die Lehrerin nicht staatsanwaltschaftlich einvernommen wurden, seien ihre Aussagen vor Gericht nicht verwertbar. So konnte nicht abschliessend geklärt werden, ob sie tatsächlich in Angst und Schrecken versetzt worden seien. Der 65-Jährige erhält eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 10 Franken. Auf eine Busse wird verzichtet.

(mon)