Kreuze und Kopftücher

03. Februar 2016 09:55; Akt: 03.02.2016 14:11 Print

Verbot religiöser Symbole kommt an die Urne

Die Adliswiler entscheiden, ob für die städtischen Angestellten das Tragen religiöser Symbole erlaubt sein soll. Die Angst vor dem Kreuzverbot ist ein Grund für das Referendum.

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Gerade aus Kirchenkreisen wird befürchtet, dass die Angestellten von Adliswil bald kein Kreuz mehr tragen würden.

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Die Änderung des Personalstatuts der Stadt Adliswil ZH hat Ende 2015 für Schlagzeilen gesorgt. Der Grosse Gemeinderat hat entschieden, dass der Stadtrat diese so anpassen darf, damit er ab dem 1. März 2016 eine neutrale Bekleidung von den städtischen Angestellten verlangen kann – dazu kann er das Tragen von religiösen, politischen und weltanschaulichen Symbolen verbieten.

Umfrage
Sollte man städtischen Angestellten das Tragen von religiöser Symbole verbieten?
59 %
21 %
16 %
4 %
Insgesamt 9880 Teilnehmer

Stadtpräsident Harald Huber betonte wiederholt, dass nur die extremen Fälle behandelt würden und damit nicht Schmuck-Kreuze um den Hals gemeint seien. Dennoch haben jetzt die SP und die Grünen laut Medienberichten das Referendum gegen die Änderung des Statuts ergriffen. Dieses ist mit 493 gültigen Unterschriften zustande gekommen, nötig gewesen wären laut NZZ 300. Das Vorhaben soll noch dieses Jahr vor die Urne kommen.

Angst vor dem Kreuzverbot

Unterstützung erhielt das Referendum auch von kirchlichen Kreisen, teilt die SP Adliswil mit. Denn viele befürchten, dass der Stadtrat nicht einseitig Kopftücher verbieten, aber Kreuze tolerieren kann. Für SP-Gemeinderat Davide Loss ist die Bestimmung ein massiver Eingriff, wie er zur «Zürichsee-Zeitung» sagt: «Es ist zudem unverständlich, dass auch Angestellten ohne Publikumsverkehr, etwa einer Steuerkommissarin, das Tragen eines Kopftuchs verboten werden soll.»

Zwar traue man dem heutigem Stadtrat einen vernünftigen Umgang mit der Regelung zu, so wie das die Befürworter tun. Ob das auch in Zukunft so bleibt, lässt Loss hingegen offen. Die Initianten des Referendum finden zudem, dass die neuen Bestimmungen zu weit in die Rechte der Mitarbeiter eingreifen. Es bestehe kein Handlungsbedarf, da es bisher nie zu Problemen gekommen sei.

(som)