Krawalle über Ostern

28. April 2019 14:33; Akt: 28.04.2019 17:28 Print

Verhindern Kameras Ausschreitungen am See?

Kaum steigen die Temperaturen, kommt es zu Krawallen rund um das Zürcher Seebecken. Politiker fordern nun mehr Überwachungskameras am Utoquai.

Am Osterwochenende kam es an der Seepromenade zu Ausschreitungen.
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Das Zürcher Seeufer ist ein Magnet für Jugendliche – allerdings auch für solche, die auf Krawalle aus sind. Zuletzt passierte es am Osterwochenende. Container brannten, Gasflaschen flogen – die Polizei setzte Wasserwerfer ein.

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Braucht es am See mehr Überwachungskameras?

Polizei und Stadt erarbeiten neue Massnahmen, um die Situation am See im Hinblick auf den Sommer in den Griff zu bekommen. Denn für Stadtpolizei-Medienchef Marco Cortesi ist klar: Die Polizei könne das Problem nicht alleine lösen. Genaueres gibt die Polizei aber aktuell noch nicht bekannt.

Gemäss der «NZZ am Sonntag» ist ein zentrales Problem am See die Anonymität. So kommen gemäss der Zeitung die meisten jungen Besucher aus der Agglomeration nach Zürich. Anonymität gepaart mit Alkohol senke die Hemmschwelle massiv.

Mehr Kameras am See

Politiker fordern nun gegen diese Anonymität mehr Kameras. FDP-Gemeinderat und Anwalt Severin Pflüger findet, dass diese ein bewährtes Mittel sind. Zwar verfüge die Stadtpolizei bereits über fix installierte Kameras beim Bernhard-Theater, beim Bellevue und beim Bürkliplatz, die sie vor allem bei Grossanlässen nutze. «Es wäre es aber sinnvoll, wenn diese immer laufen würden», sagt er zu 20 Minuten.

Nur wenn es zu Straftaten komme, würde die Polizei das Videomaterial sichten: «Sonst wird es nach 24 Stunden ungesehen gelöscht.» Zudem verlangt Pflüger neben mehr Polizeipräsenz weitere Kameras an den Brennpunkten entlang der Seepromenade: «Das würde wesentlich zur Gewaltprävention beitragen. Denn wer so erwischt wird, macht es in der Regel nicht ein zweites Mal.»

Weniger Sachbeschädigung

Er will im Parlament demnächst einen entsprechenden Vorstoss einreichen: «So hat sich unsere Fraktion schon dafür eingesetzt, dass bei Schulen Kameras installiert werden.» Sachbeschädigungen seien seither zurückgegangen.

SVP-Fraktionspräsident Roger Bartholdi würde einen Pilotversuch an der Seepromenade mit vereinzelten Kameras begrüssen: «Es würde helfen, Täter zu überführen oder Gewalttaten gar zu verhindern.» Grundsätzlich sollte mit Kameras aber sehr zurückhaltend umgegangen werden: «Wir wollen keinen Überwachungsstaat.»

Kameras schränken Freiheit der Bürger ein

SP-Gemeinderat Pascal Lamprecht glaubt nicht, dass flächendeckende Kameras helfen, Verbrechen zu verhindern: «Das zeigen Studien aus anderen Städten.» Kameras vermittelten Scheinsicherheit: «Gerade von den Rädelsführern können sie leicht umgangen werden.» Zudem schränkten Überwachungskameras die Freiheit der Bürger ein.

Vielmehr braucht es laut Lamprecht verstärkte Präventionsmassnahmen und die Polizei sollte am See stärker präsent sein: «Aber durch ein freundliches und bestimmtest Auftreten. Nicht erst, wenn es zu Problemen kommt.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hässiger Steuerzahler am 28.04.2019 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Ha! Solange gewisse Politiker so Aussagen wie "Die Polizei soll nicht mit ihrer Anwesenheit Provozieren" macht, wird sich nie etwas ändern.

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  • Fleur am 28.04.2019 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fertig mit Kuscheln

    Jetzt erwacht die Stadt langsam, man kann doch nicht jahrelang die Augen zudrücken vor Ausschreitungen ohne zu bestrafen, entweder man geht jetzt dagegen konsequent um oder es bleibt eine teure Krawallstadt, was denkt der liebe Hr. Wolff darüber?

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  • Legion 9 am 28.04.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Überwachungsstaat ?

    Überwachungskameras bringen nichts, und warum alle Leute überwachen weil einige Kake bauen, besser die Gesetze mal ein wenig verschärfen und die Stapo zwingen dies durchzusetzen, Flaschenwerfer mal 10-20 Tage in die Kiste usw.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Timm am 28.04.2019 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    Günstiger wäre, für 6 Monate eine Polizei-Truppe aus Russland oder USA einzufliegen, dann wäre ganz schnell Schluss mit dem Kindergarten, spätestens nach dem ersten Einsatz der Gäste.

  • tinu am 28.04.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nach 24 Stunden

    ...sollen die Videos gelöscht werden. Na, wozu denn erst Kameras aufstellen? Und wenn eine Woche später oder gar ein Jahr später genau die Aufnahmen von Relevanz wären? Wann hört dieser selbstmörderische Täterschutz endlich auf?

  • Paul am 28.04.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Kameras verhindern keine Kriminalität - sieht man in London ja bestens. Überall noch mehr überwachen, klar. In der Öffentlichkeit, der Bund darf Trojaner einsetzen, bald kommt die völlige Transparenz, dann noch Waffen verbieten und der Bürger ist wirklich nichts anderes mehr, als ein Untertan der Obrigkeit, der Steuern bezahlt und arbeitet und den Mund hält. Und die Leute begreifen es nicht einmal...

  • Leser am 28.04.2019 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachungskameras = Sicherheit?

    Nirgendwo in Europa hängen mehr Kameras als in London. Wer daraus schliesst, dass man in London besonders sicher sei, könnte sich eventuell täuschen.

  • Wolf am 28.04.2019 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    kammeras schaukeln....

    ...falsche Sicherheit vor. Angenommen. Die Regierung streicht die AHV unter das Minimum. Dann geht es ihnen zu weit und ans Lebendige. Sie gehen auf die Stasse um friedlich zu demonstrieren. Doch da gibt es einige Gewaltbereite Gruppen. Die Kamnera zeigt sie mitten drin, sie wehren sich, ungewollt im mitten des Chaos in der falschen Zeit am falschen Ort. Und bumm sind Sie Verdächtigt und Chaot. Die Verantwortlichen interessieren sich nicht für Ihre Darstellung. Die Kameras bringen gar nichts. Sie filmen blos die Atentäter, doch verhindern kann man die Verbrechen nicht.