Zürich

16. Juli 2014 07:17; Akt: 16.07.2014 09:07 Print

Vermieter tricksen bei der Übergabe der Wohnung

von Maja Sommerhalder - Zürcher Vermieter müssen seit Anfang Jahr angeben, wie viel Zins der Vormieter bezahlen musste. Um das zu umgehen, lassen sie die Wohnungen extra monatelang leerstehen.

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Seit Januar müssen Zürcher Vermieter die Vormiete auf einem Formular angeben, allerdings umgehen dies viele mit allerlei Tricks. (Bild: Reto Oeschger)

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Ein neues Gesetz sollte Zürcher Mieter eigentlich schützen, wenn sie in eine neue Bleibe einziehen. Denn in der Vergangenheit nutzten die Vermieter den Wechsel oft aus, um den Mietzins um einige hundert Franken zu erhöhen – ohne dass an der Wohnung etwas gemacht wurde. Um dies zu verhindern, müssen sie deshalb seit Anfang Jahr auf einem Formular angeben, wie viel der Vormieter zahlte, und allfällige Aufschläge begründen.

Allerdings wird dabei fleissig getrickst, wie Walter Angst, Sprecher des Zürcher Mieterverbandes, sagt: «Wir stellten in den letzten Monaten mehrere Umgehungsversuche fest.» So liessen Vermieter die Wohnungen etwa für ein paar Monate leerstehen: «Sie sagen dann, sie könnten die Miete des Vormieters nicht angeben, da die Wohnung gar nicht vermietet gewesen sei.» Vorübergehende Einnahmeverluste dürften sie laut der Zeitschrift «Mieten & Wohnen» dank der höheren Miete schnell wieder wettgemacht haben.

Fiktive Mieter oder Lügen

Ebenfalls ein beliebter Trick: Vermieter überlassen ihre Wohnung einige Monate einem Mitarbeiter zu einem bereits höheren Mietzins – dieser ist aber nur ein fiktiver Mieter, so Angst: «Die dem echten Nachmieter angezeigten Aufschläge sind dadurch weniger hoch.» Auch werde schlicht eine falsche Vormiete angegeben, in der Hoffnung, niemand kontrolliere es. «Oder die Vermieter legen das Formular einfach nicht dem Mietvertrag bei.»

Um solche Tricksereien aufzudecken, braucht es fast detektivisches Geschick, so Angst: «Man kann etwa die anderen Hausbewohner fragen, wie viel Miete sie bezahlen und wer vorher in der Wohnung lebte.» Ebenfalls sollte man sich erkundigen, wie lange der Vorgänger darin lebte: «Eine kurze Mietdauer kann auf einen fiktiven Vormieter hindeuten.» Falls solche Umgehungsgeschäfte entdeckt werden, lohnt es sich laut Angst, dagegen vorzugehen – auch wenn man schon länger in die Wohnung eingezogen ist: «Eine Schlichtungsbehörde kann dann den Mietzins neu festsetzen», so Angst.

Verfahren wegen Mieterwechsel haben sich gehäuft

Wie oft Mieter gegen solche Tricksereien vorgehen, kann Angst nicht sagen. Die Verfahren gegen Vermieter wegen übersetzter Mietzinserhöhungen bei Mieterwechseln hätten sich aber gehäuft: «In den ersten vier Monaten dieses Jahres waren es bei der Zürcher Schlichtungsbehörde 50 – im ganzen Jahr 2013 gerade mal 20 und 2012 bloss 8 Fälle.»

Ebenfalls angestiegen seien die Beratungsgespräche beim Mieterverband wegen der Anfangsmiete selbst: «Im ersten Halbjahr 2014 sind 400 schon Mieterinnen und Mieter zu uns gekommen. Noch 2011 hatten wir nur 89 Fälle.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El loco am 16.07.2014 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Tschüss Vermieter!

    Hab Anfang Jahr für mich und meine Familie ein nettes Haus gekauft und muss mich daher nie mehr über habgierige Vermieter ärgern :-)

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  • A. Moser am 16.07.2014 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Regulierungswahn

    Einmal mehr zeigt sich, dass der linke Regulierungswahn unter dem Strich nichts bringt! Schlussendlich funktioniert auch der Immobilienmarkt nach Angebot und Nachfrage. Also muss man das Angebot erhöhen (noch mehr zubetonieren?) - oder die Nachfrage reduzieren (Masseneinwanderung lässt grüssen). Daran ändern auch all die (beschönigten) Statistiken und unendlich teuren Studien nichts!!

  • St. Galler am 16.07.2014 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich halt

    Tja, Zürcher Probleme halt ;-) zum Glück muss ich nicht in dieser überteuerten Stadt wohnen. Ist schon krank was für Summen für Zürcher-Wohnungen bezahlt werden. Für die gleiche Summe bekommt man ausserhalb schon fast ein Haus zum Mieten mit besserer Ausstattung ;-). Und wieso sollten mehr Wohnungen gebaut werden, stehen ja genug leer ;-) einfach zu teuer?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Claude Iseli am 16.07.2014 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Betrug

    An alle Vermieter, die dies tun: Das ist Betrug und gehört mit Gefängnis bestraft!

  • Zig-Euner am 16.07.2014 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft euch doch....

    ...einen WOHNWAGEN :D

  • Mike am 16.07.2014 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alle sind gleich?

    Egal ob Abzocker in der Wirtschaft, Versicherungen, Banken, Spitäler, Pharmabranche, Immobilien, der Mittelstand wird ausgeraubt und die Abzocker gestützt durch unsere Politiker werden immer Reicher und hinterlassen verbrannte Erde! Aber es geht uns allen noch viel zu gut und daher wird sich daran auch nichts ändern. Also jammern oder versuchen mit der Situation zu leben! Das Stimmvolk also wir sind Schuld, den wir wählen unsere Politiker und können bei den Abstimmungen unsere Meinung vertreten, doch die Meisten halten dies für unnötig, also sind nicht die Anderen Schuld, sondern wir selber!

  • Sandra G. am 16.07.2014 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Kostenmiete einführen

    Einfache Lösung: Einfach eine zwangsweise Kostenmiete einführen, und schon hat die asoziale Geldgier der Vermieter ein Ende!

    • Karl Dall am 16.07.2014 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Ja so einfach ist das nicht Liebes

      Und dann werden die Mietwohnungen als Eigentumswohnungen umdeklariert und verkauft - Mieter landen auf der Strasse (Eigenbedarf) oder Umbau ist Kündigungsgrund.

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  • Franz am 16.07.2014 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NEOBANDITEN

    Das ist genau der richtige Ausdruck für das Immobilienbussiness.