Inge Viett

21. April 2015 14:46; Akt: 21.04.2015 14:46 Print

Verurteilte RAF-Terroristin tritt in Zürich auf

Vor dem 1. Mai lädt der Revolutionäre Aufbau verurteilte Terroristen aufs Kanzleiareal ein – die Organisation will etwa mit dem Ex-RAF-Mitglied Inge Viett Erfahrungen austauschen.

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Inge Viett war Mitglied der linksradikalen terroristischen Terrororganisation Rote Armee Fraktion (RAF) – 1992 wurde sie zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie 1981 auf einen Polizisten geschossen hatte, der seither gelähmt ist. Am nächsten Sonntag besucht sie nun nach fast acht Jahren zum zweiten Mal die Schweiz – schon 2007 sorgte sie vor allem bei ihrem Gastauftritt in Luzern für grosse Empörung – in Zürich warf er weniger hohe Wellen.

Die Einladung aus Zürich kam damals wie auch heute vom Revolutionären Aufbau. Die antikapitalistische Schweizer Organisation bezeichnet es als einen «Erfahrungsaustausch», wenn Viett am 26. April zusammen mit Alfredo Davanzo, Mitglied der italienischen Neuen Roten Brigaden, aufs Kanzleiareal kommt – das geschieht im Rahmen des «revolutionären Politwochenendes», das der Revolutionäre Aufbau im Vorfeld des 1. Mai organisiert. «Wir wollen anhand von Biografien revolutionäre Projekte beleuchten, Erfahrungen austauschen und die Frage nach der revolutionären Perspektive heute stellen», heisst es laut dem «Tages-Anzeiger» auf dem Flugblatt.

«Einladung ist jenseits»

Der zweite Gast, Alfredo Davanzo kam erst 2014 aus dem Gefängnis. Er war jahrelang ein gesuchter Mann – 2007 verhaftete die italienische Polizei im Rahmen einer Grossaktion ihn und 14 weitere aus dem Umfeld der Neuen Roten Brigaden. Laut der österreichischen Zeitung «Der Standard» soll er 2012 während des Prozesses gegen ihn im Gerichtssaal zum bewaffneten Kampf in Italien aufgerufen haben. Zudem soll er laut «Tages-Anzeiger» regelmässig mit Andrea Stauffacher, Kommunistin und Gründungsmitglied des Revolutionären Aufbaus, Kontakt gehabt haben.

Mauro Tuena, Gemeinderat und SVP-Fraktionspräsident findet diese Einladungen jenseits: «Da muss man sich dann nicht wundern, wenn es wieder knallt.» Denn mit der Einladung von solchen gewaltbereiten und verurteilten Personen gehe es nur um Provokation, so seine Einschätzung. Die Stadtpolizei hat Kenntnis vom Besuch von Viett und Davanzo. Sprecher Marco Bisa verspricht, dass man den Anlass im Auge behalten werde.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 21.04.2015 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Man stelle sich vor eine Redner der NPD würde in Zürich auftretten. Die vereinigte Linke würde aufschreien. Und bitte hört mir auf mit "das ist was anderes" nein ist es nicht. Beides sind gewaltbereite Orginisationen

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  • Anwohner am 21.04.2015 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Für es suubers Züri

    Jedes Jahr das gleiche. Der 1.Mai ist schon lange nicht mehr das, was er mal war. Und unter diesem Deckmantel, wird jedes Jahr provoziert und Gewalt angewant. Warum muss ein 1.Mai Komitee, nicht die entstandenen Kosten tragen, wie die Veranstalter einer Streetparade? Warum distanziert sich das Komitee nie von der Gewalt? Es wäre an der Zeit zu zeigen, dass die vielen ehrlichen Bürger, dies nicht mehr tolerieren. Einschwarzer Block ist in der Minderheit.

  • RAFfi am 21.04.2015 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich!

    Und so jemanden lässt man einreisen? Das ist ein Hohn und unglaubliche Provokation gegenüber den diensthabenden Polizisten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • aha am 22.04.2015 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewilligungen

    Ich plädiere dafür, dass die SVP zentrale Anlaufstelle zur Erteilung von Bewilligungen zu 1. Mai Reden wird.

  • Pumuckl am 22.04.2015 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    etwas das Zürich und die Schweiz nicht braucht-Einreisesperre

  • E.Kontroll am 22.04.2015 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslänglich!!

    besser den gelähmt Polizisten einladen. Er hat keine Strafmilderung, er hat seine Behinderung lebenslänglich. Ich wünsche ihm viel Kraft.

  • Richard Steinkamp sen. am 22.04.2015 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VON DER GEWALT IN DER POLITIK

    Die Viett hat ihre Strafe abgebüsst, das ist soweit erledigt. Der Revolutionäre Aufbau zeigt aber deutlich, wes Geistes Kind er ist, indem er Frau Viett einlädt ind offenbar von ihr lernen will! Unsere direkte Demokratie ermöglicht uns eine maximale Teilnahme am politischen Schiksal unseres Landes! Da hat es für Gewaltakte keinen Platz, auch wenn ich gerne konzediere, dass in der CH bei weitem nicht alles zum Besten bestellt ist!

  • Harry Frey am 21.04.2015 20:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so heiss gegessen wie gekocht

    Es wird nicht so heiss gegessen wie es gekocht wird. Ich war in Luzern dabei, weiss also Bescheid was da abgeht. Inge wird über den Kapitalismus wettern, mehr nicht.