Wahlen in Baden AG

23. September 2017 16:00; Akt: 23.09.2017 16:00 Print

Verzeihen Badener ihrem Stapi die Nackt-Selfies?

Die Badener wählen am Sonntag ihre Regierung neu: Bleibt der amtierende Stadtammann Geri Müller im Amt – oder erbt ein Herausforderer den Posten?

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es wird spannend am Sonntag bei den Gesamterneuerungswahlen der Stadtregierung von Baden AG: Sprechen die Wahlberechtigten Geri Müller, ihrem bisherigen Stadtammann – im Aargau die Bezeichnung für Stadtpräsident –, ihr Vertrauen aus? Oder wollen sie ein neues Gesicht. Um das Amt buhlen neben Müller der Badener Vizeammann Markus Schneider (CVP), Erich Obrist (parteilos, früher SP) und die ebenfalls parteilose Sandra Kohler.

Umfrage
Schafft Geri Müller die Wiederwahl?

Spannend ist die Wahl natürlich deshalb, weil Müller 2014 landesweit für Schlagzeilen sorgte: Er hatte Nackt-Selfies aus seinem Büro im Stadthaus an eine Frau verschickt. «Gerigate» war geboren. Zwar rügte der Schweizerische Presserat laut NZZ das Publikmachen der Geschichte, es habe sich um eine Privatangelegenheit gehandelt. Trotzdem: Der Schaden war angerichtet. Seine Stadtratskollegen distanzierten sich von ihm. Müller nahm eine Auszeit, wollte jedoch nichts wissen von einem Rücktritt.

«Führungsqualitäten zerstört»

Zum Ärger der Bürgerlichen. Sie haben nie verdaut, dass der ehemalige Hausbesetzer, Kiffer und Nationalrat der Grünen 2013 überraschend zum Stadtammann gewählt wurde. Möglich machten es nicht zuletzt die Unstimmigkeiten damals zwischen FDP und CVP. Nun denn, aus ihrer Sicht soll am Sonntag die Korrektur erfolgen. Diesmal spannen die beiden Parteien wieder zusammen und portieren Schneider.

In ihren Augen hat Müller seine Führungsqualitäten mit «Gerigate» zerstört. Und nicht nur das: Er erschwere die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden oder mit Unternehmen, finden die Bürgerlichen. Dazu passe, dass der links-grüne Stadtrat eine Steuerfusserhöhung von 8 Prozent angekündigt habe, um den vor Müllers Amtszeit aufgetürmten Investitionsstau zu bewältigen. Dabei könne man in der Verwaltung noch sparen.

Müller sieht das naturgemäss anders: Während der vierjährigen Amtszeit habe er etwa nach jahrelangen Verzögerungen den Grundstein gelegt für die Totalerneuerung des Bäderquartiers, General Electric nach Baden geholt oder auch alle Volksabstimmungen mit über 70 Prozent Ja gewonnen. Er sagte der NZZ: «Die Selfie-Affäre wird massiv überschätzt, ein grosser Teil der Bevölkerung hat das vergessen.»

(20M)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau Bergler am 23.09.2017 16:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Private Arbeitszeit

    Privatfotos ? Ja aber während der Arbeitszeit und im Büro. Goots no ??

  • R. Schmid am 23.09.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zurücktreten

    Wäre es ein "rechter" Politiker gewesen hätte er schon lange nach dem Geschrei von Rot/Grün zurücktreten müssen.

    einklappen einklappen
  • o.o. am 23.09.2017 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grüner ohne Selbstverantwortung

    ob sich die Badener damit nochmals blenden lassen? Also so ein Typ, der auf dem Internet Frauen benutzt und diese dann noch mit seinen Hochwürdenqualtitäten vor den Richter zerrt, damit sie am Schluss die Schuldigen sind, sowas braucht nicht mal Baden, und schon gar nicht die Grünen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roman am 24.09.2017 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Einige sind gleicher wie andere

    Wer während der Arbeitszeit etwas mit verwerflichem Inhalt herstellt, ist in keiner Weise für den Arbeitgeber tragbar. Eigentlich müsste man die Stadt Baden belangen, dass sie solches toleriert hatte und nicht sofort vom fristlosen Kündigungsrecht gebraucht gemacht hatte.

  • Yves am 24.09.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solche Jöggelifrösche...

    ...werden nur in der Schweiz gewählt. Leuenberger war auch so einer den man nicht für voll nehmen konnte. Habe mich jedesmal fremdgeschämt wenn der eine Ansprache im Ausland hielt. Dachte jedesmal, ob die jetzt denken, dass alle Schweizer so sind.

  • nn am 24.09.2017 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hmm

    Ich frage mich weswegen sich soviele darüber aufregen. Und ich komme nicht umhin zu denken das das an seiner Politik liegt. Also bitte fackeln und heigabeln zuhause lassen danke:)

  • Einwohner aus Uster am 24.09.2017 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Traurig

    Wenn ich denke das die meisten Kommentarschreiber wählen, da frag ich mich allen ernstes wer sich überhaupt noch zu einer Wahl stellt. Es wird nur runtergemacht. Alles was gut gelaufen ist ist nebensächlich Hauptsache man kann ihn fertig machen. Jetzt Daumen runter, wenn den überhaupt..

  • Marc B. am 24.09.2017 09:00 Report Diesen Beitrag melden

    Gerri Müller

    Genau. Ein Stadtpräsident macht am Arbeitsort während der vom Steuerzahler bezahlten Arbeitszeit Fotos von seinem Penis, verschickt diese mit primitivsten Sprüchen über seine Sekretärin an seine Geliebte (nicht an seine Partnerin!) und das nennt sich dann Privatsache? Wenn so einer nochmals gewählt wird, dann muss mir aber kein/e Linke/r mehr kommen mit Feminismus und fehlendem Respekt vor Amt und Frau. Und von seinen Beziehungen zur HAMAS will ich gar nicht erst anfangen.