Illegale Leimfalle

28. August 2019 04:50; Akt: 28.08.2019 09:34 Print

Vogel verendet in Zürcher Nobel-Quartier qualvoll

In Zürich stellen Anwohner illegale Vogel-Leimfallen auf. Jetzt ermittelt die Polizei.

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Elisabeth Schlumpf von der Voliere Gesellschaft Zürich postete am Montag ein Bild zweier Vögel, die in eine Lebendleimfalle geraten waren. Dazu schreibt sie: «So behandelt ein Nobelviertel von Zürich seine so liebenswerten natürlichen Anwohner! Mit Lebendleimfallen, die absolut verboten sind! Für einen der beiden kam jede Hilfe zu spät! Anzeige läuft!» Leimfallen sind nicht das einzige Mittel, zu dem Anwohner greifen. In diesem Fall aus dem April geriet ein Alpensegler in eine klebrige Paste. Diese schmieren Hausbesitzer auf Simse, Dach- und Mauervorsprünge, Firste, Regenrinnen oder Kamine. Laut Silvia Volpi von der Mauer- und Alpenseglerstation in Rümlang ZH greifen immer mehr Menschen zur Taubenpaste, um ihre Gebäude vor Tauben und anderen Vögeln zu schützen. «Die Paste bleibt im Gefieder der Vögel kleben. Weil sie dadurch nicht mehr fliegen können, flattern sie sich zu Tode.» Manche Tiere könnten noch fliegen, blieben durch die klebrige Substanz aber oft hängen, verletzten sich oder fielen in die Tiefe, so Volpi. So sehen gesunde Mauer- und Alpensegler aus. «Vielfach haben sie verblutete Kiele. Ihr Gefieder können wir nur mit Schiften noch retten», sagt Volpi. Ihr Gefieder könnten sie nur mit Schiften noch retten, sagt Volpi. Hier wird ein Vogel für das Schiften vorbereitet. Schiften wird eine Methode genannt, bei der neue Federn ... ... von toten Tieren eingesetzt werden. Die verklebten Federn eines Vogels werden gereinigt. Dieser Vogel hat ausgerissene Schwungfedern. Die Paste ist durchsichtig und klebrig wie Kaugummi, ... In Online-Shops stehen diverse Pasten und Gels zur Abwehr von Vögeln im Angebot. Angepriesen werden sie als harmlos und tierfreundlich.

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Der Vogel liegt tot auf dem Rücken, seine Flügel sind ausgestreckt und kleben an Leim, die Augen hat das Tier geschlossen und Federn liegen um ihn herum. Dieser Anblick schockiert derzeit die Facebook-Community.

Elisabeth Schlumpf von der Voliere-Gesellschaft Zürich postete am Montag ein Bild zweier Vögel, die in eine Lebendleimfalle gerieten. Dazu schreibt sie: «So behandelt ein Nobelviertel von Zürich seine so liebenswerten, natürlichen Anwohner! Mit Lebendleimfallen, die absolut verboten sind! Für einen der beiden kam jede Hilfe zu spät! Anzeige läuft!»

Ein Vogel gerettet

Gegenüber 20 Minuten sagt Schlumpf: «Eine Dame hat uns das Brett mit den Spatzen vorbeigebracht. Sie hat extrem gezittert, weil sie das so grauenvoll fand.» Ein Vogel war bereits tot, den anderen konnten die Voliere-Mitarbeiter aus den Fängen des Leims befreien. «Wir wissen noch nicht, ob er durchkommt», so Schlumpf. Sie hätten ihn mehrmals waschen müssen. «Auch in den kommenden Tag müssen wir ihn weiter reinigen.»

Schlumpf bezeichnet den jetzigen Fall als einer der «krassesten ihrer Karriere» als Vogeltierpflegerin. «Ich finde Menschen, die solche Fallen aufstellen, einfach nur abartig. Was geht in solch einem Menschen vor? Das ist Tierquälerei auf höchster Ebene.» Es sei Realität, dass solche Lebendleimfallen in letzter Zeit vermehrt aufgestellt worden seien. «Dabei sind sie absolut illegal», sagt Schlumpf. Sie appelliert an die Bevölkerung: «Wenn jemand solche Fallen sieht, soll er die Polizei anrufen und nicht wegschauen.»

Vogelleichen statt Vogelkot

Marc Stähli, ebenfalls Tierpfleger bei der Voliere, ergänzt: «Ich kann sowieso nicht verstehen, warum Leute die Leimfallen aufstellen. Statt Vogelkot haben die Leute dann Vogelleichen vor ihrem Fenster.»

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt den Eingang einer Anzeige wegen einer Leimfalle im Zürcher Seefeld. Die Ermittlungen diesbezüglich laufen. Wie die Stadtpolizei sagt, könnte dem Fallenaufsteller eine Verurteilung wegen Tierquälerei und somit eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe drohen.

Katzenbaby gerät in Leimfalle

Livio Rey von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach hat Kenntnis von ähnlichen Vorfällen. «Dieser sieht aber schon sehr schwerwiegend aus.» Wenn man Vögel vertreiben will, soll man dies so machen, dass keine Tiere zu Schaden kommen.

Es würden nicht nur Vögel, sondern auch andere Tiere durch solche Leimfallen gequält, sagt Tierschützerin Esther Geisser. «Einmal haben wir ein Katzenbaby in einer solchen Falle vorgefunden. Es zu retten, war sehr schwierig.» Auch Geisser verurteilt die Fallen: «Es ist eine brutale Tötungsart und die reinste Tierquälerei.»

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M. Kuhn am 28.08.2019 05:40 Report Diesen Beitrag melden

    Geistesgestört

    Ich bin fassungslos! Solche Menschen gehören in die Klappsmühle. Sie haben sich geistig und seelisch in eine falsche Richtung entwickelt! Kein normaler Mensch quält Tiere.

  • Britta am 28.08.2019 05:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bestien bestrafen Egal ob Reich und Bekannt

    Na das wird dann sicher wieder alles klimpflich abgehen mit der Bestrafung .Leute aus dem Nobelvierteln kann man doch nicht einsperren lassen!!! Hoffe das da die Justitz KEIN Auge zudrückt , im gegenteil ,erst recht die Strafe an der obersten Grenze ansetzt .Nur weil jemand Reich oder bekannt ist darf er nicht verschont bleiben.

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  • Dome am 28.08.2019 05:20 Report Diesen Beitrag melden

    Anzeige erstatten

    Bitte Anzeige erstatten. Und zwar nicht nur eine. Solche Leute gehören vor den Richter.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bb am 29.08.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Aa

    Einfach nur traurig wie Menschen Tiere behandeln. Die Natur wird sich schon noch rächen!

  • Markus Fässler am 28.08.2019 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Pervers

    Das sind offenbar die gebildeten Akademiker von Zürich! Einfach pervers, solche Taten. Oder es ist der Zeitgeist der Stadt- Zürcher, welche mit der Natur nichts am Hut haben, und dafür die Klima-Demo unterstützen. Diese Leute sollte man auch an der Fassade anleimen und elendlich zu Grunde gehen lassen!

  • M. M. am 28.08.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutzgesetz verschärfen!

    Einfach nur traurig, zu was gewisse Menschen fähig sind... Das Tierschutzgesetz muss angepasst werden, sodass diese kranken Menschen endlich bestraft werden! Ich hoffe es geht dem verletzten Vogel besser und danke für die Hilfe die Sie für die Tiere leisten!

    • errare humanum est am 28.08.2019 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M. M.

      Menschen?

    einklappen einklappen
  • Dumm im kopf am 28.08.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel geld

    Solche Menschen auch anleimen. Und die anwohner vom ZH seefeld kratzt die busse wohl eh nicht

  • cy am 28.08.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    ..

    Lieber Kontrolle auf Der Autobahneinfahrt, oder Busse verteilen für's Parken, & sonst herrumfahren... Ps : Der die person die das dem Vogel angetan hat '' Sollte man selber auf den kleber kleben und mal schauen ob ers ein 2 mal macht.!!!