Verschollen im Berner Oberland

21. Juli 2014 10:36; Akt: 21.07.2014 10:36 Print

Von zwei Alpinisten fehlt seit einem Jahr jede Spur

Von einer Tour im Berner Oberland sind zwei Alpinisten Ende Juli 2013 nicht mehr zurückgekehrt – darunter ist ein Zürcher. Einziger Anhaltspunkt bisher ist ein herrenloser Pickel.

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Der 4158 Meter hohe Gipfel der Jungfrau: hier wurden die zwei Alpinisten zum letzten Mal gesehen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die beiden Männer aus den Kantonen Zürich und Thurgau hatten sich am 27. Juli 2013 mit der Bahn von Lauterbrunnen auf das Jungfraujoch begeben. Videoaufnahmen belegen dies. Von der Bergstation aus erklommen sie den 4158 Meter hohen Jungfraugipfel. Andere Alpinisten erinnerten sich später daran, sie dort oben gesehen zu haben. Das Wetter war an jenem Tag perfekt, die beiden Bergsteiger waren allerdings erst um 9 Uhr, also eher spät, gestartet.

Eine Vermisstmeldung im SAC-Bulletin im vergangenen Sommer brachte kein Ergebnis, wie der «Tages-Anzeiger» am Montag berichtete. Auch Helikoptersuchflüge und eine SAC-Rettungskolonne konnten daran nichts ändern. Mitte August 2013 wurde die Suche eingestellt.

2007 stürzten am selben Ort sechs Rekruten ab

Ein Freund des Zürcher Alpinisten vermutet, dass die beiden beim Abstieg vom Jungfraugipfel in der steilen Flanke oberhalb des Rottalsattels auf 3900 Metern abstürzten. An derselben Flanke waren im Juli 2007 sechs Rekruten der Schweizer Armee gestorben. An genau diesem Ort fanden Bergsteiger einen herrenlosen Pickel. Die Polizei konnte diesen später dem Thurgauer Alpinisten zuordnen. Die Kollegen wollen laut «Tages-Anzeiger» noch diesen Monat eine Gedenktour absolvieren.

(rom)