Besetzer statt BesetzerInnen

26. Juni 2019 12:52; Akt: 26.06.2019 12:52 Print

Text nicht gendergerecht – SVP-Vorstoss abgeblitzt

Susanne Brunner (SVP) verzichtet in einem Vorstoss auf eine «geschlechtergerechte» Formulierung – und deshalb wird dieser zurückgewiesen.

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In einem politischen Vorstoss zur Besetzung des Pfingstweidparks im Mai hat die Stadtzürcher SVP-Frau Susanne Brunner fast ausschliesslich die männliche Form verwendet. Die Gemeinderätin schrieb von Besetzern, Anwohnern und Touristen. Nur im ersten Satz waren neben den Aktivisten auch die Aktivistinnen erwähnt. Das hat Folgen.

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Sollen politische Vorstösse geschlechtergerecht formuliert sein?

Das Büro des Gemeinderats, das aus 13 Parlamentarierinnen und Parlamentariern besteht, hat die Interpellation Mitte Juni per Mehrheitsentscheid zurückgewiesen, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Der Grund: Der Vorstoss sei nicht «geschlechtergerecht» formuliert. Brunner habe die Richtlinien zum Abfassen verletzt – «insbesondere was die sprachliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern betrifft».

«Verhunzung der deutschen Sprache»

Trotz Hinweis vom zweiten Vizepräsidenten des Gemeinderats, der die Vorstösse jeweils prüft, weigerte sich Brunner, Anpassungen zu machen. «Ich finde es sprachlich nicht schön, wenn in jedem Satz beide Geschlechter genannt werden müssen», sagt sie zur Zeitung. Zudem seien Wörter wie BesetzerInnen oder Besetzende eine «Verhunzung der deutschen Sprache».

Brunner sieht ihre Grundrechte verletzt: «Sprachregeln sollten doch kein Kriterium dafür sein, ob ich meine politischen Rechte ausüben kann oder nicht.» Sie will die Rückweisung nicht einfach so akzeptieren und wird vermutlich noch diese Woche einen Vorstoss mit fast gleichem Inhalt einreichen – neu mit einer Anmerkung, dass Frauen, Männer und Diverse sprachlich gleichberechtigt behandelt werden.

Rückweisung ist einmalig

Die Rückweisung eines Vorstosses aus diesen Gründen ist laut der «NZZ» einmalig. Die Grundlage dafür sind die Bestimmungen, die das Büro selbst anpassen kann. Dort heisst es, dass Frauen und Männer sprachlich gleichberechtigt zu behandeln sind. Der Absatz ist im Mai 2018 in Kraft getreten.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jonas am 26.06.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würg

    Gendergerechte Sprache.. haben wir keine anderen Probleme. Solche Dekadenz war stets ein Anzeichen für den bevorstehenden Untergang..

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  • Hamster19 am 26.06.2019 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    Einfach nur lächerlich das Ganze. Habe mich noch nie ausgeschlossen oder nicht angesprochen gefühlt aufgrund "nicht gendergerechten" Sprache. Die männliche Form schliesst nun mal Mann und Frau ein. Ist in Fremdsprachen wie Französisch oder Italienisch genau dasselbe!

  • Julia und nicht Julianin am 26.06.2019 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Bei der SP hätte kein Hahn nach gendergerecht gekräht. Aber eben: Schikane pur. Und lest mal so einen Text in gendergerechter Form. Nervig. Man kann alles übertreiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 27.06.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nervt schon genug

    Wer hat alles einen Medikamenten Beipackzettel gelesen? Sicher alle. Und was steht dort immer wieder und nervt? Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, Apotheker oder Apothekerin. Schlicht mühsam und unnütz!

  • nina k. am 26.06.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt?

    Es ist doch wichtig, dass wir die Menschen genderneutral (gleichberechtigt) behandeln und nicht wie wir sie ansprechen.

  • Maus am 26.06.2019 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Voll daneben

    Dann darf ein bestimmtes Geschlecht den Namen "Müller", "Meier", "Bäcker" und alle übrigen Namen auf "-er" nicht mehr tragen. Es müsste dann von Amtes wegen wohl auch heissen Frau Müllerin, Frau Meierin, Frau Bäckerin. Ich sehe das wie Frau Brunner - als absolute Verhunzung der deutschen Sprache. Die Lehrerschaft hat ein Lieblingswort: SUS (Schülerinnen und Schüler). Früher hat Schüler gereicht. Und heute finde ich es voll daneben.

  • 1233 am 26.06.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    werd ich nicht.

    Diverse werd ich nicht akzeptieren. Auch wen sich eine Person im falschen Körper fühlt ist er oder sie immernoch ein Mann bzw Frau. Wie soll man den jemanden ansprechen wen man die Person nicht kennt? Also wen mich jemand als diverse ansprechen würde würde ich mich beleidigt fühlen.. Hört entlich mit den schwachsinnigen sonderwünschen auf...

  • Liberty am 26.06.2019 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nonsens

    Hört jetzt auf mit diesem Seich. Mittlerweile ist es zum ko... Das sage ich als Frau. Wir haben größere Probleme als gendergerecht zu schreiben. Das ist Nonsens.