Zürich

10. Februar 2011 23:50; Akt: 10.02.2011 17:00 Print

Weissrusse muss hinter Gitter

von Attila Szenogrady - Das Bezirksgericht Zürich hat in einem Pilotprozess einen weissrussischen Messerstecher wegen Tötungsversuchs zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Noch im letzten Jahr hätte der Fall das Geschworenengericht beschäftigt.

Fehler gesehen?

Die Urteilseröffnung vom Donnerstag hatte eine historische Dimension. Zum ersten Mal hat das Bezirksgericht Zürich einen nicht geständigen Straftäter im Falle eines schweren Kapitalverbrechens abgeurteilt. Es sprach einen heute 37-jährigen Studenten aus Weissrussland der versuchten vorsätzlichen Tötung für schuldig und setzte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren fest. Hinzu kamen zwei Monate einer widerrufenen Vorstrafe.

Der Beschuldigte hatte sich am 20. November 2009 im Zürcher Kreis 4 an der Tellstrasse eine Schlägerei mit einem heute 20-jährigen Iraker geliefert. Dabei griff der Osteuropäer plötzlich zu einem Taschenmesser und stach damit auf seinen Gegner ein. Er traf den Geschädigten fünfmal im Gesicht und im Halsbereich. Er verletzte das Opfer erheblich. Das Eingreifen der Polizei konnte Schlimmeres verhindern.

Tötungsversuch bestritten

Noch im letzten Jahr hätte sich der Weissrusse vor dem Zürcher Geschworenengericht verantworten müssen. So wies er schon in der Untersuchung jegliche Tötungsabsicht von sich und machte Notwehr geltend. Aufgrund der Anfang Januar in Kraft getretenen neuen eidgenössischen Strafprozessordnung musste sich erstmals im Kanton Zürich ein Bezirksgericht mit dem umstrittenen Fall auseinandersetzen.

Während die Staatsanwaltschaft wegen versuchter vorsätzlicher Tötung einen Freiheitentzug von sieben Jahren forderte, verlangte die Verteidigung für ihren seit der Tat inhaftierten Klienten einen vollen Freispruch. Zudem eine Genugtuung von 155 000 Franken.

Notwehrrecht überschritten

In seinem Urteil hielt das Gericht fest, dass es den Grund für den Streit zwischen den beiden Männern nicht ermitteln konnte. Allerdings billigte es dem Beschuldigten aufgrund des tätlichen Angriffs des Irakers grundsätzlich eine Notwehrlage zu. Allerdings habe der Angeklagte sein Recht auf Abwehr im Sinne eines Notwehrexzesses massiv überschritten. Vor allem mit den Stichen in den Kopfbereich des unbewaffneten Kontrahenten, führte der Gerichtsvorsitzende Roland Heimann aus. Damit sah das Gericht die versuchte vorsätzliche Tötung als erwiesen an. Von der Freiheitsstrafe von über fünf Jahren zogen die Richter 454 Tage an bereits verbüsster Haftzeit ab.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • anita ruiz am 11.02.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Weissrussischer Messerstecher

    Der Täter ist 27 Jahre alt:)anr

  • jkd/pfs/dbma am 11.02.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    eiskalte fighter bei der staatsanwaltschaft

    ob der richter und der staatsanwalt im falle eines angriffes supercool bleiben und jede ihrer bewegegungen sorgfältig kalkuliert überlegen während der angreifer auf sie eindrischt und möglicherweise eine waffe zieht? möglicherweise sollten die urteilenden und anklagenden herrschaften sich im sinne eines realitätschecks einmal in entsprechende trainings und kurse einfinden und ihre standpunkte bezüglich notwehrexzess überdenken. der exzess ging schliesslich vom angreifenden aus und ist für den angegriffenen niemals vollständig einzuschätzen.

  • Peschä am 11.02.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nach der Haft Ausschaffen!

    Was für Leute lassen wir nur in unser Land? Man muss sich unbedingt mal vor Augen halten, was es den Steuerzahler (und die Krankenkassenprämienzahler?) schon gekostet hat und noch kosten wird: Krankenhauskosten, Gerichtskosten, Gefängniskosten für 5 Jahre,... Haben die beiden Streithälse vorher ihren Lebensunterhalt selber verdient, oder von Sozialhilfe gelebt? Warum wurde der Weissrusse nicht schon beim ersten Delikt ausgeschafft? (Wiederrufene Vorstrafe) Wieviele Iraker gäbe es, die eher Asyl verdienen würden, als dieser Typ, der immerhin gemäss Artikel den Weissrussen angegriffen hat?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mirko am 13.02.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schläger sind kriminell

    Ich hoffe, dass auch der Iraker bestraft worden ist, der das Ganze anzettelte. Schläger sind kriminell!

  • alex am 11.02.2011 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    mildes Urteil

    Wann klingelt es bei den Richtern, massive Verletzungen des Gegners an Kopf und Hals kann niemals nur Verteidigung sein! Solche Richter sind schlicht unbrauchbar! Noch bedenklicher sind die weltfremden Forderungen des Verteidigers! Beide Kontrahenten ausschaffen beide haben sich nicht integriert!

  • Peschä am 11.02.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nach der Haft Ausschaffen!

    Was für Leute lassen wir nur in unser Land? Man muss sich unbedingt mal vor Augen halten, was es den Steuerzahler (und die Krankenkassenprämienzahler?) schon gekostet hat und noch kosten wird: Krankenhauskosten, Gerichtskosten, Gefängniskosten für 5 Jahre,... Haben die beiden Streithälse vorher ihren Lebensunterhalt selber verdient, oder von Sozialhilfe gelebt? Warum wurde der Weissrusse nicht schon beim ersten Delikt ausgeschafft? (Wiederrufene Vorstrafe) Wieviele Iraker gäbe es, die eher Asyl verdienen würden, als dieser Typ, der immerhin gemäss Artikel den Weissrussen angegriffen hat?

  • anita ruiz am 11.02.2011 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Weissrussischer Messerstecher

    Der Täter ist 27 Jahre alt:)anr

  • jkd/pfs/dbma am 11.02.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    eiskalte fighter bei der staatsanwaltschaft

    ob der richter und der staatsanwalt im falle eines angriffes supercool bleiben und jede ihrer bewegegungen sorgfältig kalkuliert überlegen während der angreifer auf sie eindrischt und möglicherweise eine waffe zieht? möglicherweise sollten die urteilenden und anklagenden herrschaften sich im sinne eines realitätschecks einmal in entsprechende trainings und kurse einfinden und ihre standpunkte bezüglich notwehrexzess überdenken. der exzess ging schliesslich vom angreifenden aus und ist für den angegriffenen niemals vollständig einzuschätzen.