Dietikon

09. Oktober 2019 15:01; Akt: 09.10.2019 16:13 Print

Zwei 19-Jährige nach Horror-Unfall verhaftet

Am Samstag kam es in Dietikon zu einer Frontalkollision zwischen zwei Autos, bei der vier Personen verletzt wurden. Inzwischen wurden drei Personen festgenommen.

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Am vergangenen Samstag kam es in Dietikon zu einer heftigen Frontalkollision zwischen einem BMW und einem Ford. Die Insassen des Fords, eine Frau und ihr vierjähriges Kind, erlitten lebensbedrohliche Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hat im Anschluss an den Verkehrsunfall ein Verfahren gegen den 20-jährigen Lenker des BMW eröffnet – unter anderem wegen Strassenverkehrsdelikten (Rasertatbestand) und Körperverletzung. Aufgrund von ersten Ermittlungsergebnissen und belastenden Zeugenaussagen wurde der BMW-Fahrer am Montag verhaftet.

Kosovare ist nicht geständig – U-Haft beantragt

Es besteht der dringende Verdacht, dass der Kosovare das Auto vor der Kollision massiv beschleunigte und mit übersetzter Geschwindigkeit lenkte, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Die genau gefahrene Geschwindigkeit sei Gegenstand der Untersuchung. Laut der Mitteilung ist der Kosovare nicht geständig. Wegen der Gefahr von Absprachen hat die Staatsanwaltschaft beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragt.

Am Dienstag eröffnete die Staatsanwaltschaft zudem weitere Verfahren wegen Unterlassung der Nothilfe und wegen Irreführung der Rechtspflege. Die Polizei verhaftete daraufhin auch den 19-jährigen Schweizer Beifahrer sowie den eigentlichen Mieter des 600 PS starken Unfallfahrzeugs – ebenfalls ein 19-jähriger Schweizer, wie die Staatsanwaltschaft auf Anfrage sagt. Weitere Informationen über die beiden 19-Jährigen gibt sie nicht preis. Nur soviel: Die jungen Männer seien nicht mit dem BMW-Lenker verwandt. Beide wurden nach der Befragung wieder aus der Haft entlassen.

Das sagt der BMW-Fahrer

«Ich habe seit dem Unfall kein Auge mehr zugetan. Es geht mir sehr schlecht», sagte der 20-jährige BMW-Fahrer vor seiner Verhaftung zum «Blick». Er sei am Samstagabend nicht zu schnell gefahren, wie von Augenzeugen ­gesagt werde – ihm sei das Heck auf der nassen Fahrbahn plötzlich ausgebrochen. Zudem empfinde er den Umgang mit ihm rassistisch: «Der Polizist war von Anfang an gegen mich, und auch Augenzeugen haben mich an der Unfall­stelle als ‹Raser› betitelt und angebrüllt.»

Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für alle beteiligten Personen die Unschuldsvermutung. Über den aktuellen Gesundheitszustand der beiden lebensbedrohlich verletzten Personen liegen der Zürcher Staatsanwaltschaft keine Informationen vor.


Ein 20-jähriger Lenker hat am Samstagabend in Dietikon einen schweren Unfall verursacht. (Video: Tamedia)

(wed)