Pinkelalarm

15. Februar 2011 18:22; Akt: 15.02.2011 18:23 Print

Wenn der Polizeipinkler zweimal kommt

Dass alkoholisierte Männer gerne öffentlich urinieren, ist nichts neues. Tun sie dies aber an den Polizeiposten, gewinnt das Geschäft an Brisanz. In Winterthur geschah dies gleich zweimal. Warum?

Fehler gesehen?

Das Obertor in Winterthur scheint seit Neuestem ein beliebter Platz für Männer zu sein, die ihre Blase entleeren wollen. Jüngstes Beispiel ist ein 21-Jähriger, der in der Nacht auf Samstag dort an eine Hausfassade pinkelte. Der Mann tat dies nicht einfach irgendwo, nein, er suchte sich die Fassade der Stadtpolizei aus.

Weil der Ort videoüberwacht und stark frequentiert ist, wurde der 21-Jährige in flagranti erwischt. Zwei Polizisten stellten ihn nach kurzer Verfolgung zu Fuss. Die Beamten verrechneten ihm für sein Fehlverhalten 80 Franken.

Zweiter Fall innert zwei Woche

So weit, so gut. Allerdings ging der Polizei bereits vor rund zwei Wochen ein Sünder ins Netz, der an selber Stelle das gleiche tat. Auch er wurde gebüsst. Woran liegt es, dass die Polizeifassade sich plötzlich grosser Beliebtheit für diese Art von Geschäften erfreut? Peter Gull, Sprecher der Stapo Winterthur, spricht von «einem Zufall». Zuvor habe es seit mehreren Jahren keine solche Vorkomnisse gegeben. Gull erinnert sich lediglich an einen Fall an einem Albanifest. Das liege aber schon Jahre zurück.

An der Polizei-Fassade gebe es nichts Ungewöhnliches, nichts Einladendes, versichert Gull. Die Polizei macht im Zusammenhang mit den beiden Fällen deutlich: Im öffentlichen Raum sei jeder Ort ausser die Toillette unhygienisch, um Wasser zu lassen. Wer dies nicht begreife, werde gebüsst.

(feb)