Pöbel ante Portas

09. Dezember 2011 13:17; Akt: 09.12.2011 14:25 Print

Wenn einem Türsteher das Fest verderben

von A. Hirschberg - 20 Minuten feierte kürzlich im Zürcher Kreis 4 ein tolles Weihnachtsfest. Einigen Kollegen wurde das Fest indes von aggressiven Securitys vermiest. Haben Sie schon Ähnliches erlebt?

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Sie sollen für die Sicherheit von Partygästen sorgen, doch manchmal sorgen sie mehr für Ärger: die Türsteher. (Bild: Colourbox)

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Eine lustige, bis in die Nacht dauernde Party hätte die Weihnachtsfeier von 20 Minuten am vergangenen Wochenende werden sollen. Doch diesen schönsten Abend im Jahr einer Firma vermiesten uns zwei Personen, die eigentlich zum Service des Festes gehören: die Türsteher.

20 Minuten feierte in einem Club im Zürcher Kreis 4, der nach 23 Uhr für das breite Publikum geöffnet wurde. Während drinnen gute Stimmung herrschte, der Service super war und auch das Personal nichts auszusetzen hatte, war jede Begegnung mit den Türstehern ein Graus. Bereits vor der Öffnung des Lokals für die Masse, legten die beiden Türsteher sich mit ihren Gästen an. «Statt anständig mit uns zu reden, haben sie uns gleich persönlich beleidigt», erzählt ein Mitglied der Chefredaktion.

«Kriecht in die F**tze eurer Mutter»

Wer die Absperrungskordel berührte, auf ein am Boden liegendes Kabel trat oder irgendwie im Weg stand – es regnete in Strömen, der Platz am Trockenen war äusserst knapp – wurde von den Männern im schwarzen Anzug sofort angeschnauzt oder geschubst. «Als ob sie Streit mit uns suchten», sagte eine Kollegin. Mehrfach drohten die Gorillas damit, einzelne Kollegen nicht mehr ins Lokal zu lassen. Und das, obwohl sich 20 Minuten die Weihnachtsfeier viel Geld kosten liess.

Im Verlauf des Abends kam es dann auch zu Übergriffen der Sicherheitsleute auf die Mitarbeiter von 20 Minuten. So legte sich einer der Türsteher, ein Schrank von einem Mann, mit zwei jungen Frauen an. Er bezichtigte sie der Lüge, weil sie einem ihrer Kollegen helfen wollten, der keinen Stempel bekommen hatte. Sie wurden angeschrien, Schlampen genannt und auf die Strasse geschubst. Der zweite, kleinere Türsteher rief ihnen in seiner balkanischen Muttersprache Schimpfworte wie «ihr Nutten, ich geh eure Mutter f**en» oder «kriecht in die F**tze eurer Mutter» zu.

Angriff des Türstehers war «ungerechtfertigt»

In einer darauffolgenden Begegnung wurde ein anderer Mitarbeiter von 20 Minuten vom selben grossen Bodyguard am Hals gepackt und auf die Strasse gezerrt. «Ich weiss, wie du aussiehst, ich krieg dich noch», drohte er ihm dabei. Dabei hatte unser Mann nur mit der Geschäftsführerin des Lokals eine Situation zu klären versucht. Die Club-Chefin bestätigte nachher, dass der Angriff eine Überreaktion des Türstehers und ungerechtfertigt gewesen war.

Wer hat angefangen, Gast oder Türsteher? Kommt es wegen Bodyguards vermehrt zu Aggressionen — oder verhindern sie Schlimmeres? Schildern Sie uns Ihr Erlebnis.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tobias Müller am 15.12.2011 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mal halblang.

    Die, die hier am lautesten protestieren, sind der Grund, warum ein Club überhaupt Securitys braucht.

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  • Andi Herzog am 13.12.2011 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Sinkendes Niveau und Respekt

    Grundsätzlich ist das Niveau und der Respekt gegenüber andern massiv gesunken. Sicher gibt es Security, welche für diesen Job ungeeignet sind. Auf der andern Seite müssen sich die Security auch allerhand gefallen lassen. Bei Demos sind die Polizisten auch immer die dummen.......

  • Murat Bayrush am 10.12.2011 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Veranstalter gibt die Aufträge

    Der Job als Türsteher ist definitiv nicht einfach, man bekommt vom VERANSTALTER klare Aufträge, welche Personentypen erwünscht sind und welche nicht. Oftmals sind diese Aufträge auch nicht politisch korrekt (z.B. keine Südländer reinzulassen etc.) das kann man natürlich nicht offen sagen, deshalb sucht man sich Ausreden und deshalb fühlen sich viele Schikaniert. Das ist nicht, weil die Türsteher es so wollen, sondern weil die Veranstalter es so wollen! Ich selbst stehe auch fast jedes Wochenende vor der Tür in Basler Clubs.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger Schwarz am 16.12.2011 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    PLAtZ dA!

    ja, ja, die liebe Security. Für mich ein klares No-Go-Kriterium! Wer sich das antun will, soll das...

  • Tobias Müller am 15.12.2011 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mal halblang.

    Die, die hier am lautesten protestieren, sind der Grund, warum ein Club überhaupt Securitys braucht.

    • Stefan Segmüller am 16.12.2011 19:18 Report Diesen Beitrag melden

      Mal halblang

      Genau so ist es!!!

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  • Sascha am 14.12.2011 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ausbildung

    In diesem Beitrag wird davon geredet das eine mangelnde Ausbildung u.a. das Problem sei was grundsätzlich nicht als falsch zu bewerten ist. Ich weiss selbst nicht wie es hier bei uns in der Schweiz ist aber in Deutschland gibt es eine richtige Berufsausbildung mit 3 Jahren Lehrzeit. Fachkraft für Schutz und Sicherheit nennt sich diese und wird durch die dortige IHK gefördert und auch von grossen Sicherheitsunternehmen wie zb WISAG Sicherheitsdienste oder Securitas angeboten.

  • York am 14.12.2011 17:44 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry aber nun geht 20 min zu weit!

    Der Artikel kommt fast einem Richterspruch gleich. Journalist=Richter=Henker? Ich habe nichts gegen gute Berichterstattung und das man auf Misstände hinweisst, aber dieser Artikel ist eine Aufforderung zur Jagd auf Türsteher.

    • Dave am 16.12.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ach was

      Nich nur dass dieser Bericht ist eine Fars . Habe 13 jahre an der Tuer garbeitet und aufgehoert weil ich die Schnauze voll hatte Freiwild fuer Gaeste und Justiz zu sein. Mich in meinem Privatleben mit Statsanwalt und Rachelustigen Gangs Herumzuschlagen.Ich bin ein par mal fast ueber die Kannte gegangen wofuer?Ihr wollt gute Leute? Was zum Geier glaubt ihr ,ihr kriegt fuer 20 Franken die Stunde gute leute? Die meisten sind fuer das Geld sogar Ueberqalifiziert jeder riskiert seinen hintern?Wofuer ?

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  • Marco Widmer am 14.12.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja...

    Und wenn es dann an Fussballspielen wieder Ausschreitungen zwischen Fans und prügelnden Delta-Securitys gibt, sind die Fans die bösen. Ich finde es wichtig, dass auch mal Medienleute eine Begegnung mit solchen "Securitys" gemacht haben.