Zürich

22. Januar 2020 13:45; Akt: 23.01.2020 19:48 Print

Wert von Triemli-Spital um 175 Mio. zu hoch geschätzt

Eine Neubewertung der Immobilien des Stadtspitals hat eine Wertberichtigung zur folge. Ausserplanmässig müssen 175,7 Millionen Franken abgeschrieben werden.

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Der Zürcher Stadtrat nimmt beim Bettenhaus Triemli eine Abschreibung von gut 175 Millionen Franken vor. Diese Wertberichtigung sei ein wichtiger Schritt hin zu mehr Wirtschaftlichkeit und von hoher Wichtigkeit für die Vergabe der kantonalen Leistungsaufträge, teilte er am Mittwoch mit.

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Eine Neubewertung der Immobilien des Stadtspitals Triemli habe eine erhebliche Differenz zwischen dem bilanzierten Wert und dem tatsächlichen Wert des Bettenhauses inklusive Energie- und Medienzentrale ergeben, heisst es weiter. Der Stadtrat habe deshalb entschieden, eine Wertberichtigung von 175,7 Millionen Franken vorzunehmen.

Die Wertberichtigung wird als ausserplanmässige Abschreibung per 1. Januar 2019 vorgenommen. Sie stellt keinen Mehraufwand und somit keine liquiditätswirksame Ausgabe dar. Als Folge verschlechtert sich das Ergebnis des Triemli-Spitals für das Jahr 2019 einmalig.

In den Folgejahren führt die Wertberichtigung gemäss Mitteilung hingegen zu einer Entlastung des Ergebnisses. Die jährlichen Abschreibungen auf das Bettenhaus sinken um etwa 7,6 Millionen Franken.

Wichtig für Leistungsaufträge

«Die Wertberichtigung ist ein weiterer zentraler Schritt, um die Wirtschaftlichkeit und Positionierung des Stadtspitals Waid und Triemli zu stärken», wird Stadtrat Andreas Hauri (GLP), Vorsteher des Gesundheitsdepartements, in der Mitteilung zitiert.

Dies sei im Hinblick auf die Vergabe der kantonalen Leistungsaufträge per 2023 «von hoher Wichtigkeit». Die Wertberichtigung wirkt sich gemäss Mitteilung einmalig auf das Eigenkapital der Stadt Zürich aus.

Diese beträgt zurzeit rund 1,5 Milliarden Franken. Der Abschreiber ist in der Rechnung 2019 ergebnisrelevant. Das Ergebnis der Rechnung 2019 wird der Stadtrat am 7. April 2020 kommunizieren.

(bla/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Betrachter am 22.01.2020 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder

    - ist Niemand dafür Verantwortlich! Wer hat hier im grossen Stil versagt und seinen Job nicht gemacht? 175 Millionen Wertberichtigung (Minus ! Nicht Plus!) , da habe ich nur noch Fragezeichen und eine Wut im Bauch. Werden da einmal mehr mit Buchhaltungstricks Zahlen verbessert (Steuergelder liqidiert) um ab 2023 höhere Gewinne für die Stadt abzuschöpfen?

    einklappen einklappen
  • DCF-Methode am 22.01.2020 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Welche Bewertungsmethode...

    ...wurde hier denn angewendet? Wetten, die Bewertung hat eine namhafte Firma aus Zürich vorgenommen? Kenne eine ganz gute Firma in Sursee.

  • Reto G. am 22.01.2020 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum Lachen ist es nicht

    Und immer wenn du denkst der Stadtzürcher Polit-Sumpf ist langsam durch schaffen sie es aufs neue. Pleiten, Pech und Mauscheln müsste das heissen. Präsidentin Mausch und ihre Spiessgesellen sind wirklich ein Lachkabinett.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michi am 31.01.2020 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Überteuert

    Es ist schon eine frechheit, dass sollche übermodernen, sinnlos versilberten und mit schnickschnack übersähten Gebäude gebaut werden dürfen auf kosten der Steuerzahler. Ein 08 15 Minergiebau zum halben Preis würde auch reichen. Steuerzahler rebeliert doch einmal

  • pflicht.bewusster am 23.01.2020 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    amateurhaft

    wenn amateure am werk sind muss man mit solchen folgen rechnen. ist aber schon erschreckend wie der staat solch elementare sorgfaltspflichten verletzt oder missachtet und somit dem volk ins bein schiesst.

  • F.G. am 23.01.2020 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle reden nur von der Höhe der Wertberichtigung

    Wenn das Eigenkapital der Stadt Zürich 1,5 Milliarden beziffert sinkt es mit diesem Abschreiber um über 10%. Minus 175 Millionen von was?

  • Thomas Kuhn am 23.01.2020 06:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich krasse Fehlplanung

    Wieder einmal eine unglaublich krasse Fehlplanung im Zusammenhang mit Spitälern. Das Triemlispital hätte man ersatzlos schliessen können, die Entwicklungen in der Spitalfinanzierung waren absehbar. Stattdessen wurden Abermillionen sinnlos verlocht. Jetzt hat man ein unwirtschaftliches, überflüssiges Spital, welches noch jahrzehntelang horrende Defizite verursachen wird. In Bern passiert mit dem Inselspital gerade das Gleiche. Die Politik ist unfähig, eine solche Planung zu machen und Spitäler effizient und sinnvoll zu betreiben.

  • Behördenüberwachung am 23.01.2020 03:13 Report Diesen Beitrag melden

    Löcher stopfen

    Das steckt die Stadt Zürich locker weg: 2 Jahre Verkehrsbussen deckt das Loch föörich. Upps, hab' vergessen dass dieses "Nebeneinkommen" schon vorab verplant werden ..