Nachwuchs im Zoo Zürich

15. Mai 2012 15:33; Akt: 15.05.2012 16:20 Print

Willkommen, Orang-Utan Malou!

Am 6. April kam im Zoo Zürich ein Orang-Utan-Männchen auf die Welt. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit seiner Mama fängt das Abenteuer für Malou jetzt richtig gut und spannend an.

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Mit elegantem Schwung hangelt sich Orang-Utan- Weibchen Cahaya im Zoo Zürich von Ast zu Ast. Da heisst es für ihren kleinen Sohn Malou: gut festhalten, sonst droht der Absturz. Damit nichts passiert, stützt seine Mutter ihn stets mit einem Arm oder einem Bein.

Das will, auch für geschickte Kletterer, erst einmal gelernt sein. Richtig akrobatisch wird es, wenn Cahaya mit verschiedenen Werkzeugen nach verstecktem Futter sucht, denn dann braucht sie auch noch eine Hand, um beispielsweise einen Stock zu halten. «Orang- Utans sind die kreativsten der Menschenaffen», sagte Zoodirektor Alex Rübel am Mittwoch beim Zoo Apéro.

Doch Fortbewegung und Futtersuche mit dem Nachwuchs war nicht die einzige Schwierigkeit, mit der Mutter und Sohn im Zoo Zürich erst einmal zu kämpfen hatten. Malou ist das erste Junge der zehnjährigen Cahaya und kam am 6. April zur Welt.

Doch unmittelbar nach der Geburt hatte die Grossmutter das Neugeborene zu sich genommen. Der Tierarzt versetzte beide Weibchen in Narkose und legte Malou seiner Mutter an die Brust. Beide wurden einige Tage von der Gruppe abgetrennt, um eine stabile Mutter-Kind- Beziehung aufzubauen.

Artenschutz durch Konsumverhalten

Orang-Utan bedeutet auf malayisch «Waldmensch», was zum einen auf die Verwandtschaft mit dem Menschen, zum anderen auf den Lebensraum hinweist. «Nur eine geringe Differenz im Genom entscheidet darüber, auf welcher Seite der Scheibe Sie stehen», sagte Robert Zingg, Kurator des Zoo Zürich. Die «Waldmenschen» leben auf Sumatra und Borneo. Beide Populationen werden inzwischen als eigenständige Arten betrachtet.

Die Sumatra Orang-Utan-Gruppe in Zürich zählt mit dem Neugeborenen acht Mitglieder. Das ist eine verhältnismässig grosse Gruppe und mehr als ein Promille des Weltbestandes. Die Tiere stehen auf der Roten Liste und gelten als stark bedroht. So ist ihr Bestand in den vergangenen 75 Jahren um über 80 Prozent geschrumpft. Schätzungen gehen davon aus, dass es heute weniger als 7000 Individuen gibt.

Die stärkste Bedrohung für die grössten baumbewohnenden Säugetiere ist die Abholzung der Regenwälder. Diese werden gerodet, um Palmölplantagen anzulegen. Europäische Zoos haben mit einer Petition mit 2 Millionen Unterschriften den Beschluss des Europaparlaments erreicht, dass Palmöl auf Produkten deklariert werden muss. Damit haben Verbraucher die Möglichkeit, ihr Konsumverhalten zu ändern.

Rückkehr in die Freiheit

Was es besonders schwierig macht, die Tiere vor dem Aussterben zu bewahren, ist die langsame Populationsentwicklung: So pflanzen sich Orang-Utans zum ersten Mal im Alter von 10 bis 15 Jahren fort und die Weibchen gebären in Borneo nur alle 6 bis 8 Jahre und in Sumatra alle 8 bis 9 Jahre.

Der Zoo Zürich setzt sich über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für die Orang-Utans ein. Ausserdem arbeitet er mit der Stiftung PanEco zusammen, die sich für den Schutz des Lebensraums der Orang-Utans und für die nachhaltige Produktion von Palmöl engagiert. Die Stiftung ermöglicht aber auch Tieren, die in Gefangenschaft gehalten wurden, die Rückkehr in die Freiheit. Seit 1999 hat PanEco mehr als 120 Tiere ausgewildert.

Auch im Zoo Zürich gibt es einen weiteren, kleinen Lichtblick für den Erhalt der Menschenaffen: Noch ein Orang-Utan-Weibchen erwartet Nachwuchs. Festgestellt wurde dies durch einen Schwangerschaftstest: genau der gleiche übrigens, der auch für Menschen verwendet wird.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco S am 17.05.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Orang

    Das ist wirklich schön und beweist den wichtigen Beitrag zur Arterhaltung, welchen Institutionen, wie Zoos, Tierparks und auch private Tierhaltungen, leisten. Es ist auch gut zu wissen, dass heute die Orangs in den meisten Haltungen unterartenrein gezüchtet werden

  • Selina am 17.05.2012 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    total süss der kleine. schade dass aie vomm aussterben bedroht sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco S am 17.05.2012 13:16 Report Diesen Beitrag melden

    Orang

    Das ist wirklich schön und beweist den wichtigen Beitrag zur Arterhaltung, welchen Institutionen, wie Zoos, Tierparks und auch private Tierhaltungen, leisten. Es ist auch gut zu wissen, dass heute die Orangs in den meisten Haltungen unterartenrein gezüchtet werden

  • Selina am 17.05.2012 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    total süss der kleine. schade dass aie vomm aussterben bedroht sind.