Gemeinderat sagt Ja

18. März 2014 10:09; Akt: 18.03.2014 14:30 Print

Winterthur erlaubt das Kiffen

Hauchdünn haben die Befürworter am Montag im Winterthurer Gemeinderat obsiegt. Die Stadt nimmt an einem Pilotprojekt teil, das Konsum und Handel von Cannabis legalisieren soll.

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Der Winterthurer Gemeinderat will sich zusammen mit anderen Städten am Forschungsprojekt beteiligen, das den Konsum und Handel von Cannabis für einen begrenzten Zeitraum legalisiert. Mit einer knappen Mehrheit stimmte das Parlament am Montagabend für den Antrag.

Dies bedeutet aber nicht, dass ab heute straffrei gekifft werden darf in der Eulachstadt. «Heute und morgen wird sicher nichts geschehen», sagte Sozialvorsteher Nicolas Galladé (SP) laut «Landbote» nach dem Entscheid des Parlaments. Erst müsse geklärt werden, ob die Teilnahme am Pilotversuch rechtlich überhaupt möglich sei.

Rechtliche und gesundheitliche Bedenken

Denn das Betäubungsmittelgesetz verbietet den Handel und Konsum in der ganzen Schweiz. Das hatten während der Debatte viele bürgerliche Ratsmitglieder bemängelt und darum gegen den Versuch votiert. «Der Entscheid zur Cannabislegalisierung liegt nicht in der Kompetenz der Gemeinden», sagte etwa David Schneider (FDP).

Auch gesundheitliche Bedenken führten Parlamentarier ins Feld. «Cannabis benebelt nicht nur die Sinne, sondern kann psychische Krankheiten wie Schizophrenie auslösen», so Klaus Brand (CVP).

Für Forschung und Prävention

Auf der Befürworterseite wurde der wissenschaftliche Wert hervorgehoben. Kiffen sei genauso verbreitet wie Trinken, deshalb müsse man sich mit dem Problem auseinandersetzen sagte Gemeinderat Christoph Baumann (SP). «Die Teilnahme am Pilotprojekt ist eine Chance.»

David Berger (AL) betonte, mit dem Pilotprojekt könne man endlich bei Jugendlichen Präventions- und Aufklärungsarbeit leisten, die durch die Kriminalisierung von Kiffern verunmöglicht werde.

Winterthur eine von mehreren Städten

Die emotionale Debatte im Rat wurde von auffällig vielen jungen Zuhörern verfolgt. Am Schluss spielten die Grünliberalen das Zünglein an der Waage. Sie stimmten für die Teilnahme am Pilotprojekt und stellten sich damit hinter ihr Parteimitglied, Katrin Cometta. Sie hatte zusammen mit Marc Wäckerlin (Piratenpartei) den Vorstoss eingebracht. Mit nur einer Stimme Unterschied konnten die Befürworter die Abstimmung schliesslich für sich entscheiden.

Winterthur würde sich damit an einem Projekt beteiligen, das von der Stadt Genf initiiert wurde. Dort will man während drei Jahren staatlich geprüftes Cannabis in sogenannten Cannabis-Clubs zum Verkauf zulassen. Bei dem wissenschaftlichen Experiment will man testen, ob sich so der Schwarzmarkt auflösen und der Konsum in den Griff kriegen lässt. Am Experiment wollen sich auch Bern, Basel und Zürich beteiligen.

So hat der Zürcher Stadtrat schon 2013 Vertreter verschiedener Departemente gebeten, mit anderen Städten Kontakt aufzunehmen und zu schauen, ob ein städteübergreifendes Cannabis-Projekt auch für Zürich in Frage käme. «Die Stadt ist mittlerweile in einer Arbeitsgruppe mit den Städten Genf, Bern und Basel», sagt Nicole Disler vom Gesundheits- und Umweltdepartement. Derzeit diskutiere man Möglichkeiten und werde diese auch mit dem Bundesamt für Gesundheit ausloten. «Auch unser Ziel ist es, im Rahmen eines wissenschaftlichen Projektes die regulierte Cannabis-Abgabe auszuprobieren», so Disler.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kiffer. am 18.03.2014 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    alles im Mass geniessen

    Also ich denke mit dem Cannabiskonsum ist es genau das selbe wie mit Alkohol, essen, Tabak und alles andere... Solange in normalen Mengen konsumiert wird, ist es kein Problem sondern Genuss. Zuviel Alkohol macht Dumm, Zuviel Cannabis vergesslich und träge, zu viel Süsses macht Dick usw.... Ganz klar bin ich für das Legalisieren... aber nicht weil ich mich dann nicht mehr verstecken muss um einen Joint zu rauchen sondern wegen den MWST einnahmen um z.B. die AHV zu stärken. Denn gekifft wird sowiso, egal ob Legal oder nicht!!!

  • mike am 18.03.2014 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    legalize it!

    Das Jenke Experiment. Kurzes Fazit: Er machte über Wochen ein Experiment mit Alk, wurde abhängig, resp kam sehr schwer wieder davon weg. Er machte das selbe Experiment mit Gras. Nach dem Alk waren die Medizinischen Werte auf gut Deutsch 'zerstörend', beim Gras gabs null Veränderung! Dabei besuchte er noch Menschen, die Krankheiten NUR dank der Gras Therapie bekämpfen können. Weiter leben in der CH 100-tausende Menschen, die 'kriminell' gelten, weil sie kiffen! würden aber alle solche Junkies sein, wie immer gepredigt wird, würden ja nur noch Penner auf der Strasse sein..ist aber nicht so oder?

    einklappen einklappen
  • Mr. Green am 18.03.2014 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Legalisierung? Eine Frage der Zeit.

    Habe bis jetzt noch kein stichhaltiges Argument gegen die Legalisierung von Cannabis gehört, jedoch so viele sinnvolle, die für eine Legalisierung sprechen. Leider gibt es immer noch viele naive Leute, die sich zu wenig/gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Fakt ist, eine Legalisierung bringt fast nur Vorteile und mit der Zeit wird das die Mehrheit einsehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • steve huber am 19.03.2014 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    @20 Min

    Könnt ihr mal einen Bericht darüber machen, wie es denn nun aussieht mit den Tests? Man sagt z.b. beim Autofahren 6h vorher keinen mehr rauchen. Wie lange kann wie viel nachgewiesen werden und wo ist die Grenze? Einen seriös nachgeforschten Bericht würde ich begrüssen!

  • Stephanie Alvarado am 18.03.2014 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Gespaltene Meinung

    Auf eine Art finde ich es gut, da ich nicht mehr Angst um einen Kollegen haben müsste ob er von der Polizei erwischt wird. auf die andere Art: mir hat es extrem geschadet und die Droge ist nicht zu unterschätzen. Vielleicht verschwindet jedoch dann der Hipe wieder da es dann keinen Kick mehr gibt, da es ja Legal ist.

  • markus am 18.03.2014 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schädlich

    ja kiffen macht schizopren,macht abhängig,und arbeitsscheü,die kiffer kosten die Öffentlichkeit ein halbes vermögen.das haben schon unsere Väter,undgrossväter,gesagt.allso muss es stimmen,ganz egal was Ärzte und Experten sagen. nur vom nachplappern wird das auch nicht wahrer.

  • Pascal Guillebeau am 18.03.2014 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Für unsere Freiheit

    Es wird langsam Zeit wieder zu legalisieren! Jeder der psychische Probleme mit Drogen hat sollte auch kein Alkohol oder sonst was nehmen! Es gibt X-tausend Mölichkeiten in Medizin,für Treibstoff, Nahrungmittel, Papier. Wer noch nicht gekifft hat, soll auch keine Unwahrheiten erzählen. Informiert euch doch mal wie es dazu kam das es illegal wurde vor ca. 40 Jahren. 0 Tote Cannabis! Täglich 100 Alkoholtote!

  • m m am 18.03.2014 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    informiert euch!

    an alle die gegen eine legalsierung sind, ich kiffe regelmässig habe mich aber vorher über die droge informiert und so gewusst das es sehr wohl schäden geben kann ABER nur wenn man es übertreibt und das gras missbraucht. so ist es auch mit dem alkohol wenn man ihn im mass konsumiert dann läuft man keine gefahr irgendwelche schäden zu haben... sehen sie cannabis nicht als böses mittel das die jugend verdirbt sondern als ein genussmittel wie auch alkohol eines ist. jedem das seine einer raucht lieber einen joint und andere trinken lieber ein bier. durch eine legalisierung könnte man ausserdem endlich richtig über cannabis aufklären, dann gibt es nähmlich auch weniger risiko das ein jugendlicher sich in den drogen verliert... ich musste mir alle informationen selber zusammensuchen doch so konnte ich selber entscheiden ob ich kiffen will oder nicht und dieses recht sollten alle haben. also legalisiert cannabis und klärt die jugend auf! leben und leben lassen! peace :) ps: bald kommt eine neue doku zum cannabis heraus sollten alle mal gesehen haben, googlet mal nach: the culture h