Geistervilla ersteigert

20. Februar 2020 13:32; Akt: 21.02.2020 00:16 Print

«Meine Frau sagte, ich soll den Mist nicht kaufen»

Die Villa Wolfensberg in Winterthur wurde am Donnerstag für 2,9 Millionen Franken versteigert. Eine Immobilienfirma erhielt den Zuschlag.

Sehen Sie, wie es in der Villa und um sie herum aussieht. (Video: tam)
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Bisher liess sich kein Käufer für die leerstehende Villa Wolfensberg in Winterthur finden. 2016 wurde die Villa mit grosszügigem Umschwung auf einen Verkehrswert von 2,2 Millionen Franken geschätzt. Am Donnerstag um 14 Uhr kam das Gebäude unter den Hammer.

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Für deutlich mehr als den Schätzwert wurde die Villa ersteigert. Das höchste Gebot von 2,9 Millionen Franken stammte von der Winterthurer Immobilienfirma Leemann und Bretscher. Was das Unternehmen mit der Liegenschaft vorhat, ist noch offen, wie Chef Robert Hofer nach der Versteigerung sagte. Er wisse selber nicht, was er nun damit machen wolle. Seine Frau habe ihm gesagt, er solle den Mist bloss nicht kaufen. «Aber mir geht es darum, dass die Villa in Winterthurer Händen bleibt.»

Unruhe und Unmut im Publikum

Der Einstiegspreis lag bei einer Million Franken. Doch dabei blieb es nicht. Die Gebote gingen rasch rauf. Bald war der Schätzwert von 2,2 Millionen Franken überboten, wie der «Landbote» berichtet. Auch die 2,5 Millionengrenze wurde geknackt.

Bei 2,56 Millionen Franken kam es zu einem kurzen Unterbruch. Es war nicht klar, ob der dritte Zuschlag gefallen war oder nicht. Es folgte eine juristische Besprechung, doch dann ging die Versteigerung weiter.

Schlechter Zustand

Das Gebäude steht seit 17 Jahren leer und ist entsprechend in einem schlechten Zustand. Das ist nur schon von aussen sichtbar: die Sonnenstoren sind heruntergerissen, der Aussenpool versprayt und die Gartenanlage überwuchert. Früher war die Villa der Wohnsitz von Hugo Erb gewesen, der ein Milliardenimperium aufgebaut hatte.

Mit der Versteigerung steht ein fünfzehnjähriges Konkursverfahren kurz vor dem Abschluss. Der Konkurs der Erb-Gruppe ist der zweitgrösste Firmenkonkurs der Schweiz. Die Gruppe hinterliess Schulden von mehreren Milliarden Franken.

(tam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Graziano am 20.02.2020 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Erinnerungen

    Ungkaublich hier habe ich vor vielen vielen Jahren als Lehrling der Erb Garage den Rasen gemäht !

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  • Maja Achermann-Kaufmann am 20.02.2020 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geistervilla

    sehr schade um das einst imposante Haus. Könnte als Hotel mit Garten samt toller Aussicht ein Ausflugsziel werden.

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  • Moni.I am 20.02.2020 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haus

    Schöne Villa würde ich sofort kaufen wenn ich das Geld hätte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hexli am 21.02.2020 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Geistervilla?

    Wieviele Geister sind denn nun im Kaufpreis inbegriffen?

  • Urs K. am 21.02.2020 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Werterhalt wichtiger als das Ego zu polieren

    Liebe Leute, bei Erbstreitigkeiten: vermietet die Immobilie während ihr streitet, Mieteinnahmen auf ein Sperrkonto. Aus diesem zahlt ihr eine Immofirma für den Unterhalt damit der Wert des Hauses erhalten bleibt. Wenn ihr dann einig seid ob Übernahme oder Verkauf, könnt ihr die Einnahmen nach dem vereinbarten Verteil-Schlüssel aufteilen...

  • TommyM am 21.02.2020 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage.

    Währe es nicht Aufgabe der Konkursverwalter dafür zu sorgen dass die Villa nicht zerfällt? intackt hätte sie weit mehr Einnahmen generiert...

  • Madame am 21.02.2020 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist wirklich nur Mist

    Bei der "prächtigen Aussicht" auf Winterthur wurde aber ganz schön dick aufgetragen. Da kann ich nur lachen, wenn ich vom Frühstückstisch aus aus dem Fenster schaue...

  • Thomas Gayring am 21.02.2020 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schönes Anwesen, dass man renovieren und erhalten sollte. Leider wird das Haus - wie dies dauernd passiert - abgerissen werden und durch einige sündhaft teure 100 Quadratmeter Eigentumswohnungen ersetzt, die hinten und vorne nicht ins Ortsbild passen. Schade!