Winterthur

26. August 2019 05:00; Akt: 26.08.2019 09:47 Print

Wird bald ein Ballon über das Freibad gespannt?

Die Überdachung des Olympiabeckens im Freibad Geiselweid sorgt für Diskussionen. Die Befürworter machen im Abstimmungskampf auf sich aufmerksam.

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Für rund 2,2 Millionen Franken soll über das Freibad Geiselweid eine Art Ballon gespannt werden. So würde die Aussenanlage im Winter zu einem Hallenbad. In Winterthur ist sich Politik und Bevölkerung über die Traglufthalle nicht einig.

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Nachdem der Gemeinderat sich eigentlich für das Projekt ausgesprochen hatte, unterschrieben 1542 Leute das Referendum gegen den Bau. Die Stadt hatte das Projekt aufgrund einer Initiative ausgearbeitet, bei der über 2220 unterschrieben hatten. Am 20. Oktober wird über das Vorhaben abgestimmt.

Mehr Trainingsmöglichkeiten gefordert

Die Befürworter rühren bereits jetzt die Werbetrommel für ihre Position. Am Samstag versammelten sie sich beim Judd-Brunnen in Winterthur zu einer Schwimm-Demo. Einige Anwesenden badeten gleichzeitig im Brunnen, um ihr Hauptargument zu veranschaulichen: Der Platz im Hallenbad ist begrenzt, es herrscht Dichtestress. Die Leute vor Ort waren sich einig: Es braucht im Winter mehr Platz für Hallenbadbesucher. Insbesondere Schwimmer und Wasserballer kämpfen seit Jahren um mehr Platz zum Trainieren.

Für Schwimmer gebe es ohnehin zu wenig Möglichkeiten, um auf einer 50-Meter-Bahn zu trainieren. Das sei insofern wichtig, weil alle wichtigen – auch die internationalen Wettkämpfe – auf dieser Strecke durchgeführt werden.

Auch Vertreter des Abstimmungskomitees waren bei der Schwimm-Demo vor Ort. FDP-Gemeinderat Markus Wenger sagte: Mit der Traglufthalle kann für wenig Geld schnell viel zusätzlicher Hallenbadplatz bereitgestellt werden.»

Energieverbrauch in der Kritik

Das Referendumskomitee stellt sich nicht gegen mehr beheizte Wasserfläche. Der Weg dazu soll nicht über eine Traglufthalle, sondern über ein neues Hallenbad führen. Die Traglufthalle sei aus ökonomischer und ökologischer Sicht keine Lösung.

Im Vergleich zu einem «richtigen Hallenbad» sei der Energieverbrauch sehr gross und die Beheizung würde teilweise mit fossil erzeugter Fernwärme erfolgen. Zudem, so die Gegner, stünde der fragwürdige Ablasshandel mit Klimazertifikaten in einem starken Widerspruch zu den aktuellen Bemühungen, den CO2-Ausstoss zu senken.

«Schützenswerte Siedlung beeinträchtigt»

An der Schwimmdemo äusserte sich eine junge Teilnehmerin zu diesem Argument. Sie fand: «Das Umweltargument wird überstrapaziert, weil die Traglufthalle mit überschüssiger Wärme der Kehrichtverbrennungsanlage geheizt werden soll.»

Aber nicht nur das Energieargument und die jährlichen Betriebskosten von nahezu einer halben Million Franken sprächen gegen die Traglufthalle, so die Befürworter. Auch in ästhetischer Hinsicht sei das Projekt nicht unterstützenswert. Rund um das Freibad stünden «schützenswerte Siedlungen, die durch den Plastikballon städtebaulich stark beeinträchtigt» würden, heisst es in einer Mitteilung.

(jen)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 26.08.2019 06:40 Report Diesen Beitrag melden

    Pro & Kontra

    Allen Leuten rechtgetan, ist eine Sache die niemand kann. Leute, es geht um eine sinnvolle Nutzungs Verbesserung. Ein leeres Bad kostet auch. Menschen brauchen nicht nur Oskar Reinhard Ausstellungen.

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  • Marco am 26.08.2019 06:28 Report Diesen Beitrag melden

    Neues Hallenbad

    "sondern über ein neues Hallenbad führen" Bis dan sind die Sportler die heute zu wenig Platz haben in Rente. Hoffentlich kommt die Traglufthalle je schneller desto besser.

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  • Dan Wesson am 26.08.2019 05:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dichtestress

    Ja, danke an die Zuwanderung. Die Infrastruktur kommt an seine Grenzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wodoomaster am 26.08.2019 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Käse

    Aktueller zu berichten wäre die Badeanstalt in Zuchwil. Fertig gebaut und eröffnet.

  • Peter Notfallpfleger am 26.08.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir denn?

    Haben die Winterthurer Politiker schon etwas von Solarenergie gehört?

  • Roger Rüebli am 26.08.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Letzter Absatz

    Den letzten Absatz verstehe ich nicht, werden da aus Befürwortern plötzlich Gegner der Traglufthalle?

  • Alti Pfanna am 26.08.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An alle Greta Fans

    Gibt die Kehrrichtverbrennungsanlage nicht genug Energie ab, um das bisschen Wasser zu beheizen. Mit einer Fernwärmeleitung dürfte das doch machbar sein. Die Wärme wird doch sowieso produziert. Warum sollte man sie nicht nutzen?

    • Wodoomaster am 26.08.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alti Pfanna

      Weil die Preise dem Oel und Gas angepasst sind. Es gibt nichts gratis. Ohne Abnehmer wird die wärme in den Himmel geblasen.

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  • Boris am 26.08.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Niemals

    würde ich in so einem Pariser baden gehen.

    • Realist am 28.08.2019 04:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Boris

      Seltsame Vorstellungen. Was hat dies mit einem Pariser zu tun? Vielleicht sollten Sie sich einmal mit einer Fachkraft der Psyche unterhalten?

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