20. April 2005 13:24; Akt: 20.04.2005 18:44 Print

Wisente im Zürcher Sihlwald?

Sechs Wisente leben derzeit in einem Gehege im Zürcher Tierpark Langenberg.

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Ein Projekt sieht vor, den grössten Pflanzenfresser Europas wieder in seinem ursprünglichen Lebensraum- dem Wald - zu halten.

Der Europäische Bison, Wisent, lebte in den Wäldern Eurasiens - ehe er vor über 80 Jahren praktisch ausgerottet wurde. 1919 wurde in Polen der letzte wild lebende Wisent erlegt.

Derzeit gibt es weltweit 3000 Nachkommen einiger weniger Tiere, die vor 100 Jahren in Gefangenschaft gehalten wurden. Gut die Hälfte davon ziehen durch die Wälder Osteuropas, die anderen leben in Zoos und Reservaten.

Im Zürcher Tierpark Langenberg sind Wisente seit 1969 zu sehen. Der Bulle «Sport» und die vier Kühe sorgen seit Jahren regelmässig für Nachwuchs. Seit einiger Zeit spielen die Verantwortlichen des Tierparks mit dem Gedanken, die Waldriesen in ihrer natürlichen Umgebung zu zeigen, wie es am Mittwoch vor den Medien hiess.

Als idealen Ort ausgesucht haben sie ein gut 50 Hektaren grosses Gebiet im Norden des Sihlwalds. Es befindet sich nicht nur in der Nähe des Wildparks, sondern soll auch wieder zur Waldwildnis werden. Auf dieser Fläche könnte eine Herde von mindestens fünf Tieren gehalten werden, sagte die Umweltnaturwissenschaftlerin Yvonne Kleinlogel.

Die Sihlwald-Kommission und polnische Wisent-Experten hätten positiv auf diese Idee reagiert. Wann die ersten Wisente wieder Schweizer Wald unter ihre Hufe nehmen, stehe aber noch in den Sternen.

(sda)