01. April 2005 15:42; Akt: 01.04.2005 15:44 Print

Wollishofer mit Lärmklage gegen Stadt abgeblitzt

Das Zürcher Obergericht hat eine Klage von Anwohnern abgewiesen und damit einen Entscheid des Bezirksgerichts bestätigt. Wer in der Nähe eines Grossanlasses wohnt, muss mit dem entstehenden Lärm leben.

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Die zwölf Kläger verlangten, dass der Stadt Zürich die Durchführung von immissionsträchtigen Veranstaltungen auf der Landiwiese, der Saffa-Insel und den städtischen Tennisanlagen in Zürich-Wollishofen untersagt wird.

Insbesondere Grossveranstaltungen, die massiven Autoverkehr mit sich ziehen und bei denen Lautsprecheranlagen eingesetzt werden, seien auf zwei Tage im Jahr zu beschränken, verlangten die Kläger. Auf der Landiwiese fanden 2004 unter anderem Teile des Züri- Fäschts, der «Ironman» oder das Theaterspektakel statt.

Lange Tradition

Nach dem Bezirksgericht wies nun auch das Obergericht die Klagen zurück. Entscheidend sei, dass im Quartier Wollishofen ein Gelände liege, das nach dem kantonalen Planungsrecht als Festplatz verwendet werden dürfe, heisst es im Urteil. Überdies entspreche dies bei den betreffenden Anlagen einer langen Tradition.

Laut Obergericht greift das von den Klägern geltend gemachte Nachbarrecht nicht. Die Stadt habe Richtlinien für Anlässe von einmaliger und ausserordentlicher Bedeutung. Es liege im öffentlichen Interesse, dass sie die Möglichkeit habe, an solchen Standorten Veranstaltungen von nationaler und internationaler Bedeutung durchzuführen.

Die Kritik am Ort Saffa-Insel im Zürichsee stiess ohnehin ins Leere, da diese auf Kantonsgebiet liegt. Die Kläger sollen nun solidarisch die Gerichtskosten von rund 15 000 Franken zahlen. Zudem müssen sie der Stadt Zürich eine Prozessentschädigung von 5000 Franken zahlen.

(sda)