Zürcher Seefeld

30. Mai 2016 15:05; Akt: 30.05.2016 17:26 Print

Wüstes Erscheinungsbild – Nein zu Handyantenne

Eine geplante Mobilfunkantenne im Zürcher Seefeld wirke wie die sprichwörtliche «Faust aufs Auge», hält das Baurekursgericht fest. Es heisst Beschwerden von Anwohnern gut.

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Auf einem 1878 erstellten Wohnhaus an der Südstrasse in Zürich will ein Mobilfunkanbieter eine Basisstation installieren. Die Bausektion der Stadt Zürich erteilte dafür vor fast einem Jahr die Bewilligung.

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Natürlich gingen in der Folge, wie meist bei Handyantennen-Projekten, Rekurse ein. Diesen massen der Mobilfunkanbieter und die Stadt wenig Chancen bei: Die geplante Basisstation sei zonenkonform und stehe im Einklang mit «sämtlichen massgebenden planungs-, bau- und umweltschutzrechtlichen Bestimmungen», brachten sie vor Baurekursgericht vor.

«In keiner Weise die geforderte befriedigende Gesamtwirkung»

Das Gericht kam aber zu einem anderen Schluss, wie einem am Montag veröffentlichten Urteil zu entnehmen ist. Die geplante Handyantenne erreiche «in keiner Weise die geforderte befriedigende Gesamtwirkung». Die Grösse und Positionierung auf dem Dach möge zwar sendetechnisch ideal sein, «kann im Lichte der Einordnung jedoch überhaupt nicht genügen».

Die zuständige 1. Abteilung des Baurekursgerichts hatte für die Beurteilung der geplanten Handyantenne unerwartet ein Vergleichsobjekt: Bei einem Augenschein vor Ort bemerkten die Richter eine ohne Baubewilligung erstellte «neue Alarmantenne des Typs Delta-8 – sichtbare Länge 3 Meter», wie es im Urteil heisst.

«Erheblich beeinträchtigten» des Erscheinungsbilds der Gartenstadtsiedlung

Diese aluminiumfarbige Anlage präge nicht nur das Dach, sondern das gesamte Gebäude «überaus markant» und falle als «sehr dominantes technisches Element auf». Wie das Baurekursgericht festhält, sei diese bereits angebrachte Alarmantenne im Vergleich zur geplanten Handyantenne aber geradezu schlank dimensioniert.

Die Mobilfunkanlage, die aus einem 4,5 Meter hohen Mast mit einem zusätzlich aufgesetzten Blitzableiter von 1 Meter Länge besteht und in unmittelbarer Firstnähe platziert werden soll, würde das Erscheinungsbild der Gartenstadtsiedlung «erheblich beeinträchtigten», kommt das Gericht nach dem Augenschein zum Schluss. Es hebt die vor einem Jahr erteilte Baubewilligung deshalb aufgrund der mangelnden Einordnung auf. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nikki am 30.05.2016 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch...

    Jaja...telefonieren mit bestmöglichem Empfang will jeder...nur die Antennen dazu will keiner Das ist wieder typisch!!!

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  • Telecomman am 30.05.2016 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschüttel

    Für solche Fälle gibt es sogenannte Omniantennen. Die sehen aus wie ein schlanker Fahnenmast. Etwas Kreativität dürfte wohl von den Mobilfunkplanern schon noch verlangt werden können.

  • Franz am 30.05.2016 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, ...

    das Haus wirkt an sich auch nicht wirklich quartierverschönernd...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • M von Z am 31.05.2016 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Katalog

    I'm so sorry but... Zürich sieht ja sowiesoo aus als hätte man aus einem Katalog von jeder seite ein Gebäude genommen und aufgebaut... Nichts passt zueinander und schön ists auch nicht und ihr macht ein Theater wegen einer so Dekorativen Antenne?

  • Nationless am 31.05.2016 00:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ein Theater?

    Was für ein Theater wieder mit dem Stadtbild. Die Tanne im Hintergrund ist sogar imposanter und hindert mehr die Sicht aber die ist halt heilig. Wäre ich Stadtbaumeister würde ich das Gebiet umzonen, das ganze Haus platt machen und ein 40m hoher voluminöser Block mit Antenne und Sonnenkollektoren aufziehen. Tschüss alte Vila kunterbunt, tschüss Tanne, tschüss Quartierbild, Verdichtung, Schatten, Spekulation Mehrverkehr, Lärm und Augenkrebs ahoi.

  • Tomy am 30.05.2016 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Je weiter die Antenne weg ist,

    je stärker strahlt das Handy. Diese Gleichung scheint noch nicht bei jedem angekommen zu sein.

  • Martial Kohler am 30.05.2016 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber telefonieren, SMSle, ja ??

    Diese Antenne merkt man praktisch nicht, da die Tanne das gesamte Bild absorbiert !

    • peter antennen am 30.05.2016 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial Kohler

      sieht doch gut aus. ich möchte ja alle Mäkerer hören, wenn alle Antennen weg wären.

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  • Radiohead am 30.05.2016 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    willkürliches Fehlurteil!

    Diese Urteil ist reine Willkür, die kleine Antenne ist ja kaum sichtbar auf dem Dach und in anderen Ländern bräuchte man noch nicht mal eine Baubewilligung für so etwas! Höchste Zeit, dass der Bund seine Zuständigkeit im Fernmeldewesen endlich wahrnimmt und die Flut von Antennenverbote in den Kantonen und Gemeinden endlich stoppt und dafür sorgt, dass nicht jeder überempfindlich Anwohner wegen einiger Aluminiumstängeli so einen Aufstand machen kann! Zur Einsprache berechtigt sollten höchstens noch Anwohner sein, die selber weder WLAN, noch Handy benützen, alles andere ist schizophren...

    • Martial Kohler am 30.05.2016 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Radiohead

      Und denn noch, wenn man weder Handy noch Computer besizt, sollte man den anderen Menschen alles verbieten ? Egoismus pur !!

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