Im Drogenwahn getötet

28. März 2017 18:01; Akt: 28.03.2017 18:21 Print

Wütende Freunde trauern um Opfer von Küsnacht

Die Mutter des jungen Briten, der in einer Villa in Küsnacht von seinem Kollegen getötet wurde, leidet Höllenqualen am Prozess. Freunde sind wütend.

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«Mein Liebling verdiente es, ein gutes, spektakuläres Leben zu führen, Liebe und Lachen und Originalität in diese Welt zu bringen – und nicht zu Tode geknüppelt zu werden.»

Das sagte die Mutter des 23-jährigen Briten A. F. am Montag zum Prozessauftakt gegen den Galeristensohn B. V. im Bezirksgericht Meilen. Sie hörte sich die grauenhaften Umstände an, unter denen ihr drittes Kind umgekommen war.

«Der Schmerz mahlt immer weiter und weiter»

Der 31-jährige B. V. soll im Dezember 2014 mit Fäusten, Glasscherben, einem Kerzenständer und anderen Gegenständen auf den jungen Londoner eingeschlagen, dann dem noch lebenden Opfer gemäss Anklageschrift eine Kerze in den Rachen gerammt und den jungen Mann so erstickt haben. Das alles soll im Streit unter Halluzinationen aus einem Drogenrausch passiert sein.

«Der Schmerz mahlt immer weiter und weiter und weiter», sagte Mutter T. F. «Meine Familie und Freunde, manchmal sogar Wildfremde, waren grossartig. Vor allem aber unterstützen mich meine wunderschönen beiden Kinder, die mir die Kraft geben weiterzumachen.»

In London kennengelernt

Der Beschuldigte und das Opfer sollen sich britischen Medien zufolge am Regent's College in London kennengelernt haben. Zuvor hatte der junge Brite in Schottland gelebt, wo er auf das Gordonstoun-Internat ging, das auch Prinz Charles einst besucht hatte.

Als sich die Mutter des Opfers von ihrem Mann trennte, zog die Juristin mit ihren Kindern in die Schweiz, wo sich ihr Sohn wieder regelmässig mit dem Galeristensohn B. V. traf. Noch immer existiert das Konto von A. F. auf Facebook – unter seinen Freunden ist weiterhin auch B. V. geführt.

Freunde des Getöteten verfolgen in der Schweiz und in London die Gerichtsverhandlung aufmerksam. «Ich kann immer noch nicht glauben, dass dir das passiert ist», schreibt einer auf Facebook. «Ich bin angeekelt und erschüttert, dass du uns auf diese grauenhafte und teuflische Art genommen wurdest.»

«Er ist Abschaum»

Weiter heisst es: «Fuck B. und seinen anhaltenden Drogenkonsum und dass er sich nicht im Griff hatte. Er ist Abschaum.» Der Freund wünscht sich, dass der Prozess Gerechtigkeit bringen werde und dass «sie diesen bösen, bösen Menschen so lange wie möglich wegschliessen. Ich hoffe, er leidet jeden Tag für den Rest seines kläglichen Scheisslebens!»

Morgen Mittwoch wird der Prozess gegen B. V. vor dem Bezirksgericht Meilen fortgeführt. Der Angeklagte muss sich nicht nur wegen fahrlässiger Tötung verantworten, sondern auch wegen Vergewaltigung. Es gibt noch ein weiteres Opfer.

(gux)