Zürich

30. Juni 2011 22:59; Akt: 01.07.2011 17:55 Print

Zahlreiche Taxifahrer leben von Sozialhilfe

Wer in Zürich Sozialhilfe bezieht, soll kein Auto mehr besitzen dürfen. Ausser, er braucht es für den Job. Dazu gehören Taxifahrer – sie leben vermehrt von der Fürsorge.

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Taxis am Zürcher HB. (Bild: Keystone)

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Zürcher Sozialhilfebezüger sollen künftig kein Auto mehr besitzen dürfen, hat der Kantonsrat letzte Woche entschieden (20 Minuten berichtete). Eine Ausnahme wird gemacht, wenn sie das Fahrzeug für den Job brauchen – etwa zum Taxifahren. Zum Beispiel Ali X.: Er bekommt monatlich rund 5000 Franken vom Sozialamt und verfügt dank seinem Job über ein Auto, das er auch privat nutzen kann. Dass viele Zürcher Taxifahrer unfreundlich seien, könnte auch daran liegen, dass sie nicht auf Verdienst angewiesen seien, weil sie vom Sozialamt bezahlt würden, schreibt die «Weltwoche» in ihrem Bericht über den Fall Ali X. Auch Dolores Zanini, Präsidentin der IG Taxi, stellt fest, dass ihre Berufskollegen vermehrt Sozialhilfe beziehen. Wohl gebe es unter den Taxichauffeuren auch Sozialschmarotzer, dies sei aber die Ausnahme. Manchmal nehme man in einer Woche Taxifahren gerade mal 300 Franken ein. «Da bleibt vielen nichts anderes übrig, als zum Sozialamt zu ­gehen.»

Wie viele Taxifahrer sich unter den 18 000 Sozialhilfebezügern in Zürich befinden, konnte das Sozialdepartement gestern auf Anfrage nicht sagen. «Es gibt aber rund 200 Fälle von Personen, die Sozialhilfe beziehen, obwohl sie 80 Prozent oder mehr arbeiten – darunter dürften sich auch Taxifahrer befinden», sagt Guido Schwarz, Sprecher der Sozialen Dienste der Stadt. Diese könnten ihr Auto natürlich auch privat brauchen. «Ein teures Fahrzeug dürfen Sozialhilfebezüger aber auch dann nicht kaufen, wenn sie Taxi fahren.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Christoffel am 02.07.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenwillkür

    Es ist schlimm genug zum Sozialamt zu gehen. Wenn man vorschreibt, wie sie das bisschen Geld ausgeben müssen, so ist das totale Diktatur. Sie bekommen nicht 1 Franken mehr Geld für Auto. Will man ihnen noch vorschreiben, dass sie nur noch Migros-billigere Budget Unterhosen kaufen dürfen? Wenn man jemandem auch noch sein Hobby wegnimmt, welches er meist im Kreise von Kollegen ausübt, verliert er seinen sozialen Halt. Das äussert sich in Depressionen oder schlimmer in einem Amoklauf. Wollen wir das wirklich? Ich rede hier nicht von Sozialbetrügern, die sollen die Härte des Gesetzes spüren.

  • Driver am 04.07.2011 02:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ali X

    So wie es in Zürich gemacht wird, werden noch mehr Ali X usw Taxifahrer werden. Den Lohn kommt ja von der Stadt. Leiden darunter werden die "Normalen Taxifahrer". Kein Sozi Geld für Taxifahrer und 500 Taxi weniger. Problem gelöst.

  • Sandra am 01.07.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    5000 Franken

    5000.- Ranken plus Taxiverdienst ???????????????????? Ich glaub ich bin im falschen Film. Jetzt geh ich ganz schnell wieder zurück an die Arbeit und bin fleissig.......Mir platzt nächstens der Kragen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Pfister Zürich am 05.07.2011 03:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand

    Gewiss wäre das Problem so gelöst. Aber solange in der Stadtverwaltung, mein Eindruck, das formell juristische den Ton angibt hat der so genannt gesunde Menschenverstand wenig Möglichkeit sich zu entwickeln. Freier Binnenmarkt, siehe die StrandverkäuferInnen am Mittelmeer, ständig mehr und jetzt Belästigung der Touristen im Minutentakt.

  • Driver am 04.07.2011 02:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ali X

    So wie es in Zürich gemacht wird, werden noch mehr Ali X usw Taxifahrer werden. Den Lohn kommt ja von der Stadt. Leiden darunter werden die "Normalen Taxifahrer". Kein Sozi Geld für Taxifahrer und 500 Taxi weniger. Problem gelöst.

  • Hans Christoffel am 02.07.2011 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hungerjob

    Das Umrüsten eines Autos zum Taxi mit Arbeitskontrolle etc. ist sehr teuer. Dann kommt die Taxiprüfung. Die Standplätze kosten über Fr. 1000.- pro Jahr. Der nötige Anschluss an eine Taxizentrale kostet rund 1000.- Fr. pro Auto/Mt. Taxiversicherungen sind bei uns sehr teuer. Dazu kommt Benzinverbrauch, Unterhalt etc. Fr. Sozialkosten etc. zahlt man selbst. Beispiel: Bei 8 Stunden à 2 Fahrten auf eine Distanz von je ca. 4 Km bei den heutigen Tarifen in Zürich macht das im Schnitt ca. 270.- Bei soviel Konkurrenz liegt nicht viel mehr drin. Nach Abzug der Unkosten bleibt da nicht mehr viel übrig.

    • Roger am 04.07.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Dann spielt halt eben der Markt, d.h. zu viele Taxis = einige werden eingehen, weniger Taxis = höhere Preise.

    • Rolf Pfister Zürich am 05.07.2011 03:52 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr Taxis = höhere Preise

      Das ist ein Trugschluss weniger Taxis = höhere Preise. Genau das Gegenteil trifft zu: Je mehr Taxis umso teurer wird die Dienstleistung, weil immer mehr von der gleichen Nachfrage leben müssen.

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  • Hans Christoffel am 02.07.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Beamtenwillkür

    Es ist schlimm genug zum Sozialamt zu gehen. Wenn man vorschreibt, wie sie das bisschen Geld ausgeben müssen, so ist das totale Diktatur. Sie bekommen nicht 1 Franken mehr Geld für Auto. Will man ihnen noch vorschreiben, dass sie nur noch Migros-billigere Budget Unterhosen kaufen dürfen? Wenn man jemandem auch noch sein Hobby wegnimmt, welches er meist im Kreise von Kollegen ausübt, verliert er seinen sozialen Halt. Das äussert sich in Depressionen oder schlimmer in einem Amoklauf. Wollen wir das wirklich? Ich rede hier nicht von Sozialbetrügern, die sollen die Härte des Gesetzes spüren.

  • Larry Schlitt am 01.07.2011 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kann nicht wahr sein, oder???

    Vielen Dank. Ich hoffe das ist ein Druckfehler sonst bin ich auf dem Weg in die Schweiz. CHF 5000 SOZIAL-hilfe. Das Durchschnitteinkommen in der Schweiz liegt bei ca. CHF 5800. Liebe Eidgenossen und Eidgenossinnen, das sind unsere Steuergelder.86% des Duchschnitteinkommens? Wirklich?

    • roger am 04.07.2011 14:23 Report Diesen Beitrag melden

      Quatsch

      Also....Sozialhilfe wird auch an Schweizer bezahlt und Steuern bezahlen auch nicht-Schweizer. Zudem gibt es seit etwa 700 Jahren keine Eidgenossen mehr...

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