Verzögerung wegen Rekurs

20. Februar 2017 05:53; Akt: 20.02.2017 05:53 Print

Ziehen bald Studenten in dieses leere Hotel ein?

Der Abbruch und Neubau des Dolder Waldhaus in Zürich verzögert sich wegen eines Rekurses um mindestens ein Jahr. Nun suchen die Verantwortlichen eine Zwischennutzung.

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Als Schandfleck wird es von vielen bezeichnet: Das Dolder Waldhaus mit seinen braun-grauen Waschbetonfassaden hoch über der Stadt Zürich. Deshalb weint kaum jemand dem geplanten Abbruch des Gebäudes eine Träne nach. Doch wie es aussieht, bleibt den Passanten dieser ungeliebte Anblick noch längere Zeit erhalten, denn ein Rekurs verzögert das Neubauprojekt.

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«Wir haben direkte Gespräche mit dem Rekurrenten bereits aufgenommen, gehen aber zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass diese einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen werden», schreibt die Hotel-Direktion in einem Brief an die Medien. Der Baustart verzögere sich daher, «und wir planen eine Zwischennutzung des bestehenden Gebäudes.»

Denkbar ist laut Thomas Schmid, Director of Business Development, etwa ein Wohnheim für Studenten: «Auf keinen Fall wird der Hotelbetrieb in der gleichen Form reaktiviert.» Dafür wären zu viele Bewilligungen nötig. «Abgesehen davon stehen die Etagen grösstenteils leer.» Für die einjährige Zwischennutzung prüfe man die Zusammenarbeit mit einer darauf spezialisierten Firma.

Um allfälligen Besetzungen vorzubeugen, wird der Komplex seit der Hotelschliessung Ende September rund um die Uhr bewacht. «Zusätzlich haben wir Fenster und Türen verstärkt und wo nötig Stacheldraht gelegt», sagt Schmid weiter zu 20 Minuten.

Bleibt die Frage, wieso man das Hotel überhaupt geschlossen hat, bevor ein rechtskräftiger Bauentscheid vorliegt. «Dieses Risiko sind wir eingegangen, denn eigentlich sah es gut aus», sagt Schmid. Man habe sich im Vorfeld mit drei Rekurrenten aus der Nachbarschaft aussergerichtlich einigen können. Hinzu gekommen sei der positive Bauentscheid von Stadt und Kanton.

Hoteleröffnung im Winter 2020

Damit sieht der Fahrplan für den Abbruch und den anschliessenden Neubau vorerst wie folgt aus: Baustart im Frühling 2018 statt wie bisher 2017. Eröffnung des Hotels im Winter 2020. Das Raumprogramm bleibt aber gleich: 97 Hotelzimmer und Suiten in der Kategorie vier Sterne superior sowie eine Villa mit vier Mietwohnungen.


Schnäppchenjagd im Dolder Waldhaus Anfang Oktober 2016. (Video: ced)

Das leerstehende Dolder Waldhaus weckt laut NZZ Erinnerungen ans Hotel Atlantis am Fuss des Üetlibergs: Dieses stand ab 2004 während fast fünf Jahren leer. Danach wohnten zuerst Flüchtlinge drin, dann wurde es besetzt und schliesslich zogen Studierende ein. Nach einem Totalumbau, finanziert von Investoren aus Katar, ist es seit Ende 2015 wieder als Luxushotel in Betrieb.

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Martina am 20.02.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und,,

    Es gibt genug Menschen, die eine billige bleibe suchen. Also was für eine Frage was damit geschehen soll!!

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  • Hiesiger am 20.02.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    für Schweizer die es nötig haben günstigeren Wohnraum zu finden. Studenten, Lehrlinge, ja sogar getrennte Väter die ein Monatelang für Alimente arbeiten gehen. Hauptsache mal Schweiz first.

  • Nationless am 20.02.2017 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal was Anderes?

    Schon wieder für Studis? Kann die Stadt nicht endlich mal andere Bevölkerungskreise anziehen? Die ETH und Uni sollen von mir aus endlich an den Greifensee, ins Unterland, Winterthur oder irgendwo in den Aargau ziehen. Bald zählt die Einwohnerschaft nur aus Studis, Künstlern, Dozenten, Professoren und Staatsbedienstete aus der ganzen Schweiz. Das lässt man auch am Wahl und Stimmverhalten ableiten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 2017 am 20.02.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Änderung

    Für Alleinstehende aller Couleur..., also auch ein Mehrgenerationenhaus. Es gibt genug Menschen, die Bescheidenheit auf Grund ihrer Lebebsumstände Wohnung verlassen mussten. Da hätte diese eine Einsprache noch für etwas einigermaßen Vernünftiges gesorgt. Es ist ganz schön chaotisch, was die Gesetzgebung manchmal zulässt. Deshalb schreiben wir hier.

  • Ümit am 20.02.2017 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt den Altbau abreissen!

    Ob Studenten während nur nur wenigen Monaten in dieses dem Abbruch geweihten Hotel einziehen wollen, ist doch eher unwahrscheinlich. Und sollten sie oder andere Wohnungssuchende es trotzdem tun, gibt es bei Vorliegen der Baubewilligung und der Räumungsaufforderung garantiert Demos und Proteste bis zur Hausbesetzung. Besser wäre es, das Gebäude jetzt zu schleifen und wie geplant im Frühjahr 2018 mit dem Bau des neuen Hotels zu beginnen. Erspart viel Ärger und weitere Bauverzögerungen!

  • Re Kurs am 20.02.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    da läuft was schief...

    ..ihr habt da was vergessen! Mögliche Mieter hin oder her; Wir reden hier von EINER Einsprache die das Projekt verhindert!!! EINE einzige Person kann komplexe Projekte verhindern, ich sag es nochmal, EINE einzige Person! EINE Person verhindert Sportstätten, Schulen und vieles mehr....über diesen rechtlichen Missstand sollte diskutiert werden und nicht wer mögliche Mieter während der Bauverzögerung sein könnten.

  • studius O.zimmer am 20.02.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    sofort an studenten vermieten

    ja für studentisches wohnen! ...nur die frage bleibt, bringt man die studenten dann auch wieder aus dem gebäude heraus?

  • Wolfgang am 20.02.2017 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Umbenutzung eines HOTELS

    An alle, die hier was von billigen Wohnraum für (Schweizer" Familien schreiben. Es war bisher ein Hotel!!! Es wird bestimmt kein Rappen mehr in das Gebäude gesteckt, um z.B. Küchen einzubauen. Es werden 1- Zimmer Apartments mit Bad ohne Küche. Die Grossküche kann man vielleicht noch als Mensa zweckentfremden. Mehr aber nicht

    • Büezer am 20.02.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Machbar

      Du gibst ja schon fast den Vorschlag wie man das mit dem Essen lösen könnte. Individuell könnte jeder Kaffekocher oder kleine Herdplatte selbst mitbringen. Zimmer müssten "einfach" Technisch überarbeitet werden (Stromrechnung, Wasserbedarf, etc.)

    • Ümit am 20.02.2017 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht machbar

      und das alles für ein paar wenige Monate. Rechne!

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