Bezirksgericht Zürich

23. Juni 2011 13:58; Akt: 23.06.2011 14:21 Print

Zigi angezündet - Gasflasche explodiert

von Attila Szenogrady - Weil ein Sanitärmonteur in seinem Hobbyraum eine Zigarette anzündete, kam es zu einer starken Explosion. Der 19-Jährige wurde dadurch schwer verletzt und wird deshalb nicht bestraft.

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«Ich dachte, dass neue Gasflaschen dicht seien», erklärte der 19-jährige Angeklagte am Donnerstag vor dem Bezirksgericht Zürich. Wegen fahrlässiger Verursachung einer Explosion drohte ihm eine bedingte Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 30 Franken. Zudem eine Busse von 300 Franken.

Der Vorfall geht auf das Frühjahr 2010 zurück. Damals kaufte der junge Stadtzürcher für ein Grillfest eine fünf Kilogramm schwere Gasflasche und deponierte diese in seinem Hobbyraum im ersten Untergeschoss.

Explosion wegen Zigarette

Nach einigen Tagen suchte der Sanitärmonteur seinen Hobbyraum an der Schwandenholzstrasse auf, wo er nach 20 Minuten eine Zigarette anzündete. Mit massiven Folgen. So war aus der Propan-Flasche Gas ausgetreten. Was sogleich zu einer starken Explosion führte und den gesamten Raum zerstörte.

Der Raucher hatte Glück im Unglück und wurde nicht von der gewaltigen Druckwelle erfasst. Allerdings erlitt er erhebliche Brandverletzungen im Gesicht und an den Armen. Er verbrachte danach über zwei Wochen im Spital, konnte ein halbes Jahr lang nicht mehr arbeiten und musste psychiatrische Hilfe in Anspruch nehmen. Der angerichtete Schaden betrug rund 60 000 Franken.

Schuldspruch ja, Strafe nein

Das Gericht kam zu einem Schuldspruch, da der Angeklagte fahrlässig gehandelt hatte. So habe er es unterlassen, die Warnetikette auf der Flasche zu lesen. Demnach dürfe man Gasflaschen nicht unterirdisch, sondern nur an einem gut belüfteten Ort aufbewahren.

Trotz der Verurteilung verzichtete das Gericht auf eine Strafe. So sei der Beschuldigte durch die Folgen der Explosion schon genug bestraft, befand der zuständige Einzelrichter. Allerdings muss der Sanitärmonteur die Gerichtskosten von mindestens 1 500 Franken tragen. Zudem wird noch ein Zivilgericht über die finanziellen Forderungen der geschädigten Liegenschaften AG entscheiden müssen.