800 Kilogramm

03. März 2020 10:32; Akt: 03.03.2020 19:58 Print

Zoll macht Rekordfund von K.-o.-Tropfen

Zollbeamte entdeckten bei einer Warensendung aus den Niederlanden 800 Kilogramm K.-o-Tropfen. Das ist ein Rekord.

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Eine Warensendung aus den Niederlanden war unterwegs zu einer Person im Fürstentum Liechtenstein. Doch die Sendung wurde in der Zollstelle Aarau abgefangen. Wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) am Dienstag mitteilte, entdeckten Mitarbeitende im September 2019 darin eine grosse Menge an Gamma-Butyrolacton (GBL) – auch bekannt als K.-o.-Tropfen.

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Insgesamt 800 Kilogramm der Flüssigkeit haben die Beamten beschlagnahmt. «Es ist die grösste Sicherstellung der Eidgenössischen Zollverwaltung seit der Aufnahme von GBL ins Betäubungsmittelgesetz», sagt Sprecher Matthias Simmen auf Anfrage. Bei GBL handelt es sich um ein Lösungsmittel, das nur dann vom Betäubungsmittelgesetz ausgenommen ist, wenn es industriell eingesetzt wird.

Bei der eingehenden Sendung habe es begründete Zweifel gegeben, dass sie für eine industrielle Verwendung genutzt wird. Die Flüssigkeit wurde deshalb an die Landespolizei Liechtenstein übergeben. Diese führt nun Ermittlungen.

«So grosse Mengen werden vor allem im Darknet angeboten»

Nicht überrascht vom grossen Fund ist Koni Wäch, Präsident der Szeneorganisation eve&rave. «K.-o.-Tropfen sind beliebt als Rauschmittel, manchmal auch an Partys», sagt er. Da beim Konsum nur wenige Milliliter benötigt würden, reiche die beschlagnahmte Menge sehr weit.

Erhältlich sei die Substanz insbesondere im Internet. «So grosse Mengen werden vor allem im Darknet angeboten – und das zu günstigen Preisen.» Wie hoch der Wert der sichergestellten Ware ist, könne man aber nicht sagen. «Die Unterschiede bei den Preisen sind enorm.» Es komme etwa darauf an, ob man sie als Industriereiniger im Ausland oder als Privatperson kaufe.

Vor dem Konsum der Tropfen warnt Wäch: «Der Körper gewöhnt sich rasch an den Stoff und wird stark abhängig davon.» Eine Überdosis könne bis hin zu einem kompletten Atemstillstand führen.

(fss/tam)