Teure Schulabsenz

17. Februar 2014 11:58; Akt: 17.02.2014 12:22 Print

Zu früh in die Ferien – 4700 Franken Strafe

Ein Ehepaar aus Wetzikon wollte seine Kinder zu Hause unterrichten, weil ihm der Ferientermin seiner Töchter nicht passte. Nun wurde es vom Obergericht dafür gebüsst.

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Die offiziellen Ferientermine passen nicht immer in die Pläne der Eltern. (Bild: Keystone/AP/Thomas Kienzle)

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Diese Ferien in den USA wurden für ein Ehepaar richtig teuer. Und das nur, weil eine Familie aus Wetzikon eine Woche vor den offiziellen Sommerferien 2012 in Richtung Huntsville abreiste, wo die grössere Tochter das Space Camp besuchte. Der Schule hatten die Eltern mitgeteilt, dass sie ihre beiden Mädchen während dieser Zeit «daheim unterrichten».

Nur akzeptierte die Schule den Heimunterricht nicht und zeigte die Eltern an. Das Bezirksgericht büsste Mutter und Vater mit je 800 Franken wegen vorsätzlicher Übertretung des Volksschulgesetzes und es brummte beiden je 550 Franken Gerichtsgebühr auf. Jetzt hat das Obergericht die Busse bestätigt, und es verlangt von jedem Elternteil laut «Tages-Anzeiger» weitere 1000 Franken Gebühr.

Heimunterricht rechtsmissbräuchlich

Zwar ist Heimunterricht im Kanton Zürich grundsätzlich erlaubt, auch für eine begrenzte Dauer. Im Fall der Familie aber beurteilten die Gerichte den Heimunterricht als unzulässig und rechtsmissbräuchlich. Die Eltern verteidigten sich vergebens mit dem Argument, dass der Heimunterricht eine gute Erfahrung für ihre Kinder gewesen sei.

Doch das Gericht glaubte ihnen nicht. Tatsächlich hatten die Eltern ursprünglich ein Gesuch um Dispensation für die Woche vor den Sommerferien gestellt. Als die Schulbehörde ablehnte, kündigten die Eltern an, die Kinder in diesem Fall von der Schule abzumelden – was bedauerlich sei, hätte die Schulpflege es doch in der Hand gehabt, den Eltern entgegenzukommen.

Eltern ziehen Urteil weiter

Gleichzeitig schrieben sie dem kantonalen Volksschulamt in einem Mail, es sei absurd, die Kinder wegen einer nicht bewilligten Woche Dispensation selbst unterrichten zu müssen: «Aber wenn die Schulpflegerin nicht einlenkt, werden wir das so durchziehen.» Einen Tag vor der Abreise in die USA meldeten sie die Kinder von der Schule ab.

Für das Obergericht belegt dieser gesamte Ablauf, dass die Eltern mit dem Heimunterricht nur bezweckten, die geltende Absenzen- und Ferienregelung zu umgehen. Kommt hinzu, dass sich der Besuch des Camps problemlos hätte verschieben lassen, wie das Obergericht weiter feststellt: «Sogar Anfang Juli waren noch etliche freie Plätze während der hiesigen Schulferien verfügbar.» Nur hätte die Familie dann nach dem Camp weniger lang durch die USA reisen können.

Die Eltern akzeptieren das Urteil nicht. Sie ziehen den Fall ans Bundesgericht weiter.

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nina am 17.02.2014 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei 

    Findet den Fehler : 4700.- Busse für "Kinder zu früh aus der Schule" und 1000.- Busse für "Mann schlägt Behinderte Person im Zug".. Sorry aber was soll das ????

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  • Werner E. am 17.02.2014 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Problem woanders

    Also in meinen Augen liegt das Grundproblem hier doch vermutlich eher darin, dass die Eltern zwar Kinder wollen, aber nicht akzeptieren können, dass man dadurch Einschränkunen in Kauf nehmen muss.

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  • Leser am 17.02.2014 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seit 1874

    haben wir in der Schweiz laut Bundesverfassung eine obligatorische Schulzeit und die ist Pflicht. Man kann genau so nicht einfach Ferien nehmen, wenn ein Arbeitgeber dies nicht gestattet. Wer sich daran nicht hält, trägt die Konsequenzen... dies wird auch das Bundesgericht bestätigen. Arme Kinder, die als Vorbilder Eltern haben, die der Meinung sind, man könne einfach so private Fürzchen entgegen rechtsstaatlichen Bedingungen durchsetzen..!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karim Lounis am 18.02.2014 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Witz lass nach

    Irgendwie verkommt dieses Land immer mehr zur Lachnummer. Kriminelle werden mit Samthandschuhen angefasst und bei Kleinigkeiten wie 1 Woche früher aus der Schule um in den USA ein Space Camp besuchen zu können (somit ein einmaliges Erlebnis welches sicher auch noch lehrreich ist) hagelts ne Riesenstrafe und es wird ein Bromborium gemacht. Eine "kleine" Busse hätte es sicher auch getan. Bin dafür das wir nun auch Bussen für unmotivierte Lehrer einführen wo dann sicher mehr als 1 Woche unnütz an Zeit verlauert wird.

  • dani am 17.02.2014 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blöd

    Selber schuld . besser krank melden. viel einfacher.

  • Nicola am 17.02.2014 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig

    Tragisch daran ist, dass solche Eltern den Schulunterricht damit gewaltig stören. Es ist eine Schande, dass sich eine Klasse einer Familie anpassen muss, die vorzeitig in die Ferien will. Solche Bussen können nicht hoch genug sein. Richtig.

  • A.P. am 17.02.2014 16:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etweder ... oder!

    Entweder man entscheidet sich FÜR Kinder und das ist nun mal mit Regeln und Pflichten verbunden oder man bleibt Kinderlos und kann selber entscheiden wann, wo und wie man Urlaub verbringen möchte...!

  • Claudio am 17.02.2014 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Da haben Schüler 14 Wochen Ferien pro Jahr und Eltern sind nicht in Lage, Ferien auch während den Schulferien zu planen? Peinlich. Die Busse ist zu tief.