Flucht in den Tod

18. Juli 2014 15:48; Akt: 18.07.2014 15:48 Print

Zu heiss – Mauersegler springen aus Nest

Wegen der Hitze flüchten viele Mauersegler-Küken aus ihren Nestern und können nicht mehr zurück. Ohne menschliche Hilfe bedeutet das für sie den sicheren Tod.

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Mauersegler brüten unter Dächern und Kirchtürmen. Allerdings ist es für sie in den heutigen Städten mit den vielen Flachbauten immer schwieriger, einen Platz zu finden – ihr Bestand sinkt schon seit Jahren. Und nun macht ihnen die Hitze auch noch zusätzlich zu schaffen, weiss Silvia Volpi von der Reha- und Auswilderungsstation Rümlang: «Weil es unter den Dächern so brütend heiss ist, springen die Jungvögel aus ihren Nestern.» Für die Küken, die noch nicht fliegen können, gebe es kein Zurück mehr.

Dabei seien sie sowieso schon geschwächt, so Volpi: «Ihre Eltern konnten ihnen wegen des nasskalten Wetters in den letzten Wochen zu wenig Insekten bringen.» Der Futternotstand zeige sich auf der Waage: «Die meisten Jungvögel, die zu mir gebracht werden, sind gerade mal 20 Gramm schwer. Das Normalgewicht wäre 48 Gramm», sagt Volpi.

«Kontrolliert eure Balkone und Gärten»

Deshalb ruft die Vogelschützerin die Bevölkerung dazu auf, zu kontrollieren, ob nicht ein Mauersegler-Küken auf einem Balkon oder in einem Garten gelandet ist: «Falls jemand einen findet, sollte er ihn sofort in einer Kiste mit Löchern zur nächsten Vogelpflegestation bringen.»

So päppelt Volpi die Jungvögel etwa in Rümlang auf: «Damit sie möglichst rasch flügge werden, gebe ich ihnen Insekten in rauen Mengen und mache mit ihnen ein spezielles Flugtraining.»


(som)