Flughafen Kloten

15. Dezember 2011 10:45; Akt: 15.12.2011 13:57 Print

Zu viele Menschen leiden unter Fluglärm

Die Zahl der Personen, die im Raum Zürich unter Fluglärm leiden, ist weiter gestiegen. Zum zweiten Mal wurde der Fluglärmindex überschritten.

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Die Zahl der Personen, die im Raum Zürich unter Fluglärm leiden, ist im vergangenen Jahr um 4000 auf 50 757 Personen gestiegen. Damit lag der Zürcher Fluglärmindex (ZFI) deutlich über dem Richtwert von 47 000 Personen.

Der ZFI-Monitoringwert hat 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 9 Prozent zugenommen, wie Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte. Die Zahl der tagsüber vom Fluglärm stark belästigten Personen stieg um 5 Prozent, jene in der Nacht im Schlaf gestörten Personen gar um 15 Prozent.

Der Monitoringwert wurde nach 2008 zum zweiten Mal überschritten. Zur Hauptsache wurde der Anstieg des ZFI vom konjunkturellen Aufschwung und dem damit verbundenen Anstieg der An- und Abflüge verursacht, wie Stocker sagte. Im Vergleich zum Vorjahr nahmen die Flugbewegungen 2010 von rund 239 000 auf fast 245 000 zu.

Einfluss auf den ZFI hatten aber auch das nach wie vor ungebrochene Bevölkerungswachstum in den Flughafenregionen und die Lage und Belegung der Flugrouten. 95 Prozent der lärmgeplagten Personen lebten im Kanton Zürich.

Seit Mitte 2009 gilt auf dem Flughafen Zürich ein Nachtflugverbot zwischen 23.30 und 6 Uhr. Diese Nachtsperre habe einiges gebracht, stellte Markus Traber, Chef des Amtes für Verkehr, fest. Der Nachtfluglärm bleibe aber das «grosse Sorgenkind». Im vergangenen Jahr stiegen die Flugbewegungen in der Nacht um 14,9 Prozent und in der letzten Tagesrandstunde um 8,7 Prozent.

Flugzeuge sollen leiser werden

Eine deutliche Verringerung der Lärmbelastung erhofft sich Traber von der Flottenerneuerung bei der Fluggesellschaft Swiss. 2014 werden die Jumbolinos durch Flugzeuge der «CSeries» von Bombardier ersetzt. Mit den Massnahmen beim Flugbetrieb könne aber das Bevölkerungswachstum nicht kompensiert werden.

Mit der revidierten ZFI-Verordnung, die der Regierungsrat letzte Woche verabschiedet hat, will der Kanton deshalb auch auf die qualitative Siedlungsentwicklung mit Subventionen auf die Wohnungssanierungen innerhalb der so genannten Abgrenzungslinie Einfluss nehmen. Mit dieser Linie wird das Gebiet definiert, in dem Fluglärmbelastungen erheblich stören.

Wohnungen mit Schallschutz ausrüsten

Langfristiges Ziel sei es, alle 34 000 Wohnungen in der Flughafenregion mit einem hochwertigen Schallschutz auszustatten, sagte Christian Schärli von der Abteilung Flughafen und Luftverkehr. Berechnungen der Empa ergaben, dass die Anzahl der im Schlaf gestörten Personen um rund 80 Prozent vermindert werden könnte.

Die Zürcher Stimmberechtigten hatten dem ZFI im 2007 zugestimmt. Ermittelt wird der ZFI mittels einer mathematischen Formel. Dabei werden die Bevölkerungszahl, die Zahl der Flugbewegungen, der Flottenmix, die Dauer der Nachtsperre sowie die An- und Abflugrouten berücksichtigt. Referenzwert ist das Jahr 2000.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Meier, Student am 15.12.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die Politik ?

    Wo sind hier all die netten linken, SP, Grüne, etc? Die sollten sich doch für die Lärmgeplagten Anwohner stark machen. In der Politik geben sie sich ja immer so sozial und grün. Aber hier schweigen sie. Worten sollte man auch Taten folgen lassen!

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  • Stephan am 15.12.2011 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so einfach

    An alle "Die sind ja selbst schuld"-Schreiber: so einfach ist es leider nicht oder haben Sie vergessen, dass die Flugrouten geändert wurden? Allerdings frage ich mich einmal mehr, wer das alles bezahlen soll, am Schluss noch der Steuerzahler?

  • Michale Fleck am 15.12.2011 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld...

    Wer dort in die günstigen Wohnlagen zieht muss halt damit leben, ansonsten kann man ja gerne zügeln, andere Menschen freuen sich über günstigen Wohnraum. Zudem wurden die Grundstücke dort wegen dem Fluglärm extra günstig verkauft. Erst dank Flughafen günstig kaufen und sich danach über den Lärmbeschweren? Gahts no??

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 16.12.2011 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    Dämlich hoch3

    Den Flughafen gibt es schon ewig. Die Bevölkerungsdichte um den Flughafen herum nimmt stetig zu. Genauso nimmt die Anzahl Bewohner zu, die sich über den Lärm beklagen. Man zieht also in die Nähe des Flughafens, geht mit dem Flugzeug dann in die Ferien und beklagt sich über den Lärm. Wie dämlich ist das denn?!

    • Markus Meier am 18.12.2011 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      wo gibt es leere, bezahlbare Wohnungen?

      ebe!

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  • Anna Meier am 15.12.2011 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Variante

    Die Technologie zum leise fliegen gibt es schon längst aber bis Beweggründen zur Umrüstung vorhanden sind wird keine einzelne Fluggesellschaft mitspielen. Wie wäre es mit Erhöhung von Landungsgebühren für die heuere Lärmflüge aber gleichzeitig mit erheblicher Kostensenkung bei leisem Landen und Abheben?

  • ZH-Unterländer am 15.12.2011 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Fluglärm

    Ich liebe Fluglärm!!!Alle die jammern sollen wegziehen!!!

    • ZH-Oberländer am 17.12.2011 19:32 Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      danke, ich auch! Un dder Geschmack von Kerosen hebt das Gemüt!

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  • jan s am 15.12.2011 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    wegen flugzeuge hergezogen?

    ist es denn wirklich so, das sich die anwohner beklagen? vielleicht sind so doch gerade wegen dem flughafen in die nähe gezogen und die flugzeuge stören sie gar nicht?! aber man stempelt sie jetzt schon einmal als leidende ab.

  • Jack am 15.12.2011 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Fluglärm an alle geplagten

    Bin für eine ganz einfache Regelung, wer günstig im Einzugsgebiet vom Flughafen lebt und nach dessen Gründung zugezogen ist, sich über Fluglärm beschwert, kommt auf eine schwarze Liste und darf nicht mehr ab Stadtnahen Flughäfen abfliegen und dies Europaweit.... mal schauen wie schnell mit dem gejammer schluss ist.