Film-Stadt

04. Mai 2014 19:56; Akt: 04.05.2014 19:56 Print

Zürcher Filmemacher wollen mehr Geld

Die Zürcher Filmschaffenden fordern 30 Millionen Franken mehr Fördergelder von Stadt und Kanton. Mit dieser Forderung stossen sie dort aber auf Ablehnung.

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Die Zürcher Filmschaffenden kommen in puncto Finanzierung schlechter weg als beispielsweise das Opernhaus. Während dieses vom Kanton jährlich mit 80 Millionen Franken subventioniert wird und das Schauspielhaus von der Stadt 37 Millionen Franken pro Jahr erhält, müssen die Filmemacher mit 10 Millionen Franken auskommen. Das wollen sie nun ändern und fordern eine Fördermittel-Erhöhnung auf 40 Millionen Franken. «Zürich soll zu einer der wichtigsten Film-Städte Europas werden», sagte deren Sprecher Regisseur Samir gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Das Opernhaus generiere laut Samir viermal weniger Zuschauer als der Zürcher Film und erhalte dafür achtmal so viel Mittel. So verzeichnete der Zürcher Film im letzten Jahr etwas mehr als 560'000 Kinoeintritte. Das Opernhaus besuchten in der Saison 2011/2012 rund 144'000 Zuschauer. Weiter führen die Filmschaffenden die Produktionskosten als Argument an. «Ein Film kostet zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Franken», sagte Samir, der unter anderem beim Film Snow White Regie geführt hat.

«Geforderter Betrag ist unrealistisch»

Die Träger der Zürcher Filmstiftung, die Stadt und der Kanton Zürich, halten die Forderung für überrissen und lehnen sie ab. «Es kann bereits gesagt werden, dass der geforderte Betrag, der einer Vervielfachung der bisherigen Mittel entsprechen würde, unrealistisch ist», schrieb Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP).

Zwar prüfe man derzeit zusammen mit dem Kanton «möglichen Spielraum für die Filmförderung». Konkrete Zahlen könne sie derzeit aber noch nicht nennen. Der grüne Regierungsrat Martin Graf hält zwar einen Ausbau für wünschenswert, jedoch nicht im «vorgeschlagenen, unrealistischen Umfang». Mauch ist der Meinung: «Ein Ausbau kann nicht zulasten anderer Kultursparten geschehen und schon gar nicht mit der Gesamtzahl an kantonalen Kinoeintritten begründet werden».

(blu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pole am 04.05.2014 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstdarsteller

    Die Filmschaffenden sollen entweder selbsttragend sein oder einer richtigen Arbeit nachgehen. Den Schweizer Film will eh keiner sehen.

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  • Hitchcock am 04.05.2014 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wozu?

    ...um dann weiteren Schrott wie Achtung fertig Charlie zu produzieren?

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  • Evelyne am 04.05.2014 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    zu den Linken

    Sollen doch zu den Linken hausieren gehen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg Wehrli am 05.05.2014 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft Film

    Es geht nicht darum, dass ein Film von vornherein selbsttragend sein muss. Das ist eine unbotmäßige Forderung. Ein erfolgreicher Film kann auch Subventionen zurückzahlen. Das müsste dann halt ein ausgeklügeltes Spiel von Geben und Nehmen sein. Aber wer den Film als Kunstgattung nicht will, hat natürlich sowieso Mühe mit der Vorstellung einer Unterstützung.

  • Werner Caviezel am 05.05.2014 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach peinlich!

    Jedes Land wird an seiner Kultur gemessen. Wenn ich diese abschätzigen Kommentare lese, so muss man sich einfach schämen. Wir sollten froh sein, dass grosse Kulturschaffende wie Samir unsere intellektuelle Wüste bewässern und so fruchtbar machen.

  • H. Fischer am 05.05.2014 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... 

    Schweizer Film und Fernsehen haben beide das Problem, dass sie immer noch der Meinung sind, mit schlecht angezogenen, schlecht gestylten, teils furchtbar aussehenden SchauspielerInnen und ModeratorInnen ein von der internationalen Konkurrenz verwöhntes Publikum gewinnen zu können. Damit erreichen diese Produktionen oftmals die optische Qualität von Maturaarbeiten und ungefähr auch deren Erfolg. Sucht doch eure neuen Leute mal nicht bei einer Ü35-SP-Veranstaltung sondern auf der freien Laufbahn, da gibt es so viele tolle Gesichter die man gerne öfters sehen würde.

  • Marc am 05.05.2014 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Vetterliwirtschaft

    Von wegen Förderung des schweizer Films. Dieses Geld wird sowiso nur den schon bekannten Filmemachern vergeben und nicht den neuen hungrigen Filmer. So wird es nie gute schweizer Filme geben.

  • Guido am 05.05.2014 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Film und Musik...

    Was macht einen Filmschaffenden zu einem Filmschaffenden? Das würde mich mal interessieren. Und immer dieser Deckmantel "Kultur". Man nehme ein paar Kühe beim grasen auf, und olé olé, Kultur ist born... Ich finde es sollte gar keine Subventionen geben. Wenn ein Projekt nicht durch den return of invest gedeckt ist, dann gibt es auch keinen plausiblen Grund warum ein solches Projekt überhaupt realisiert werden soll.