«Epstein didn't kill himself»

05. Dezember 2019 18:08; Akt: 05.12.2019 18:08 Print

Zürcher Firma zweifelt auf Plakat an Epstein-Suizid

Ein Plakat der Firma Kaex auf einem Zürcher Parkhaus geht viral. Die Gründer säen darauf Zweifel am Suizid des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Mit diesem Plakat wirbt die Firma Kaex für ihr Produkt. (Video: J. Probst)
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Jahrzehntelang soll der US-amerikanische Millionär Jeffrey Epstein einen Sexhandelsring mit Hunderten Minderjährigen unterhalten haben. Nach einer ersten Verurteilung als Sexualstraftäter im Jahr 2006, die in einer kurzen Haftstrafe endete, wurde er im Juli 2019 erneut verhaftet. Im August beging Epstein in seiner Zelle laut den Behördenangaben Suizid.

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Um Epsteins Tod wurden schnell Verschwörungstheorien konstruiert. Er hatte Kontakte und Freundschaften zu vielen Prominenten. Dazu zählten etwa der ehemalige US-Präsident Bill Clinton oder Donald Trump, zuletzt sagte eines seiner Opfer gegen Prinz Andrew aus (20 Minuten berichtete). Schnell entstand das Meme «Epstein didn't kill himself». Demnach sollen mächtige Hintermänner den Tod Epsteins veranlasst haben, um ihre Verstrickungen geheimhalten zu können.

Tausendfache Verbreitung im Internet

Mit diesem Spruch wirbt nun die Zürcher Firma Kaex. Sie vertreibt ein Mittel gegen Kater. Auf einem Megaposter, das am Parkhaus Pfingstweid bei der Zürcher Hardbrücke steht, hat die Firma ihren Produkteslogan «recharge overnight» geschrieben – und daneben «Epstein didn't kill himself». Auf Plattformen wie 9Gag werden die Aufnahmen zurzeit tausendfach angeschaut.

Auslöser für die Wahl des Slogans sei ein Wechsel des Produkte-Claims gewesen, sagt Pedro Schmidt, CEO von Kaex. Neu heisse die Kampagne «recharge overnight + protect the next day». Mit dem Epstein-Slogan anstelle von «protect the next day» wollten sie bei Leuten, die das Produkt noch nicht kennen würden, Aufmerksamkeit erregen.

«Epstein beging keinen Suizid»

«Für die Guerilla-Aktion nahmen wir den aktuellen Trend auf, ganz ohne Kontext ‹Epstein didn’t kill himself› zu jedem erdenklichen Thema einzubauen.» Der Spruch wird in Amerika etwa auch auf Bierdosen, Sweatshirts oder auf Poster geklatscht. Auch platzen Interviewte gerne am Ende von Gesprächen damit völlig unmotiviert heraus.

«Auch wir vertreten die Meinung, dass Epstein keinen Suizid beging», sagt Schmidt. «Die ganze Geschichte berührt uns emotional.» Schliesslich sei Kaex schon mehrmals mit dem Vorwurf konfrontiert worden, ein Produkt anzupreisen, dessen Wirkung wissenschaftlich nicht bewiesen sei.

Stadt bewilligte Plakat

Tatsächlich beruhe die gesamte Entwicklung von Kaex auf wissenschaftlichen Studien, die in renommierten Journalen publiziert worden seien. Aus regulatorischen Gründen dürften diese aber nicht für Werbezwecke verwendet werden. «Mit dem Spruch wollen wir auf dieses Problem anspielen. Wie auch bei Eppstein, werde «kontrolliert, was stimmt und was nicht».

Eigentümerin des Parkhauses ist die Firma Welti-Furrer. Diese will sich zum umstrittenen Inhalt nicht äussern und verweist auf die Vermarkterin, die APG. Deren Sprecherin Nadja Mühlemann sagt: «Grundsätzlich sollen und dürfen Plakate provozieren, auffallen und inspirieren, sofern sie die gesetzlichen Rahmenbedingungen einhalten. Die APG übt keine Zensur aus.»

Das Megaposter sei der Stadt Zürich zur Prüfung vorgelegt und von dieser bewilligt worden. Das ist nötig, weil es sich um einen Standort mit viel Verkehr handelt, an dem Plakate gewisse Richtlinien einhalten müssen.

(bz/ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geniesser69 am 05.12.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Beweise,aber....

    Es ist doch klar das er "zum Schweigen" gebracht wurde. Da hatten einige "Promis" grosses interesse und die Hosen voll!

  • JJ am 05.12.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sein Wissen beunruhigte die 'grossen'

    gute Sache! Leider wird die Wahrheit nie ans Licht kommen...

  • NYPD am 05.12.2019 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logo!

    Aber sicher!! Welt Wach auf. Wo superreiche = Drogen, prostitution, Waffen und corruption. Ask Mr. Prinz vergesslich Andrew!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 05.12.2019 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wss macht man nicht alles

    für das liebe Geld?

  • die Wahrheit am 05.12.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant ist;

    schon bei Dianas Tod ging es um ein königliches Familienmitglied. Nehmen wir mal an, Diana war von einem Muslimischen Mann schwanger, das hätte bedeutet, die Prinzen Harry und William hätten ein Muslimisches Halbgeschwister bekommen. Das durfte einfach nicht sein. Auf gar keinen Fall, einfach unmöglich. Und jetzt kommt wieder ein Royal in Verdacht, denke da musste der Britische Heheimdienst einschreiten, ob es im aktuellen Fall( es gilt die Unschuldsvermutung) geholfen hat, wage ich zu bezweifeln.

  • josipovicz am 05.12.2019 21:06 Report Diesen Beitrag melden

    Epstein-Suizid

    eigentlich interessiert mich dieser Miliardär nicht, fragt doch den Prinz Adrew oder andere Perverse wie Clinton und Co, die hiesigen Zeitungen erklärten hochheilig das ein Selbstmord nicht möglich war, was ich auch glaube, also kommt nur ein Mord in Frage, was für die Amis ein Credo ist, darum sind sie so gläubig, dass er immer noch lebt in Schutz ist, glaube ich nicht, der Mord ist viel einfacher, besonders für die amerikanische Spezialisten...

  • T-Owl am 05.12.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltenheit

    Werbung mit wahrem Inhalt gibts selten....

  • Nick am 05.12.2019 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Ich weiss nicht, was wirklich passiert ist und ich habe auch keine Präferenz für die eine oder andere Seite. Aber jeder soll in einer Demokratie die Möglichkeit haben, seine Meinung zu äussern. Von daher finde ich es OK, das Plakat zu zeigen.