Hohe Durchfallquote

24. August 2019 09:27; Akt: 24.08.2019 09:27 Print

Zürcher Gymi-Schüler haben ein Mathe-Problem

Die Probezeit in den Zürcher Gymnasien hat gerade begonnen. Schüler in Kurzzeitgymnasien haben es schwerer, die Probezeit zu bestehen, als solche in Langgymnasien.

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Jeder siebte, der diese Woche zum ersten Mal eines der Zürcher Gymnasien besucht, wird in einem halben Jahr durch die Probezeit durchgefallen sein. Das zeigt laut «Tages-Anzeiger» der Durchschnittswert. Je nach Gymnasium kann dieser Wert aber auch höher oder tiefer ausfallen.

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Besonders hoch ist die Durchfallquote an den Kurzgymnasien Uster, Bülach und Zürich Enge. Dort wird sogar jeder vierte Schüler die Probezeit nicht bestehen. Betroffen sind vor allem Schüler, die von der Sekundarschule ans Gymnasium gewechselt haben.

Weshalb die Durchfallquoten an den verschiedenen Gymis so unterschiedlich sind, ist nicht klar. Zwar zeigt sich, dass Schüler aus fremdsprachigen Familien öfters durchfallen, dies erklärt aber nicht, wieso die Ausfallquote beispielsweise in der Gemeinde Uster so stark angestiegen ist. Viel eher scheint das Problem beim Mathe-Unterricht zu liegen.

Sekundarschüler haben Probleme mit dem Anschluss

In Uster zeigt sich, dass beinahe 40 Prozent aller Schüler im letzten Jahr in der Probezeit ungenügende Noten in Mathematik hatten. Das Problem ergibt sich, da in Uster Sekundarschüler, die ans Gymnasium wechseln, mit Gymischülern aus dem Langzeitgymnasium vermischt werden.

Das Mathe-Problem zeigt sich aber auch in anderen Gymnasien. In der Sek wird Algebra weniger routinemässig geübt, sodass es Schülern, die ins Gymi gewechselt haben, schwer fällt, den Anschluss zu finden. Problematisch sei die hohe Durchfallquote in Uster aber nicht, mein der Chef des kantonalen Mittelschulamts, Niklaus Schatzmann. Er glaubt viel eher, dass es sich aufgrund der geringen Schülerzahl dort um einen statistischen Ausreisser handelt.

Die Kantonsschule Enge steht hingegen vor einem Mysterium. Aufgrund der heterogen zusammengesetzten Schülerschaft lässt sich die hohe Durchfallquote nicht erklären. Auch geben die Schüler an, sich nicht vom Schulstoff überfordert zu fühlen. Daher hat die Schulleitung nun entschlossen, verschiedene Massnahmen auszuprobieren und auf diese Art herauszufinden, wo das Problem liegen könnte.

Langgymis stehen besser da

Vorbildlich zeigt sich das Gymnasium Zürich Nord. Im Kurzgymi wurde nach der Aufnahmeprüfung ein Algebratraining eingeführt. Im Langgymnasium gibt es Hausaufgabenstunden für Kinder, die zu Hause keinen ruhigen Arbeitsplatz haben. Ausserdem wird sichergestellt, dass die Klassenlehrer bereits während des Semesters über die Noten ihrer Schüler informiert bleiben und diese nicht erst im November zum ersten Mal erfahren.

Auffallend ist, dass die Ausfallquoten in den Langzeitgymnasien ähnlicher verteilt sind als in den Kurzzeitgymnasien und grundsätzlich tiefer liegen. Der Rektor der Hohen Promenade nimmt an, dass dies mit einer Verbesserung der Aufnahmeprüfung zusammenhängt. Deshalb müsse während der Probezeit weniger selektiert werden.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rrw am 24.08.2019 09:54 Report Diesen Beitrag melden

    Fachlich top Didaktisch flop

    Erfahrungsgemäss sind brauchbare Mathelehrer sehr sehr sehr selten anzutreffen....

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  • robin23 am 24.08.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem nichts, kommt nichts

    Die Schüler können nicht in allen Fächern hervorragend sein aber ein gewisser Fleiss muss da sein. Gerade heutzutage wo der Leistungsdruck hoch ist, sollten sich die Schülerinnen und Schüler am Gymi etwas mehr anstrengen. Ansonsten wären ist die Gymi für sie der falschen Ort.

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  • Marc Scherrer am 24.08.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Mathematik- oder Intelligenzproblem?

    Oder eine Intelligenzproblem. Bei Mathematik manifestiert sich die (nicht) vorhandene Intelligenz halt deutlicher als in andern Fächern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 26.08.2019 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfahrung aus Uster

    Ich spreche aus Erfahrung in Uster: die Mathemathik-Lehrpersonen, die da seit Jahren eingestellt werden, sind definitiv mitverantwortlich für diese Statistik. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen für Neuanstellungen im Bereich Mathematik zu diesem Sachverhalt rechtfertigen müssen?

  • chooglin am 25.08.2019 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Erwartungshaltung

    Was erwartet man denn von einer Generation, die nicht mehr in der Lage ist, einfache Zahlen zu addieren oder subtrahieren ohne das Smartphone zu konsultieren. Da fehlt ganz einfach das Verständnis für die Mathematik. Ursache könnte auch schon bei den Eltern liegen, die mit Mengenlehre und sonstigem Quatsch rechnen gelernt haben.

    • Ex-Schüler am 25.08.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

      @chooglin

      Gutes Kopfrechnen ist Nice to Have. Nützt alleine aber wenig, wenn man im komplexen Alltagsleben die Zusammenhänge nicht erkennt, wie man was berechnen muss.

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  • werner schneider am 24.08.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer fällt?

    Hat das mit der gestörten Verdauung zu tun? Nur nicht zu viel Rhizinus nehmen.

  • J.D am 24.08.2019 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mathe

    Bei Mathe hatte ich auch immer eine "DURCHFALL"quote!

  • Schüler am 24.08.2019 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Eltern & Verwandte...

    ...wäre ich wegen Mathematik auch schon längst draussen. Also liegts wohl eher an den Lehrern als an der Intelligenz mancher Schüler/innen. Chancenungleichheit lässt grüssen.

    • werner schneider am 24.08.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wer ist schuld?

      Man muss doch einen Schuldigen finden, nur nicht das eigene Kind. Das hat doch die Weisheit von den Eltern geerbt und ist daher gleich weise wie diese...

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