Zürich

28. Mai 2018 09:35; Akt: 01.06.2018 07:40 Print

Kantonsrat schafft Hundekurse ab

Wer einen grossen Hund hält, musste im Kanton Zürich einen obligatorischen Ausbildungskurs absolvieren. Damit ist jetzt Schluss: Die Hundekurse werden definitiv abgeschafft.

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Die obligatorischen Hundekurse im Kanton Zürich werden nun definitiv abgeschafft. (Symbolbild)

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Bislang enthielt das Zürcher Hundegesetz den Passus, dass Halter von Hunden, die einem «grossen oder massigen Rassetyp angehören», eine anerkannte praktische Hundeausbildung besuchen müssen. Dies betraf praktisch jedes zweite Frauchen und Herrchen – rund 50 Prozent der im Kanton lebenden Hunde fällt in diese Rassetypenliste I.

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Beissvorfälle haben nicht abgenommen

Auf eine Motion hin stellte der Regierungsrat eine leichte Lockerung in Aussicht: Es sollten nur noch Personen, die erstmals einen Hund der Rassetypenliste I halten, zum Kursbesuch verpflichtet werden.

Dies ging einer knappen Kantonsratsmehrheit bei der ersten Lesung im Januar aber immer noch zu weit – mit 88 zu 84 Stimmen strich diese auf Antrag der SVP den Passus ganz aus dem Gesetz. Die Zahl der Beissvorfälle sei trotz der obligatorischen Kurse nicht zurückgegangen. Und wer verantwortungsvoll sei, der besuche derartige Kurse auch ohne Zwang, brachten die Befürworter der Streichung damals vor. Bis die Gesetzesänderung in Kraft tritt, sind die Hündeler aber noch verpflichtet, einen Kurs zu besuchen.

Kanton Zürich hat eines der härtesten Hundegesetze

Am Montag in zweiter Lesung kam der Rat auf diesen Passus nicht mehr zurück: Die SP äusserte zwar nochmals ihr Unverständnis über die Abschaffung. Die Änderungen im Hundegesetz wurden aber in der Folge ohne weitere Diskussion mit 92 zu 77 Stimmen genehmigt.

Der Kanton Zürich hatte eines der härtesten Hundegesetze in der Schweiz. Es war nach einem tragischen Vorfall, bei dem drei Pitbulls im Dezember 2005 in Oberglatt einen Sechsjährigen totgebissen hatten, verschärft worden. So dürfen im Kanton etwa keine Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotential – vor allem Kampfhunde – gehalten oder gezüchtet werden. Seit 2010 existiert deshalb eine Liste mit den verbotenen Rassen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bart am 28.05.2018 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem bleibt

    War eh nur Geldmacherei. Problemhunde bleiben bei Problemmenschen. Da hilft auch kein Kurs.

  • Alice am 28.05.2018 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viele scheidern schon an der Erziehung

    ich finde nur wichtig dass die Leute lernen wie man einen Hund richtig erzielt und damit umgehet. das gehört sich auch zu den kleinen Hunden.

  • kk8000 am 28.05.2018 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Schade, werden die obligatorischen Kurse abgeschafft. Das Problem ist meist nicht der Hund, sondern die Person am anderen Ende der Leine. Es gibt immer mehr Hunde und wenn jemand sich nicht an das Hunde-ABC hält, immer mehr Konflikte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Isa am 28.05.2018 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hundekurs

    Ich finde es auch schade dass dieser Kurs abgeschafft,wird aber viele dieser Politiker haben eben selbst einen Hund und wenig Lust und zeit diesen Kurs zu absolvieren dabei haben sehr viele hündeler keinen Anstand und lassen ihre hunde auch im Wald laufen obwohl dies jetzt verboten wäre und auch für Spaziergänger sehr unangenehm ist ! Wirklich ärgerlich

  • Nirggi am 28.05.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hobby Kursleiter

    Der Kurs wäre gut und notwendig, es wurde leider falsch aufgegleist, wie so mancher Schnellschuss aus Bern. Die Kurse sollten von echten und gut ausgebildeten Profis geleitet werden. Nicht wie bis anhin von Hausfrauen, deren Kinder aus dem Haus sind und die nun ein neues Hobby brauchen um etwas Erzieherin zu spielen. Teils haben die Kursleiter nicht mal Hundeerfahrung. So kann das nichts werden. Klar es gibt auch sehr gute Kursleiter/innen, doch die sind dünn gesäht. Leider ist nun wieder eine kleine Hürde für die Anschaffung eines Hundes wieder weg und die Aggresion gegen Hunde wird weiter wachsen. Schade, sehr schade.

  • hündeler am 28.05.2018 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hundesprache

    Egal ob Listenhund oder sonstige Rasse, die Beissereien bleiben solange bis der Mensch endlich einsieht, dass Hunde nun mal andere Sprache sprechen als der Mensch. Jeder Hundehalter sollte sicherlich mindestens einen Ausdrucksverhalten Hund Kurs besuchen. Somit würden sich die Beisstatistiken erheblich verkleinern, mit Garantie!

  • al_pacino34 am 28.05.2018 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Beissunfälle und deren Ursachen

    Fact ist, dass die an sich gutmütigste Hunderasse der Labradors die Statistik der Beissunfälle anführt. Das kommt daher, dass zu oft Kinder unbeaufsichtigt mit den beliebten Familienhunden spielen und dabei übertreiben. Kinder erkennen nicht, wenn ein Hund signalisiert, dass es reicht und er in Ruhe gelassen werden will. Das Problem sind nicht die Hunde, sondern die Hundehalter ... und im weiteren Sinne unsere moderne Gesellschaft, in welcher die Mehrheit der Erwachsenen verlernt (oder nie gelernt) habt, wie man mit Tieren umgeht, und dies auch Ihren Kindern nicht beibringt.

  • Gusti am 28.05.2018 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hat nichts gebracht!

    Natürlich, war ja auch dilettantisch umgesetzt. Es ging ja eigentlich nur um die gefährlichen Hund.....