07. Februar 2007 23:10; Akt: 08.02.2007 09:29 Print

Zürcher Kirche zeigt Sado-Maso-Film

Die Kirche St. Jakob am Zürcher Stauffacher-Platz zeigt am Sonntag einen Skandalfilm mit Vergewaltigungs-, Folter- und Mordszenen – ohne Altersbeschränkung. Im Laden gibts den Film erst ab 18 Jahren.

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In «Salò oder Die 120 Tage von Sodom» werden Menschen in perversen Orgien zu Tode gequält, aufgehängt und gleichzeitig vergewaltigt, nackt an Hundeleinen geführt und dazu gezwungen, Kot zu essen. Der Skandalfilm des bekennenden Atheisten Pier Paolo Pasolini wurde in vielen Ländern verboten – aber ausgerechnet in der Zürcher Kirche St.Jakob beim Stauffacher, in der das Kino Xenix seit sieben Wochen ein Gastspiel hat, wird das umstrittene Werk am kommenden Sonntag um 17.15 Uhr gezeigt.

Eine Altersbeschränkung gibt es nicht: «Das haben wir beim Kino Xenix nie», sagt Programmleiter René Moser. «Dies wäre sowieso ein Witz, da im Zeitalter der DVDs jeder den Film im Laden holen kann.» Ganz so einfach ist das nicht – der Schocker ist in den Videotheken erst ab 18 Jahren erhältlich: «Wir verlangen immer einen Ausweis. Da kommen Szenen vor, die wirklich nicht für Jugendliche geeignet sind», sagt Antje Kahn vom Filmverleih Les Videos. Pfarrer Anselm Burr hat da keine Skrupel. «Wir haben mehrere Filme von Pasolini gezeigt, da gehört dieser eben auch dazu.» Und schliesslich finde nach der Vorführung noch eine Diskussion statt.

Alexandra Roder

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick am 08.02.2007 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Gewalt in allen Fassetten

    Ich finde das man diese Idee zwei deutig betrachten kann. Es ist sowohl ein Aufklärungsversuch als auch eine Provokation. So sehe ich das auf jeden Fall. Klar schockt es, jedoch wie soll man sonst die Menschen wachrütteln.

  • Sindbad am 08.02.2007 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    story

    die krux ist, dass wohl erst nach dem erscheinen dieses artikels das interesse bei jugendlichen geweckt wurde, die vorehr vermutlich keinen schimmer hatten, was denn das xenix ist und sich auch nicht dafür interessierten.

  • Sara am 08.02.2007 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zum k....

    Ich kann nur eines dazu sagen... ABARTIG! Mir egal wo man es zeigt! Echt krank und sowas wird noch als Kunst betitelt...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel damaschke am 08.12.2008 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Worte

    Ich habe vor einiger Zeit diesen Film auf DVD gesehen. Und ich muss sagen ich war entsetzt. Ich bin an Filmen wirklich einiges gewöhnt, aber bei Pasolinis Film gibt es für mich nur ein Kommentar. Weg damit! Der Film wird beschrieben als die Abkehr des Nihilismus. Dem kann man nur zustimmen.

  • klaus am 14.05.2007 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    20 minuten faschismus

    schlechter und fahrlässiger zeitungsartikel. wieso eine zeitung diesen abdruckt? eine sympathieerklärung an die verantwortungslosen praktiken der faschisten in "salo'"?

  • jaene am 13.02.2007 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    WIE DIE BIBEL

    ich verstehe gar nicht warum sich die christen so aufregen. schliesslich steht ja in der bibel, dass alle nichtchristen für ewig in der hölle schmoren, und die qualen dort unvorstellbar sein werden. lest mal das alte testament, da wimmelts nur so von grausamkeiten.

  • JLFP am 12.02.2007 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    naja...

    Das ist doch das gleiche wie "Mein Führer" mit Helge Schneider. -_- Es steht jedem frei sich so einen Schund anzusehen. Die Kirche ist wie ein Brunnen - still und dreckig!

  • Nicolas am 11.02.2007 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm um nichts

    - Was soll bloss diese ganze Aufregung und Zensur bringen? Ich denke es gäbe keine bessere Gelegenheit als im Rahmen eines kompletten Pasolini-Zyklusses diesen Film mit einer anschliessenden Podiumsdiskussion zu zeigen? Ein Hoch aufs Xenix! - In unserer Videothek steht Salo bei den Filmklassikern!