Trotz Widerstand

25. Mai 2016 12:13; Akt: 25.05.2016 13:24 Print

Zürcher Nagelhaus wird ab Juli abgerissen

Die Tage des Nagelhauses im Kreis 5 sind gezählt: Im Juli beginnen die Abbrucharbeiten am alten Arbeiterhaus mit den Eingängen an der Turbinenstrasse 12 und 14.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Möglich macht dies ein Entscheid der eidgenössischen Schätzungskommission. Diese habe jüngst eine sogenannte vorzeitige Besitzeinweisung für das Grundstück Turbinenstrasse 14 verfügt, teilten die Stadt und der Kanton Zürich am Mittwoch mit. Dies bedeutet, dass der Kanton das Grundstück in Anspruch nehmen kann, obwohl die Höhe der Entschädigung noch ungeklärt ist.

Umfrage
Bedauern Sie den Abriss des Nagelhauses?
59 %
14 %
27 %
Insgesamt 915 Teilnehmer

Für die Turbinenstrasse 12 hätten die Grundeigentümer und der Kanton bereits zuvor eine Lösung gefunden, heisst es weiter. Der Abbruch werde mehrere Wochen dauern, da Gebäudeschadstoffe wie Asbest sicher entsorgt werden müssten.

Bundesgericht wies Beschwerde ab

Im Anschluss beginnen der Werkleitungs- und Strassenbau für die neue Turbinenstrasse, die voraussichtlich bis Ende 2016 dauern. Damit finde das Nationalstrassenprojekt «Umbau Pfingstweidstrasse/SN1.4.1» nach gut 20 Jahren seit Beginn der Planungen seinen Abschluss.

Bereits im September 2014 wies das Bundesgericht Beschwerden gegen die Verlegung der Turbinenstrasse, mit der der Abbruch des Nagelhauses verbunden ist, letztinstanzlich ab. Ein Mieter beziehungsweise die Grundeigentümer hatten sich dagegen gewehrt.

Zeuge der ehemaligen Arbeitersiedlung

Deshalb sei bei der Umsetzung des Projekts «Tram Zürich West / Umbau Pfingstweidstrasse» eine provisorische Verkehrsführung in der Turbinenstrasse eingerichtet worden. Diese genüge den Anforderungen als Haupterschliessungsstrasse für das Maag-Areal jedoch nicht – vor allem, da der Verkehr mit dem Ausbau des Areals noch zunehmen werde.

Das Nagelhaus ist der letzte Zeuge einer ehemaligen Arbeiterhaus-Siedlung. Es wurde vor über 100 Jahren für die Arbeiterfamilien des Industriequartiers gebaut. Es steht jedoch nicht unter Schutz.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pendler am 25.05.2016 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Finde das Haus Resistance neben dem bonzigen Residence jeden Morgen zum schmunzeln.

  • Roman am 25.05.2016 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch

    Bald haben wir Gesetze wie in China, wo jedes Haus zwangsenteignet werden kann und man eine Autobahn/ Shoppingcenter bauen kann.

    einklappen einklappen
  • Mary Roos am 25.05.2016 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Strasse

    Was ich hier nicht verstehe ist, wie kann sich ein Bundesgericht einfach anmassen, Eigentümer zu enteignen.... und wir empören uns über andere Länder, die die selben Methoden anwenden. Dann kommt dazu, dass dort ja schon eine Strasse ist. Und die gibt es auch ohne, dass man das Naglerhaus abreissen muss. Alles nur Eigennutz. Würde mich nicht wundern, wenn dann auch auf einmal auch ein neues Haus dort stehen wird. Dann habe ich aber wirklich Fragen. Und all die Grünen der Stadt ZH, wo sind sie bei einem solchen Vorhaben? Das ist dann wieder legitim oder was?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • nic07 am 28.05.2016 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Nur wegen Büros????

  • Stadtstrassenbauer am 25.05.2016 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Höchste Zeit

    Weg mit dem Haus von Roggi Doggi . Es gibt viele Häuser, ja ganze Strassenzüge von Zürich könnte man abreissen. Und dann schöne Hochhäuser bauen.

    • Nationless am 27.05.2016 23:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stadtstrassenbauer

      Vor allem gäbe es viel mehr Platz für viel mehr Menschen mit viel weniger Ansprüchen welche noch viel weniger Platz in Anspruch nehmen. Das nennt sich Verdichtung. Wer zu viele Ansprüche hat soll sich ein schon gebautes EFH leisten sofern es Leere hat, ansonsten sich zufrieden geben oder in einsame Gefilden auswandern.

    einklappen einklappen
  • Rohrer Martin am 25.05.2016 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht manchmal sin

    Gemeinden und Kantone können enteignen wen die allgemeinen Interessen höher sind. Z. B. auch für einen Sportplatz. Es ist sinnvoll wen nachher viele davon profitieren! Es gibt in Europa Länder die viel schneller Enteignen als hier. Eine mit Asbest verseuchte Hütte zu sanieren ist sehr teuer !

    • NAnida am 25.05.2016 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      Fussball hin oder her

      Nein, nein , nein. Was ihm gehört, gehört ihm.

    einklappen einklappen
  • Architekt am 25.05.2016 15:35 Report Diesen Beitrag melden

    Haus im Neubau integrieren

    ...schade, wir das Haus nicht in einem eleganten Neubau integriert: würde eine interessante Gegensätzlichkeit geben...

    • LaunederNatur am 25.05.2016 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Architekt

      Wer lesen kann... das Haus muss einer Straße weichen, nicht einem Neubau

    • architekt2 am 26.05.2016 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Architekt

      sollte ihre tätigkeit mit ihrem nutzernamen tatsächlich übereinstimmen, so verdienen sie respekt. sehe es tagtäglich im büro, wie dieses abreissen von häusern auf anklang trifft...

    einklappen einklappen
  • bf 66 am 25.05.2016 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tessiner Kreativität

    In Bellinzona haben die es doch auch geschafft eine Villa zu verschieben. Wiso sollte das in Zürich nicht auch gehen?

    • LaunederNatur am 25.05.2016 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @bf 66

      Ging doch auch in Oerlikon. Zürcher Kreativität vom feinsten.

    • D.Bodmer am 26.05.2016 00:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nächstes Chaotennest

      Weil das eben keine Villa, sondern eine heruntergekommene Wohnsubstanz ist, die umgehend von Chaoten besetzt würde. Von den "Söttigen" haben wir schon genug!

    einklappen einklappen