Stadt Zürich

23. Juni 2019 16:41; Akt: 23.06.2019 17:35 Print

Mehrere Zürcher Clubs wegen Türsteher verzeigt

Access-Controller sind für die Selektion in Clubs verantwortlich. Die Polizei verlangt strengere Kontrollen – die Clubs sehen das anders.

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Security-Mitarbeiter sorgen in Clubs für Sicherheit. Seit Anfang 2018 müssen diese nach einer Gesetzänderung im Kanton Zürich neue Anforderungen erfüllen. Die Sicherheitsmitarbeiter der Clubs müssen eine praktische und theoretische Ausbildung sowie regelmässige Weiterbildungen absolvieren. Sie dürfen zudem nicht wegen eines Verbrechens oder eines Vergehens vorbestraft sein.

Umstritten bleibt aber, welche Mitarbeiter wirklich für Sicherheitsfragen zuständig sind, wie die «NZZ» berichtet. Denn verbreitet sind in Zürcher Clubs die sogenannten Access-Controller, die eine Selektion an der Türe durchführen. Diese Mitarbeiter sollen zwar am Eingang die Zutrittsberechtigung für ein Lokal überprüfen, nach Ansicht der Clubs fallen sie jedoch nicht unter die gesetzlichen Vorgaben für Sicherheitsdienstleistungen.

Bestimmungen umgehen

Die Polizei ist da aber anderer Meinung. «Aus unserer Sicht handelt es sich dabei um einen Trick, um die gesetzlichen Bestimmungen zu umgehen», sagt Stadtpolizeisprecher Marco Cortesi zur Zeitung. «Das können wir nicht akzeptieren.» Sobald jemand Gäste an der Tür auswählt oder das Hausrecht durchsetzt, handelt es sich für die Polizei um eine Sicherheitsaufgabe. Sie hat deshalb begonnen, die Patentinhaber von fehlbaren Clubs und Geschäftsführer von Sicherheitsfirmen zu verzeigen.

Seit der Einführung der gesetzlichen Grundlagen Anfang 2018 kam es bereits zu sieben Verzeigungen. In vier Fällen waren die Türsteher vorbestraft, in zwei Fällen fehlte die notwendige Ausbildung, und in einem verfügte der Türsteher über keine genügende Niederlassungsbewilligung.

Unterschiedliche Standards

Laut Alexander Bücheli, Sprecher der Bar & Klub Kommission der Interessengemeinschaft der Zürcher Nachtkulturunternehmen, übernehmen die Access-Controller aber nur eine untergeordnete Kontroll- und Aufsichtsfunktion. «Die Selektion steht nie alleine an der Türe. Es wäre darum völlig vermessen, gleiche Ausbildungsstandards wie beim Sicherheitspersonal zu verlangen», sagt Bücheli zur «NZZ». Er bestreitet auch den Vorwurf, dass damit die gesetzlichen Vorgaben umgangen würden.

Der Verband Schweizerischer Sicherheitsdienstleistungs-Unternehmen ist grundsätzlich für eine Regulierung der Branche. «Am liebsten hätten wir aber eine Bundeslösung», sagt Generalsekretär Matthias Fluri. Die Einführung des neuen Gesetztes sei so weit gut gelaufen. Es sei auch im Sinne des Verbandes, dass auf dem Markt nur seriöse Sicherheitsdienstleister tätig seien.


(maz)