Nach Streik

28. Juni 2011 15:05; Akt: 28.06.2011 15:06 Print

Zürcher Polizisten sollen weniger arbeiten

Der nach dem Streik der Stadtpolizei Zürich eingesetzte runde Tisch hat einen Konsens gefunden. Die hohe Belastung der Stadtpolizisten soll reduziert werden.

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Werner Karlen, Präsident Polizei Beamten Verband, Stadtrat Daniel Leupi, Philipp Hotzenköcherle, Kommandant Stadpolizei Zuerich, und Peter Arbenz, Mediator, von links, orientieren über den Konsens am runden Tisch. (Bild: Keystone)

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An dem vor rund zwei Monaten von Stadtrat Daniel Leupi eingesetzten Runden Tisch unter der Leitung des Strategieberaters Peter Arbenz konnte in vier Sitzungen ein Konsens aller Beteiligten erarbeitet werden.
Die ausserordentliche Generalversammlung des Polizei Beamten Verbandes Zürich (PBV) akzeptierte
am Dienstag die von allen Gesprächspartnern unterzeichnete Vereinbarung.

Die Beteiligten wollen nach dem erfolgreichen Abschluss des Runden Tischs gemeinsam Massnahmen entwickeln, mit denen die von allen Seiten als zu hoch eingestufte Belastung der Polizisten reduziert werden sollten, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadtrat Leupi, Polizeikommando und dem Polizeiverband.

Erste Sitzung im Juli

Die Vereinbarung hält fest, dass per sofort eine Ständige Paritätische
Kommission Arbeitszeiten (SPKA) eingesetzt wird. Diese wird sich intensiv mit der Thematik von Arbeitszeiten und Dienstplänen beschäftigen mit dem Ziel, die zeitliche Belastung der Polizisten zu reduzieren. Die erste Sitzung wird bereits anfangs Juli stattfinden.

Als weitere Massnahme ist in der Vereinbarung festgehalten, dass die Rapportierungsabläufe
nach dem Grundsatz «So viel wie nötig, so wenig wie möglich» vereinfacht werden sollen. Zu diesem Zweck werden die in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Zürich und der
Staatsanwaltschaft bereits laufenden Aktivitäten intensiviert.

Im weiteren werden das Kommando der Stadtpolizei Zürich und der PBV gemeinsam ein Konzept für die Einbindung von Mitarbeitenden der Quartierwachen in den Nachtdienst erarbeiten, um so die Frontdienstmannschaft zu entlasten.
Künftig werden zudem die bisher zwei- bis dreimal jährlich stattfindenden Gespräche zwischen
Kommando und PBV quartalsmässig stattfinden. Neu werden jährlich mindestens zwei Besprechungen zwischen Vertretern des PBV und dem Polizeivorsteher durchgeführt.

Mehr Polizisten gefordert

Die Gesprächspartner des Runden Tischs sind sich einig, dass die beschlossenen organisatorischen
und prozessualen Massnahmen allein nicht ausreichen, um die grossen und weiterhin zunehmenden Belastungen der Stadtpolizei Zürich aufzufangen. Eine Erhöhung des Korpsbestands sei nach wie vor dringend notwendig, um das gemeinsame Ziel einer massgeblichen
Entlastung der Mitarbeitenden der Stadtpolizei zu erreichen.

Der Polizeivorsteher und der Kommandant werden sich laut Pressemitteilung auf politischer Ebene weiterhin dafür einsetzen, dass die Stadtpolizei die erforderliche personelle Verstärkung erhält.

(uwb/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jack am 28.06.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Geldeintreiber oder Polizist ?

    Einfachste Lösung, weniger Bussen verteilen, dafür dort wo es sinn macht und nicht nur Geld eintreibt, schon steht wieder viel Zeit zur Verfügung..... PS: Bitte keine Verwahrten ohne Fesseln ausführen, dies könnte zu extremer Mehrarbeit führen......

  • R. König am 28.06.2011 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bussenstreik war schon mal

    ein guter Anfang. Das Volk war solidarisch, es gab sogar ein positives Verhandlungsresultat. Die Scharfmacher von rechts waren machtlos. Was noch fehlt: Eine echte, funktionierende Beschwerdestelle für übertriebenes Vorgehen gegen nicht kriminelle Bürger. Ich hab die Spuren davon jetzt noch im Gesicht und in einem Arm. Jeder Beschwerdeversuch während der Ära Maurer versandete. (Im Alkrausch das Haus aufgeweckt.)

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  • Anonymus am 28.06.2011 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich gut!

    Vielleicht sind die dann etwas lockerer drauf und steigen vom hohen Ross :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. König am 28.06.2011 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bussenstreik war schon mal

    ein guter Anfang. Das Volk war solidarisch, es gab sogar ein positives Verhandlungsresultat. Die Scharfmacher von rechts waren machtlos. Was noch fehlt: Eine echte, funktionierende Beschwerdestelle für übertriebenes Vorgehen gegen nicht kriminelle Bürger. Ich hab die Spuren davon jetzt noch im Gesicht und in einem Arm. Jeder Beschwerdeversuch während der Ära Maurer versandete. (Im Alkrausch das Haus aufgeweckt.)

    • Marco am 29.06.2011 00:34 Report Diesen Beitrag melden

      Alkohol

      Weswegen wollen sie sich denn beschweren? Weil sie, nach eigenen Angaben, angetrunken randalierten?

    • R. König am 30.06.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      Unverhältnismässiges Einsteigen

      seitens der Beamten, körperlich und verbal. Beschreibung führt hier zu weit. Aber der Hausarzt sagte mir schon bei der "Schadensaufnahme", ich könne es ja probieren, erfahrungsgemäss verlaufe jede Beschwerde im Sand. Und so war es dann auch.

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  • Jack am 28.06.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Geldeintreiber oder Polizist ?

    Einfachste Lösung, weniger Bussen verteilen, dafür dort wo es sinn macht und nicht nur Geld eintreibt, schon steht wieder viel Zeit zur Verfügung..... PS: Bitte keine Verwahrten ohne Fesseln ausführen, dies könnte zu extremer Mehrarbeit führen......

  • Anonymus am 28.06.2011 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Finde ich gut!

    Vielleicht sind die dann etwas lockerer drauf und steigen vom hohen Ross :)

    • Marco am 28.06.2011 17:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ross?

      Welchem hohen Ross? Nur weil sie eine Busse bekommen haben, oder Verzeigt wurden, sind diese Leute noch lange nicht auf dem hohen Ross. Etwas mehr Anstand von ihrer Seite her und schon kommen sie mit diesen Leuten besser klar.

    • Alanis am 28.06.2011 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      ....

      dies hat nun echt nichts mit dem hohen Ross zu tun. Wüsste die Bevölkerung wie viele Überstunden ein Stadtpolizist pro Jahr machen muss (Aufgrund chaotischen Fussballfans zum Beispiel), würden sie sich ein paar Gedanken mehr machen bevor sie sich dazu ausfällig äussern würden. Ich hoffe sehr für das Korps das es endlich zu der gewünschten Stellenerhöhung kommt und dieser Job auch wieder etwas menschlicher und auch für das soziale Umfeld eines Korpsmitglied etwas erträglicher.

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