Burka-Initiative

12. Oktober 2018 10:21; Akt: 12.10.2018 10:50 Print

Zürcher Regierung fordert Verhüllungsverbot

Burka-Initiative und Gegenvorschlag des Bundesrates stossen beim Zürcher Regierungsrat nicht auf Zustimmung. Er will ein allgemeines Verhüllungsverbot.

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Die Forderung nach einem Verbot der Burka hat den islamischen Dresscode für Frauen ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Schleiertypen. Überall in der muslimischen Welt ist der verbreitet. Der Ausdruck Hidschab bezeichnet manchmal auch die gesamte islamisch korrekte Bekleidung für Frauen; er wird aber oft nur für das Kopftuch verwendet. Der Hidschab lässt das Gesicht frei, bedeckt aber die Ohren, die Halsregion und eventuell die Schultern. Der Hidschab kann bunt sein und durchaus auch als modisches Accessoire verwendet werden. Unterschiedliche Formen des Kopftuchs werden genannt. Die Al-Amira (Bild) besteht aus zwei Teilen; einer Art Kappe und einem schlauchförmigen Tuch. Die . Der Kopf ist bei der Abaya bedeckt, das Gesicht bleibt frei. Die Hände bleiben unbedeckt oder werden, bei strenger Auslegung, bedeckt. Die Abaya ist in der gesamten arabischen Welt verbreitet, vor allem auf der arabischen Halbinsel. Der (Farsi für «Zelt») ist die iranische Variante der Abaya. Er besteht aus einem grossen, in aller Regel dunklen Tuch, das die Form eines Halbkreises hat. Das Tuch wird über den Kopf und um den Rumpf geschlungen, so dass lediglich das Gesicht - oder auch nur ein Teil des Gesichts - frei bleibt. Der Tschador lässt das Gesicht und die Hände frei; er hat allerdings keine Schlitze für die Hände. Er wird in der Öffentlichkeit über der eigentlichen Kleidung getragen. Beim handelt es sich um eine Gesichtsverhüllung. Der Schleier wird in Kombination mit einem Tschador getragen, oder mit einem anderen langen, meist dunkel gefärbten Gewand. Es gibt unterschiedliche Formen; manchmal wird das Gesicht total verhüllt, wobei der Stoff blickdurchlässig ist, so dass die Trägerin ihre Umgebung sehen kann. Andere Formen lassen einen Augenschlitz frei, sind ansonsten aber blickdicht. Der Niqab ist vor allem in Saudi-Arabien, im Jemen und in anderen Regionen der Arabischen Halbinsel verbreitet. Die , die extremste Form der Verhüllung, ist vor allem in Afghanistan und zum Teil auch in Pakistan verbreitet. Sie besteht aus einem grossen Stofftuch, das oft in einem hellblauen Farbton gehalten ist. Im Kopfbereich ist eine Art von flacher Kappe eingenäht; die Augenpartie weist eine Aussparung auf, die quasi als Sichtfenster dient. Es ist durch ein Gitter aus Stoff oder Rosshaar abgedeckt. Das Gesicht ist daher bei der Burka vollständig bedeckt.

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Der Zürcher Regierungsrat hat Stellung zur nationalen Burka-Initiative bezogen. Er lehnt sowohl die Initiative als auch den indirekten Gegenvorschlag des Bundesrates ab. Aber er spricht sich dennoch für ein Verhüllungsverbot aus.

Die Regierung argumentiert, dass durch die Volksinitiative kein zusätzlicher Nutzen für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu erwarten sei, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet. Vielmehr trage sie zu einer Polarisierung der Gesellschaft bei.

«Es ist üblich, das Gesicht zu zeigen»

Der Gegenvorschlag sieht vor, dass Kontakte mit bestimmten Behörden mit unverhülltem Gesicht erfolgen müssen. Zudem soll jeglicher Zwang, das Gesicht zu verhüllen, unter Strafe gestellt werden. Die Exekutive kritisiert an diesem Vorschlag, dass es diesbezüglich kaum Probleme gebe.

Der Regierungsrat setzt sich deshalb für die Ausarbeitung eines neuen Gegenvorschlags ein. Dieser solle ein allgemeines Verhüllungsverbot und eine Regelung bei Zuwiderhandlung enthalten. In der Schweiz sei es üblich, im Umgang mit anderen Menschen das Gesicht zu zeigen. Vollverhüllungen im öffentlichen Raum könnten in einer liberalen Gesellschaft nicht hingenommen werden.

(tam)