Zürich

05. Juli 2018 10:46; Akt: 05.07.2018 12:49 Print

Sexmessen sollen nicht verboten werden

Der Zürcher Regierungsrat will kein Verbot der Sexmesse Extasia. Er weist einen Vorstoss der EDU zurück.

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Die EDU forderte in ihrem Vorstoss von Mitte April, dass sich der Regierungsrat für ein Verbot der Messe einsetzt. Die kleine Partei ärgerte sich darüber, dass die Sexmesse als «Werbeveranstaltung der Sex- und Pornoindustrie einen völlig unwürdigen Umgang mit der Sexualität und Geschlechtlichkeit» propagiere.

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Gewaltfördernde und degradierende Sexualität

Dass diese in den Hallen der Messe Schweiz AG in Oerlikon stattfindet, stiess ihr zusätzlich sauer auf. Denn die AG befinde sich ja in öffentlicher Hand: So werde mithilfe der Regierung eine respektlose, gewaltfördernde und degradierende Sexualität gezeigt und ein menschenverachtendes Geschäft legitimiert.

Der Zürcher Regierungsrat versteht diese Aufregung nicht: Weder am Grundstück noch an der Liegenschaft in Oerlikon sei der Kanton direkt beteiligt, hält er in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort fest. Es handle sich um keine öffentliche Liegenschaft.

Zürcher Regierung sieht keinen Handlungsbedarf

Zudem sei die Messe Schweiz AG ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit Beteiligung von Körperschaften des öffentlichen Rechts, schreibt die Regierung. Der Kanton Zürich halte einen Anteil von 4 Prozent des Aktienkapitals und stelle im elfköpfigen Verwaltungsrat ein Mitglied. Sein Einfluss sei damit begrenzt.

Einen Handlungsbedarf sieht die Regierung aber ohnehin nicht: «Solange Messen innerhalb des gesetzlichen Rahmens stattfinden und nicht direkt durch öffentliche Gelder unterstützt werden, besteht für den Regierungsrat kein Grund, sich zu diesen Veranstaltungen zu äussern oder sie gar zu untersagen.»

EDU wehrte sich 2016 und 2017 gegen Erotikmesse

Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages werde die Stadtpolizei Zürich an Ort und Stelle sein. Sollte sich dabei der Verdacht auf strafbare Handlungen ergeben, werde das Notwendige veranlasst, schliesst die Regierung ihre kurze Antwort.

Eine ähnliche Antwort hatte sie schon ein Jahr zuvor gegeben. Bereits damals hatte sich die EDU gegen die jährliche Erotikmesse gewehrt. Die Extasia fand sowohl 2017 als auch 2018 dennoch statt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Liberaler Mensch am 05.07.2018 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neidkultur oder Unzufriedenheit?

    Liebe konservative Mitbürger, kümmert euch nicht um Sachen anderer Leute. Wenns euch da nicht gefällt geht nicht hin. Übrigens. Wir leben im Jahr 2018, nicht im Mittelalter.

    einklappen einklappen
  • Mani Motz am 05.07.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EDU macht keinen Spass

    jawohl liebe EDU, am Besten gleich alles verbieten was in irgendeiner Weise Spass machen könnte. So wäre zumindest die Existenz der EDU gesichert...

  • WaleLi am 05.07.2018 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsächlich zum Spaß

    Sex ist heutzutage längst nicht mehr ausschließlich zur Fortpflanzung da, sondern hauptsächlich zum Spaß. Effiziente Verhütungsmittel und falls diese versagen, Abtreibung machen es möglich. Somit gehören Sexmessen ganz einfach dazu.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Vog am 05.07.2018 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Chance

    Ich glaube es ist eher die EDU die einen "unwürdigen Umgang mit der Sexualität und Geschlechtlichkeit" pflegt. Sex ist die natürlichste Sache der Welt und findet nicht nur in der Ehe unter der Bettdecke statt.

  • Bauer Fritz am 05.07.2018 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gibt wichtigers

    Prostitution und Zuhälterei verbieten wäre dringend notwendig!

  • Tamara am 05.07.2018 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kirche verbieten

    das ist bestimmt nur blanke Eifersucht an der Messe. Wenn diese Messe verboten wird müsste auch jeder Sonntagsgottesdienst in der Kirche verboten werden. Denn man kann die gleichen Argumente auch für die Kirche mit ihren Belangen adaptieren.

  • Peter Baumann am 05.07.2018 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Schade, dass sich die EDU nicht auch mit gleicher Energie gegen Gewalt und für die Frauen einsetzt!

  • Leser51 am 05.07.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alles aus den Fugen geraten

    Plastikröhrli verbieten um die Meere zu schützen, dann aber Dildomessen abhalten und sich wundern wieso von 13Jährigen Mädchen Pornos auf Schülerhandys gefunden werden.