Nach viel Zoff

02. April 2019 21:33; Akt: 03.04.2019 01:25 Print

Zürcher SVP wählt Walder als neuen Präsidenten

Die Spitze der Zürcher SVP wird am Dienstag neu gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder haben nach der Wahlschlappe ihren Rücktritt gegeben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Von «schalem Beigemack beim einfachen Parteimitglied», einer «Hauruckübung» und «tiefer Enttäuschung» war bei der Delegiertenversammlung der Zürcher SVP die Rede. Nach der Schlappe bei den Kantonsratswahlen und dem überraschenden Rücktritt der Parteispitze von letztem Freitag sprach die Basis gestern Abend Klartext. «Der Präsident ist ein Kapitän und muss auch bei einem kleinen Tsunami bleiben», so ein SVP-Mitglied.

Umfrage
Wählen Sie SVP?

Der abtretende Präsident Konrad Langhart wurde mehrmals ermutigt weiterzumachen. Langhart aber entgegnete: «Unter den gegebenen Umständen kann ich nicht arbeiten. Ich trete zurück.» Sein Rücktritt erfolgte unter anderem auf Druck von Urvater Christoph Blocher. Mehrere prominente SVP-Nationalräte wie Roger Köppel oder Thomas Matter sowie die Vorstandsmitglieder versuchten, Verständnis für das Vorgehen zu schaffen. Die Zeit dränge gerade im Hinblick auf die Wahlen im Herbst.

«Es ist ganz dringend»

Christoph Blocher, der etwas später zur Versammlung stiess, meldete sich ebenfalls zu Wort: «Die Partei funktioniert nicht. Es ist ganz dringend, eine Ersatzwahl durchzuführen.» Erst nach rund einer Stunde wurde dem Antrag für Ersatzwahlen zugestimmt. Vor diesen Wahlen wurde unter anderem Roger Köppel klar als Ständeratskandidat gewählt.

Dann ging es darum, die zur Verfügung stehenden Posten des Präsidenten sowie der drei Vizepräsidenten interimistisch zu wählen. Als neuer Parteipräsident war am Montag vom Vorstand der 31-jährige Patrick Walder aus Dübendorf vorgeschlagen worden. Als Unbekannter will er die Partei wieder auf Kurs bringen: «Es braucht Knochenarbeit, die so schnell wie möglich beginnt», sagte er zur Versammlung. Er freue sich, sei sich aber auch bewusst, dass es eine schwierige Aufgabe werde.

«Führung in Ordnung bringen»

Als weitere Vorstandsmitglieder wurden alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi, Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt und Kantonsrat Orlando Wyss vorgeschlagen. Auch vor der Ersatzwahl kam es wieder zu einer Diskussion. Dabei wurde Blocher für sein Vorgehen kritisiert. Blocher seinerseits wetterte massiv gegen die bisherige Parteileitung: «Die Führung muss in Ordnung gebracht werden.»

Als es zur Wahl kam, war die Sache dann klar: Die vier vorgeschlagenen Kandidaten wurden gemeinsam gewählt – mit einem gar nicht so knappen Resultat. Sie erhielten die Unterstützung von 242 Stimmberechtigten. 45 SVPler stimmten gegen den Vorschlag.

(tam)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Boelsberg am 02.04.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panik

    Fehlt nur noch dass man in der Not Ulrich Schlüer und Christoph Mörgeli ausgräbt

  • Sulejka am 02.04.2019 23:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten Taktik

    Irgendwie ein Kindergarten finde ich. Solche "Trotzköpfe" sind doch nicht zu akzeptieren und wählbar oder?

  • Bliblabloch am 02.04.2019 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow....

    .... die dürfen tatsächlich widersprechen und selbst denken (soweit das geht)... toller Verein ?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan Zimmermann am 03.04.2019 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Anweisung

    Christoph hat gesprochen. Jetzt geht es sicher wieder bergauf.

  • marko 34 am 03.04.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so

    Schrecklich

  • Anony Mouse am 03.04.2019 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das bringen?

    Solange Rösti (ähm Blocher) keine Strategiekorrektur zulässt bringen auch neue Köpfe zum feuern nichts. Ausser Nein-Sagen und EU/Ausländer bashing hat die Partei wenig zu bieten.

    • Jan Dubach am 03.04.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Klare Strategie

      Der SVP Strategiekurs heisst, Volks Souveränität bewahren. Wer das nicht will, muss andere Parteien wählen.

    einklappen einklappen
  • Vat am 03.04.2019 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstdarstellung

    Langsam wird es langweilig. Das Herumgehäule der SVP und dies tagtäglich in den Medien. Wie wärs damit, dass man sich selbst wieder etwas zurück nimmt und sich mit politischen Lösungen befasst?

  • Pia Zil lig am 03.04.2019 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wichtig

    je länger je wichtiger wird die SVP werden, leider sehen zu viele nicht, was auf uns zukommt. Die SVP sollte noch mehr Richtung AFD gehen, sonst zerfällt die ganze Moral in der Schweiz.