Stadt Zürich

13. Juli 2018 15:00; Akt: 13.07.2018 15:06 Print

Tierspital hat ein Fuchs-Problem wegen Studenten

Drei Füchse hausen in den Stallungen des Zürcher Tierspitals – das ruft den Wildhüter auf den Plan. Autonome Tierrechtsaktivisten fordern, von einer Erschiessung abzusehen.

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«Das Tierspital Zürich will Füchse erschiessen lassen», schreiben die Autonomen Tierrechtsaktivistinnen und -aktivisten Zürich (ATAZ) in einer Mitteilung. Man habe aus Kreisen der Tiermedizin-Studenten erfahren, dass das Tierspital erwäge, Füchse in der Umgebung des Tierspitals durch den Wildhüter erschiessen zu lassen, weil sie etwas vermehrt aufträten. «Tierspitäler müssen Tierleben schützen und retten, nicht frei lebende Tiere erschiessen, die ihnen nichts angetan haben», heisst es in der Mitteilung weiter. Die ATAZ fordern daher, von diesen Erschiessungen abzusehen.

Patrick Kircher, der ärztliche Direktor des Zürcher Tierspitals, bestätigt diese Überlegungen auf Anfrage von 20 Minuten. Das Problem sei aber nicht, dass die Füchse nur etwas vermehrt aufträten. «Wir haben drei wilde Füchse, die zurzeit in und um die Stallungen des Tierspitals hausen», so Kircher. Sie seien durch das Zufüttern so zutraulich gegenüber Menschen geworden, dass sie teilweise bis an die Türen der OP-Säle kommen.

«Wir arbeiten täglich dafür, Tieren das Leben zu retten und sie nicht zu töten»

«Da ein Fuchs auch Krankheiten übertragen kann, ist das eine sehr heikle Situation für ein Spital, und das Verhalten dieser Füchse ist alles andere als normal», so der Tierspital-Direktor. Zudem liessen sich die Füchse nur sehr selten vertreiben. «Wenn sie es sich mal gemütlich machen, bringt man sie fast nicht mehr weg, und das wird dann auch an weitere Generationen übertragen», sagt Kircher.

Man habe bereits mehrere Möglichkeiten diskutiert, um das Fuchs-Problem zu lösen. «Die Stallungen können wir wegen der heissen Temperaturen aber nicht schliessen und eine Auswilderung kommt aufgrund der gesetzlichen Lage nicht infrage», so Kircher. Die nachhaltigste Lösung sei daher wohl, die Füchse aus dem Bestand zu nehmen. «Natürlich tut das wahnsinnig weh. Wir arbeiten täglich dafür, Tieren das Leben zu retten und sie nicht zu töten, aber für die Gesamtsituation scheint dies die beste Lösung.» Eine definitive Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Wildhüter: «Das Erlegen ist die allerletzte Massnahme»

Beim Tierspital geht man davon aus, dass die Füchse von Personen aus der Region Irchel gefüttert wurden und sich daher in dieser Umgebung ein Zuhause suchten. Diesen Eindruck teilt auch der Stadtzürcher Wildhüter Fabian Kern: «Das Verhalten dieser Füchse deckt sich mit einer Meldung, die ich im Frühjahr erhalten habe, dass Studenten beim Campus Irchel junge Füchse mit Kantinenessen gefüttert haben.» Dieses Fehlverhalten habe dazu geführt, dass die Füchse zutraulich gegenüber Menschen wurden. «Man muss sich auch im Klaren sein, dass man mit solchem Verhalten dem Tier jegliche Würde entzieht, da das Tier danach nicht mehr selber auf die Jagd geht», so Kern.

Der Wildhüter ist mit dem Tierspital in Kontakt und wird sich in den kommenden Wochen selber ein Bild vor Ort machen. «Das Erlegen ist aber in der Tat die allerletzte Massnahme. Es gibt noch die Möglichkeit, diese Füchse nachhaltig zu verjagen oder sie mit baulichen Massnahmen aus der Stallung zu sperren», so Kern. Es könnte also doch noch ein Happy End für alle Beteiligten geben.

(wed)