Mobile Erfassung

13. Januar 2014 23:57; Akt: 13.01.2014 23:57 Print

Zürcher Trams messen Luftverschmutzung

Ozon, Kohlenmonoxid und Feinstaub in der Luft können die Gesundheit schädigen. Die ETH Zürich zeigt nun erstmals, wann und wo die Belastung in der Stadt am grössten ist.

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Auf den VBZ-Trams sind seit zwei Jahren Messboxen installiert, die mit Sensoren die Luftqualität entlang der Zürcher Tramlinien messen. Die Messungen liefern Daten zur Schadstoff-Konzentration in der Luft. Darunter fallen beispielsweise Feinstaub, Kohlenmonoxid und Ozon, die bei vielen zu gesundheitlichen Schäden führen können. Die Opensense-Boxen machen im Schnitt alle fünf Sekunden eine Messung. Ist das Tram in Fahrt, messen die Forscher die Luftqualität im Abstand von etwa 50 Metern. Mit anderen frei zugänglichen Daten wie Verkehrsaufkommen und Häuserdichte kombiniert, werden auch die Lücken zwischen den Tramlinien gefüllt. Die ETH hat die mobil gemessenen Daten ausgewertet und erstmals Karten erstellt (Stand 2013), auf denen stark belastete Gebiete ersichtlich sind. Die hier saisonalen Karten machen deutlich: Die Luftverschmutzung hängt stark von der Jahreszeit und dem Wetter ab. Im Winter können die Konzentrationen wegen des Hochnebels so stark ansteigen, dass ganze Stadtteile gelb oder gar rot eingefärbt sind, was eine hohe Konzentration bedeutet. Die täglichen Karten geben einen Eindruck, wie sich die Schadstoffbelastung von Tag zu Tag ändern kann. Am 15.02.2013 sind die Hauptachsen beim Central/Bahnhofstrasse, Bellevue und um die Autobahneinfahrt Sihlcity stärker mit Feinstaub belastet. Auch um die Autobahnzubringer in Altstetten sowie beim 3-Eck Zürich-Ost und Zürich-Nord wurde eine deutlich höhere Schadstoff-Konzentration gemessen. Drei Tage später am 18.02.2013 ist die Luft bereits weniger verschmutzt. In Uitikon, Albisrieden, Höngg, Hottingen oder Fluntern ist generell eine tiefere Schadstoff-Konzentration feststellbar.

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Ein Forscherteam der ETH hat auf den Dächern von zehn VBZ-Trams Messstationen installiert. Die schuhschachtelgrossen Boxen haben in den letzten zwei Jahren die Luftverschmutzung entlang den Zürcher Tramlinien gemessen, wie die ETH in einer Medienmitteilung schreibt. Das Resultat: Vor allem im Winter sind wegen Hochnebel die Hauptachsen beim Central/Bahnhofstrasse, Bellevue und um die Autobahneinfahrt Sihlcity mit Feinstaub belastet. Auch um die Autobahnzubringer in Altstetten sowie beim Dreieck Zürich-Ost und Zürich-Nord wurde eine deutlich höhere Schadstoff-Konzentration gemessen.

Auf Karten hat die ETH nun erstmals dargestellt, wann und wo die Luftverschmutzung wie hoch ist. Die mobilen Luftmessstationen von Wissenschaftlern um Lothar Thieles, Professor am Institut für Technische Informatik und Kommunikationsnetze, werden im Rahmen des Projekts Opensense betrieben.

Messungen mit hoher Genauigkeit

Im Schnitt messen die Boxen die Schadstoffanteile der Luft alle fünf Sekunden. Ist das Tram in Fahrt, so messen die Forscher die Luft in einem Abstand von etwa 50 Metern. Mit anderen frei zugänglichen Daten wie Verkehrsaufkommen und Häuserdichte kombiniert, werden auch die Lücken zwischen den Tramlinien gefüllt. Damit sind es heute 30 Millionen Messungen, auf die Olga Saukh, David Hasenfratz und Christoph Walser von Thieles Forscherteam zurückgreifen können. «Daten zur Luftqualität, die das gesamte Stadtgebiet abdecken, wurden bisher in Zürich noch nie erfasst», erklärt Saukh.

Das Forscherteam hat deshalb eigens spezielle mobile Messboxen entwickelt: «Es war äusserst anspruchsvoll, die richtigen Sensoren zu finden, die klein und mobil einsetzbar sind», so Saukh. «Ziel ist es, gute Messdaten mit hoher Genauigkeit auch bei geringer Schadstoffkonzentration zu erhalten.»

Weniger belastete Gebiete

Dies scheint gelungen zu sein: In einer zeitlichen und räumlichen Auflösung, wie es sie bisher nicht gab, konnten die ETH-Forscher Verschmutzungskarten auf 100 Meter genau darstellen. Zudem ist es ihnen möglich, Jahres-, Monats- und auch Tageskarten zu erstellen. Denn die Konzentrationen können je nach Saison und Wetter variieren. Im Winter können sie wegen des Hochnebels so stark ansteigen, dass ganze Stadtteile gelb oder gar rot eingefärbt sind, was eine hohe Konzentration bedeutet.

Die Boxen auf den VBZ-Trams werden laut Saukh noch weitere zwei Jahre durch Zürich fahren. Künftig könnten die Karten zudem auch mobil abrufbar sein. Beispielsweise um für Läufer oder Velofahrer Routen berechnen zu können, auf denen die Luft zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger verschmutzt ist. So sind beispielsweise Gebiete in Uitikon, Albisrieden, Höngg, Hottingen oder Fluntern generell weniger belastet.

Belastung ist «relativ gering»

Es soll auch abschätzbar werden, ob Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität fruchten und ob verkehrstechnische Massnahmen wie die Westumfahrung oder bessere Partikelfilter bei Autos auf die Luftqualität einen Einfluss haben. Die Forschenden halten aber fest: Die Luftverschmutzung in Zürich sei im Vergleich zu anderen Städten «relativ gering».

(blu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steff R. am 14.01.2014 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Hoffentlich messen die Trams auch die Luftverschmutzung, die am Feierabendverkehr entsteht, durch die ellenlangen ,sinnlos-künstlichen Staus vor Rotlicht und Verkehrschikanen , in der Stadt, produziert von der rot-grünen Stadtregierung. Bin ja mal gespannt,was da wieder rauskommt...

  • bandit am 14.01.2014 01:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzfahrer

    Hat die SBB schon eine Rechnung fürs Schwarzfahren geschrieben? Oder haben alle Kasten ein GA am Gehäuse angeheftet? .

  • Peter Berner am 14.01.2014 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Tram

    Feinstaub kommt ja auch von den Trams.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Werner Stutz am 14.01.2014 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Bremsstaub von Tram

    Misst diese Methode auch den Feinstaub (Bremsstaub) der Trams? Ich frage mich, welche Umweltbelastung der ÖV mit sich bringt.

  • Peter Berner am 14.01.2014 06:10 Report Diesen Beitrag melden

    Tram

    Feinstaub kommt ja auch von den Trams.

    • Chris am 14.01.2014 08:06 Report Diesen Beitrag melden

      Kann doch nicht sein

      Das kann doch überhaupt nicht sein. Die bösen Autos sind die Umweltsünder! Tram, Zug & Bus sind vollkommend Schadstoff-Ausstoss-Frei! ;-)

    einklappen einklappen
  • Fors vo der Lueg am 14.01.2014 01:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja supermaximal, aber

    wo sind denn jetzt die Daten, welche der Bevölkerung so viel bringen könnten? Wird hier wieder geforscht und gemessen für die Katz?

  • Peter am 14.01.2014 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Grossstadt

    Zürich ist im Vergleich zu richtigen Städten auch winzig. Darum gibt es hier auch keine schlimme Luftverschmutzung.

  • Steff R. am 14.01.2014 01:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich?

    Hoffentlich messen die Trams auch die Luftverschmutzung, die am Feierabendverkehr entsteht, durch die ellenlangen ,sinnlos-künstlichen Staus vor Rotlicht und Verkehrschikanen , in der Stadt, produziert von der rot-grünen Stadtregierung. Bin ja mal gespannt,was da wieder rauskommt...