Strategie 2025

09. Februar 2011 16:11; Akt: 09.02.2011 17:43 Print

Zürich ächzt unter dem Erfolg

Die Stadt Zürich zieht immer mehr Menschen an. Die Regierung passt deshalb ihre Strategie 2025 an. Insbesondere die Infrastruktur bereitet Sorgen.

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Der Zürcher Stadtrat sieht sich wegen der steigenden Attraktivität vor grosse Herausforderungen gestellt. Er passte deshalb die «Strategien 2025» an. Zürich soll als nachhaltige Metropole weiterentwickelt werden.

«Die Planung der Zukunft ist ein permanent dynamischer Prozess», sagte Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Mittwoch vor den Medien. Man müsse vorwärts schauen und langfristig denken. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich die erfolgreiche Entwicklung der Stadt auch künftig fortsetze.

Die stetig steigende Attraktivität von Zürich hat es gemäss Zürcher Exekutive notwendig gemacht, die 2007 publizierten «Strategien 2025» anzupassen. Es kämen immer wieder neue Herausforderungen auf die Stadt zu.

Als Beispiele nannte der Stadtrat etwa den immer knapper werdenden Raum für Arbeit und Wohnen, eine steigende Regulierungsdichte sowie die 24-Stunden-Stadt. Als neuen wichtigen Bereich nahm er «leistungsfähige und sichere Infrastruktur» in die Strategien für die Zukunft auf.

Immer mehr Menschen drängen in die Stadt

Die Infrastruktur gehe oft vergessen, sagte der Vorsteher des Departementes Industrielle Betriebe, Andres Türler (FDP). «Es ist zu selbstverständlich, dass die Versorgung funktioniert.» Aber es drängten immer mehr Menschen in die Stadt und alle erwarteten noch bessere Anschlüsse im öffentlichen Verkehr und gut unterhaltene Strassen.

Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung stellt die Stadträte vor immer neue Aufgaben. Auf der einen Seite gebe es immer mehr Familien mit kleinen Kindern, auf der anderen Seite aber auch immer mehr Einpersonen-Haushalte, sagte Sozialvorstand Martin Waser (SP). «Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, die für alle stimmen.»

Als grosse Herausforderung bezeichneten die Stadträte auch die wechselnde Wirtschaftslage. Finanzvorstand Martin Vollenwyder (FDP) betonte, das Ziel müsse es sein, den guten Finanzplatz zu halten. «Wir brauchen Firmen, die Steuern bezahlen.» Er sprach sich für «Kontinuität durch ein unaufgeregtes finanzpolitisches Handeln» aus.

Starke Motoren seien in Zürich auch die Universität und die ETH. «Wir haben eine sehr gute Ausgangslage», sagte Hochbauvorsteher André Odermatt (SP). Als Problemfelder bezeichnete er aber etwa den knappen Wohnraum für Studierende, die bisweilen fehlende Offenheit gegenüber ausländischen Lehrbeauftragten oder den steigenden Raumanspruch für den Forschungsplatz.

Öffentliche Diskussion über die Zukunft

Mit den «Strategien Zürich 2025» skizziert die Zürcher Exekutive in 18 Handlungsfeldern, wie sie die Herausforderungen der Zukunft angehen will. Sie bilden den Rahmen für die Legislaturschwerpunkte des Stadtrats, die jeweils für vier Jahre gelten. Die Strategien sollen breit diskutiert werden.

Im Sommer startet der Zürcher Stadtrat deshalb eine Online-Debatte. Daran soll sich die Öffentlichkeit beteiligen und ihre Anliegen für die Zukunft kundtun.

(sda)