140 Filmdrehs in einem Jahr

07. Juni 2018 18:01; Akt: 07.06.2018 18:01 Print

Die Stadt Zürich ist das Hollywood der Schweiz

von T. Mathis - Die Stadtpolizei Zürich hat 2017 insgesamt 140 Filmdrehs bewilligt. Besonders beliebt ist es rund um das Bellevue und im Dörfli.

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«Wolkenbruch», «Private Banking» und «Züri-Krimi» – das sind nur einige Beispiele für aktuelle Spiel- und Fernsehfilme, die zu einem grossen Teil in der Stadt Zürich gedreht wurden. Insgesamt 140 Filmdrehs hatte die Stadtpolizei Zürich im vergangenen Jahr bewilligt. Darin nicht enthalten sind kleinere Sets, die keine Bewilligung brauchen.

Auch der Schweizer Tatort soll ab 2019 in Zürich statt in Luzern gedreht werden. Warum also ist die Limmatstadt so beliebt bei Regisseuren? «Zürich ist filmtechnisch spannend, weil es viele einzigartige Szenerien gibt», sagt Olga Zachariadis. Sie ist Geschäftsführerin der Film Commission – eine Anlaufstelle für nationale und internationale Produktionsfirmen, die von Stadt, Kanton, Tourismus und Filmstiftung getragen wird.

ARD dreht in Zürich

Die 140 Bewilligungen von 2017 fallen mehrheitlich auf nationale Produktionen wie «Wolkenbruch» oder «Private Banking». Nur 7 Bewilligungen gingen an internationale Produktionen, unter anderem an die TV-Station ARD. Szenen, die in Zürich spielen, sind aber längst nicht nur in Spielfilmen enthalten. Etwas mehr als die Hälfte der Gesuche gehen für Werbefilme ein, so Zachariadis.

Zu den beliebten Orten zählten sowohl bei Spiel- als auch bei Werbefilmen die Kreise 1, 4 und 5. Bei den Werbefilmen hat der Kreis 1 mit rund einem Drittel klar die Nase vorn. «Die Stadt zeichnet sich durch ihre Vielfältigkeit aus. Urbane und industrielle Orte sind in nächster Nähe zu See, Alpenpanorama und historischen Fassaden.»

Filme nützen in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht

Sperrungen und blockierte Strassen in der Innenstadt verärgern Anwohner. Zachariadis möchte diesen Ängsten entgegenwirken: «Die Filmindustrie ist für Zürich sowohl in wirtschaftlicher wie in touristischer Hinsicht bedeutend. Abgedrehtes Filmmaterial macht die Stadt und den Kanton für Besucher attraktiv.»

Dreharbeiten in der Stadt sind aus logistischen und organisatorischen Gründen anspruchsvoller und aufwendiger. Je nach den inhaltlichen Anforderungen des Drehbuchs seien Szenen in der Zürcher Innenstadt unverzichtbar, da sie einen hohen Wiedererkennungswert für die Zuschauer hätten.

«Stadtszenen können nicht beliebig nachgestellt werden»

«Aus diesem Grund kann nicht immer für alle Motive auf die Agglomeration zurückgegriffen werden», so Zachariadis. Ein Prime Tower oder die belebte Langstrasse können nicht beliebig nachgestellt werden.

Gern würde Zachariadis auch Produzenten aus Hollywood begrüssen. «Das ist aber wegen des Preisniveaus schwierig, etwa wegen der Kosten für Motive, Bewilligungen und Unterkünfte.» Um Zürich als attraktiven Filmstandort zu etablieren, sollten städtische Örtlichkeiten zudem zugänglicher gemacht werden, die Bewilligungsverfahren vereinfacht und das Angebot erweitert werden.

Zachariadis ist aber zufrieden mit der Entwicklung: «Mit dem Zürich-Krimi haben wir heute das Deutsche Fernsehen bei uns. Knapp 7 Millionen Zuschauer verfolgen gespannt den Krimi, der mehrheitlich in Zürich spielt.»