Urban Farming

14. April 2013 21:45; Akt: 15.04.2013 09:31 Print

Zürich pflanzt bald Gemüse statt Blumen

Federnkohl statt Primeli heisst es ab 2014 auf diversen Verkehrsinseln in der Stadt Zürich – so etwa am Bürkliplatz. Zürich Tourismus hält diesen Standort aber für ungeeignet.

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Ab 2014 wird Zürich essbarer. Möglich machts das neue städtische Bepflanzungskonzept Kraut und Rüben. Konkret wachsen in öffentlichen Blumenrabatten bei Tramendhaltestellen und Verkehrsinseln künftig Federnkohl, Randen oder Krautstiel anstelle von Primeli und Stiefmütterchen in die Höhe. Die Bevölkerung darf dann gratis ernten, soll aber auch bei der Gartenarbeit mithelfen. «Der Trend passt gerade im Hinblick auf die 2000-Watt-Gesellschaft gut zu Zürich», sagt Lukas Handschin, Sprecher von Grün Stadt Zürich, zu einem Bericht in der NZZ am Sonntag. Mit dem Konzept reagiert die Stadt auf ein entsprechendes Postulat von SP-Gemeinderätin Simone Brander, das letzten Dezember überwiesen worden war.

Umfrage
Würden Sie Gemüse aus dem städtischen Beet essen?
9 %
16 %
75 %
Insgesamt 445 Teilnehmer

Handschin ist allerdings vorsichtig optimistisch: «Die Umsetzung dürfte nicht einfach werden, da ein Grossteil der Bevölkerung mit Gärtnern wenig vertraut ist.» So befürchtet er, dass viel Gemüse zu früh geerntet werden könnte oder dass die Leute die Beete vernachlässigen. Handschin: «Für Grün Stadt Zürich bedeutet dies wohl Mehrarbeit.» Zudem seien nicht alle Beete für Nutzpflanzen geeignet. Jenes beim Alfred-Escher-Denkmal am Hauptbahnhof etwa wäre wegen der engen Platzverhältnisse und des vielen Verkehrs zu gefährlich. «Es kann nicht sein, dass jemand beim Rüebli ernten unters Tram gerät», sagt Handschin. Infrage kommen für ihn hingegen Standorte wie die Tramendhaltestelle Farbhof oder der Bürkliplatz.

Zürich-West ist geeigneter

Das sorgt bei Martin Sturzenegger, Direktor Zürich Tourismus, jedoch für Stirnrunzeln: «Bestehende gepflegte Blumenbeete an Tramhaltestellen wie solche am Bürkliplatz begrüssen wir und werden auch von Touristen geschätzt.» Potenzial für Urban Farming sehe er daher viel mehr an Orten, wo es noch wenig Grün hat – beispielsweise im urbanen Zürich-West. Sturzenegger: «Dort könnte ein solches Vorhaben durchaus spannend sein.»

Unabhängig davon ist noch fraglich, wie bekömmlich Gemüse ist, das mitten im Strassenverkehr wächst. Handschin von Grün Stadt Zürich sagt dazu: «Man wäscht ja das Gemüse vor dem Verzehr.»

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Troppelmann am 15.04.2013 00:17 Report Diesen Beitrag melden

    Blumen

    Ich esse sowieso kein Gemüse, finde das grässlich. Fleisch, Teigwaren und ab und zu eine Frucht, das reicht. Sollen die lieber schöne Blumen Pflanzen die auch schön zum anschauen sind.

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  • Besserwüsser am 15.04.2013 02:20 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Aber letztendlich wird da nur Mist produziert. Die Feinstaubbelastung ist zu hoch, das Gemüse sollte nicht konsumiert sondern kompostiert werden. Der Kompost wird dann bei Bio-Bauern entsorgt und so ist der Kreislauf wieder geschlossen.

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  • Meinhard Stark am 15.04.2013 01:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schmutz

    Wenn ich manchmal sehe, was alles in diesen Blumenbetten landet, dann möchte ich ganz sicher kein gemüse, das damit im Berührung kam.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • silvie am 17.04.2013 18:55 Report Diesen Beitrag melden

    tiere

    Es werden dann noch mehr Elefante herumlaufen, um ein bisschen was fressen zu können! :)

  • Regula Huber am 16.04.2013 20:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gemüse waschen reicht nicht!

    Wir haben die Küchenkräuter von unserem Balkon im 2.Stock vom Kantonschemiker testen lassen. Fazit: ungeniessbar wegen Schadstoffen.

  • Felix am 15.04.2013 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    GANZJÄHRIGER KASERNEN-MARKT ERÖFFNEN

    mit genormten Häuschen erstellen. Im Winter könnte auch der Weihnachts-Markt untergebracht werden.

  • Baumann Peter Ramón am 15.04.2013 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn par Exellence

    Erneut ein Schwachsinn par Exellence. Die Pflege wird der Stadt übergeben, weil sich niemand dafür verantwortlich fühlt. Hört endlich auf mit solchen abstrusen Ideen.

  • Zürcher am 15.04.2013 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Grün Stadt Zürich

    Endlich einmal ein Wort, dass in der Stadt Zürich wieder angepflanzt wird. Die Betonwüsten an den Hauptplätzen muss man halt bewirtschaften, was ins Geld geht. Mir fehlte das Grün z.B an den Tramendstationen und grösseren Plätzen. Weiter so!!