«Swiss Trolley plus»

17. Januar 2017 17:02; Akt: 18.01.2017 13:07 Print

Zürich testet neuen Batterie-Trolleybus

Ein Trolleybus, der längere Fahrten ohne Fahrleitung fährt: In der Stadt Zürich wird der «Swiss Trolley plus» in den nächsten Monaten getestet. Am Dienstag wurde er vorgestellt.

«Sesam öffne dich!» Der Swiss Trolley Bus wird in Zürich präsentiert. (Video: sda)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Er ist gut eine Tonne leichter als ein herkömmlicher Trolleybus und in seinem Innern sorgt eine Hochleistungsbatterie dafür, dass er bis zu 30 Kilometer ohne Verbindung zur Oberleitung zurücklegen kann. Die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) haben am Dienstag mit dem «Swiss Trolley plus» ihr neues Elektromobilitätsfahrzeug vorgestellt.

In den kommenden Wochen wird der spezielle Trolleybus erstmals in der Schweiz getestet. Zunächst ohne Fahrgäste wird er vor allem auf einer Linie unterwegs sein. «Nach erfolgreicher Testphase - wir hoffen ab März - ist dann der Einsatz mit Passagieren geplant», sagte VBZ-Vizedirektor Christoph Rütimann vor den Medien.

Ausgeklügeltes Steuersystem

Während die heute eingesetzten Trolleybusse erst auf kurzen Teilstrecken ohne Fahrleitung verkehren, kann der zukünftige Hochleistungs-Trolleybus längere Abschnitte im Batteriemodus befahren. Dafür notwendig ist neben einer so genannten Traktionsbatterie ein ausgeklügeltes Steuer- und Regelsystem.

Zürich testet den ersten Batterie-Bus

«Der alt bewährte Trolleybus wird zum Batteriebus, der sich sich an der Fahrleitung auflädt», sagte Rütimann. Das Fahrzeug müsse weder an einer E-Tankstelle aufgetankt werden, noch würden Engpässe im Versorgungsnetz entstehen.

Auch ETH war in Entwicklung involviert

Entwickelt wurde der neue Elektrobus von der Carrosserie Hess AG in Zusammenarbeit mit den VBZ, der ETH Zürich und der Berner Fachhochschule. Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt das Vorhaben. Das Projekt sei ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Energiesystems, sagte Philippe Müller vom BFE.

Das neue Fahrzeugkonzept entlastet das Fahrleitungsnetz in der Stadt Zürich. «Zusätzlich zum Fahren im Batteriemodus werden die Stromspitzen der Fahrleitung abgeflacht», sagte Christopher Onder vom Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik an der ETH Zürich. Energieverluste könnten so minimiert werden.

15 Prozent weniger Energiebedarf

Onder rechnete vor, dass der Energiebedarf etwa auf der Buslinie 46 in der Stadt Zürich, auf der sieben Trolleybusse im Einsatz sind, mit den neuen Fahrzeugen um rund 15 Prozent gesenkt werden könnte. Weil an gewissen Stellen auf Fahrleitungen verzichtet werden kann, würden auch der Wartungsaufwand und die Betriebskosten verringert.

Gemäss Alex Naef, Geschäftsführer der Carrosserie Hess AG, sind auch andere Städte in der Schweiz am «Swiss Trolley plus» interessiert. Bern und Biel hätten bereits Fahrzeuge bestellt. In Vevey und Montreux läuft derzeit die Ausschreibung. Und auch Winterthur hat sein Interesse angemeldet.

(sda)